Digital Detox: 9 Tipps, wie der Handy-Entzug besser klappt

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Ständig erreichbar zu sein, kann anstrengend werden. Trotzdem fällt es oft schwer, längere Zeit nicht auf das Handy zu sehen. So überlisten Sie sich für mehr Zeit ohne Ihr Smartphone.

Digital Detox: 9 Tipps, wie Sie den Handy-Entzug schaffen
Foto: © nensuria / iStock / Thinkstock

Whatsapp, Twitter und diverse andere Apps lassen unser Handy andauernd klingeln, vibrieren oder leuchten. Und dann ruft auch noch der nervige Telefon-Verkäufer an, um sein neues Abo loszuwerden. Oder der Chef will sogar weit nach Feierabend unbedingt eine Frage beantwortet haben.

Einfach mal nicht erreichbar zu sein, wird immer schwieriger. Doch genau deshalb lohnt es sich, bewusst ab und zu mal ein Digital Detox einzulegen und sich vom eigenen Smartphone zu befreien. Und so klappt das auch ohne Entzugserscheinungen:

1. Das Handy abschalten mit Ansage

Wenn Sie das Handy ganz weglegen, könnten Sie etwas verpassen? Fürchten Sie, wichtige Nachrichten nicht zu bekommen, dann informieren Sie Ihre Familie, Freunde oder auch den Chef darüber, dass Sie beispielseise ein Wochenende lang nicht erreichbar sein werden.

In Ihren sozialen Netzwerken können Sie es im Status angeben und auf Ihrer Smartphone-Mailbox einen Hinweis aufsprechen. So brauchen Sie sich nicht darum sorgen, dass jemand Ihnen die Zeit offline vielleicht übel nimmt.

2. Mails nach dem Briefkasten-Prinzip abrufen

Zum Briefkasten gehen Sie sicher nicht alle fünf Minuten. Wenn es hoch kommt, schauen Sie eher zwei oder drei Mal am Tag nach der Post. Genauso können Sie es auch mit Ihren Mails halten. Vielleicht geht das nicht während der Arbeitszeit, aber zumindest, wenn Sie frei haben. Gerade am Wochenende lohnt sich das, denn so gibt es wieder einen Grund weniger, ständig nach dem Handy zu greifen.

3. Dahin gehen, wo das Handy nicht reinkommt

Wenn Sie Ihre Bahnen im Schwimmbad ziehen, vermissen Sie Ihr Handy bestimmt nicht. Und auch im Kino, beim Klettern im Hochseilpark oder bei einer Theateraufführung sind Smartphones tabu. Vielleicht gehen Sie auch einfach mal spazieren und «vergessen» dabei das Handy zu Hause. Das beschert Ihnen mehr oder weniger unfreiwillig einige Zeit ohne auf das Display zu starren.

4. Newslettern und Spam den Laufpass geben

Es kann wirklich nerven, ständig mit Newslettern vollgespamt zu werden. Oft löschen wir diese einfach nur. Aber genau das kann im Laufe der Zeit zu einer Flut an Mails führen, die Sie überhaupt nicht lesen möchten. Nehmen Sie sich deshalb hin und wieder die Zeit, knallhart auszusortieren.

Melden Sie sich von Newslettern ab und verschieben Sie ungewollte Mails in den Spamordner. Kommt noch mal ein Spam vom gleichen Absender, erkennt das Ihr Programm später und lässt die Mail gar nicht erst durch bis zum Posteingang.

Dieses Entrümpeln kostet Sie zwar einmal etwas Mühe. Aber danach haben Sie mehr Ruhe und einen deutlich schlankeren Posteingang, sodass Computer oder Handy nicht alle paar Minuten wieder neue Mails signalisieren.

5. Ohne App genauso gut joggen

Auf der Joggingrunde oder der Velotour kann Ihr Handy nicht nur Ihre Lieblingsmusik spielen, sondern Sie auch über den Kalorienverbrauch, Ihren Puls sowie die zurückgelegten Kilometer und Höhenmeter auf dem Laufenden halten. Wenn Sie kein Profisportler sind, oder auf ein wichtiges Ereignis hin trainieren, sind all diese Daten aber bestenfalls eine interessante Beobachtung.

Statt mit Ihrer Lauf-Musik oder der Stimme Ihres Smartphones im Ohr, die Sie zum Weitermachen animiert, könnten Sie deshalb hin und wieder auch einfach nur die Natur um sich herum geniessen. Also versuchen Sie doch mal, wie es sich mit dem auf lautlos gestellten Smartphone in der Tasche statt direkt am Ohr läuft und fährt.

6. Schritt für Schritt zum Digital Detoxer werden

Die Handy-Sucht hat Sie bereits fest im Griff? Dann gehen Sie den Entzug eventuell langsam an, um nicht zu schnell wieder aufzugeben. Schalten Sie Ihr Handy beispielsweise erst mal für eine Stunde aus. Wer es dabei nicht sehen möchte, kann das Smartphone auch in eine abschliessbare Schublade oder einen Schrank einsperren. Danach steigern Sie die Zeit ohne Handy langsam weiter, bis Sie auch mal einen ganzen Tag ohne es auskommen. Sie werden sehen, es lohnt sich.

Tipp: Kriegen Sie das selbst nicht hin, können Sie das Handy oder den Schlüssel zum eingesperrten Gerät auch stundenweise an jemand anderen abtreten. Für ganz schlimme Fälle gibt es zudem professionelle Hilfe. Dazu mehr weiter unten.

7. Öfter mal virtuell in den Flieger steigen

Für Digital Detox müssen Sie aber nicht immer ganz auf Ihr Handy verzichten. Schliesslich dient es Ihnen vielleicht als Uhr oder Schrittzähler. Möchten Sie etwas mehr Ruhe haben, ohne das Smartphone gleich auszuschalten, gehen Sie einfach offline. Im Flugmodus ist jeglicher Datentransfer gestoppt.

Sie bekommen keine Mails, Chat-Nachrichen, Anrufe oder SMS mehr. Das bedeutet kein Kotakt zur Aussenwelt über das Handy. Alle internen Funktionen, die kein Internet benötigen, können Sie aber noch ausführen.

8. Für Digital Detox gibt es sogar eine App

Klingt komisch, gibt es aber wirklich. Eine App soll uns beibringen, wieder massvoll mit Computern und Smartphones umzugehen. Die App sperrt Sie deshalb auch mal aus Anwendungen aus und blockiert Anrufe. Offtime heisst die App. Aber aufpassen, denn während der Nutzung können Kosten entstehen.

9. Fortgeschrittene machen Digital Detox-Ferien

Eine ganze Woche ohne Medien ist ein Traum für Sie? Dieser kann an diversen Orten in Erfüllung gehen. So gibt es Kloster, in denen Sie in Ruhe relaxen können, ohne dass überall Handys klingeln. Auch auf vielen Berghütten heisst es rundum Natur statt piepen und vibrieren. Oder Sie gehen in ein Digital Detox-Hotel. Bereits setzen nämlich einige Ferienhäuser bewusst auf Wlan- und Empfangs-freie Zonen.

Wenn doch besser ein Profi helfen soll

Wer so gar nicht mehr mit seiner Online- und Smartphone-Nutzung zurechtkommt, kann sich etwa in Zürich bei RADIX, einem Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte, melden. Wie auch andere Suchtberatungszentren, ist das eine gute erste Anlaufstelle. Die Beratung von Radix ist kostenlos.

Auch spezielle ambulante Therapien für Digitalsüchtige werden von verschiedenen Einrichtungen angeboten, wie beispielsweise vom UPK Basel.

Quellen: upkbs.ch, Sucht Schweiz, Swisscom, de.statista.com