Was essen eigentlich Frutarier und wie gesund ist die Ernährung?

Wie Vegetarier oder Veganer wollen sie anderen Geschöpfen kein Leid zufügen. Jedoch betrachten Frutarier auch ganze Pflanzen wie Wurzelgemüse oder Kartoffeln als eigenständige Lebewesen. Das hat ihnen das Klischee eingebracht, sie würden nur Fallobst essen. Etwas mehr Auswahl haben Frutarier aber doch.

Ist ein Leben als Frutarier gesund? Eine Lebenseinstellung und Ernährungsweise
Beeren, Samen und Nüsse sammeln und im Grünen auf das nächste Fallobst warten. Soweit zu den Klischees über die Ernährung der Frutarier. Was sie wirklich essen und wie gesund diese Ernährungsform ist. Foto: Lesyy, iStock, Thinkstock
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Für Frutarier sollen weder Tiere noch Pflanzen leiden

Das Vorurteil hält sich, Frutarier würden sich nur vom Nüsse, Samen und Fallobst sammeln ernähren. Doch, wie die meisten Klischees, stimmt auch dieses nicht ganz. Zwar ist es richtig, dass Frutarier keine ganzen Pflanzen essen, keine Knollen oder Wurzelgemüse. Alle Teile, aus denen direkt eine Pflanze entstehen könnte, sind für Frutarier tabu.

Sie essen aber sehr wohl Obst und Gemüse, welches gepflückt wird, aber nur, wenn dadurch die Pflanze, der Baum oder Strauch nicht geschädigt wird. Einfach ausgedrückt ist damit alles gemeint, was die Pflanze irgendwann sowieso einmal abwerfen würde. Für Tomaten, Zucchetti, Gurken, Paprika oder Kürbisse gilt das genauso, wie für alles Pflückobst, von Apfel und Birne bis zu Pflaume oder Beeren.

Auch beim Kochen schränken Frutarier sich ein

Wenn Rezepte alle Kriterien für Frutarier erfüllen, werden die Zutaten ähnlich gekocht, wie bei anderen auch. Es sei denn, der Frutarier ernährt sich nur von Rohkost. Das ist eine weitere spezielle Ernährungsform, die eine Steigerung des klassischen Frutariers bildet.

Aber auch für kochende Frutarier gibt es wieder einige Einschränkungen. So sind beim Abschmecken nur Gewürze erlaubt, die beispielsweise als ganze Samen einer Pflanze existieren. Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter und vieles andere, was als Pflanze getrocknet und in Gewürz-Form gebracht wird, darf nicht gegessen werden. Oftmals kommt in Frutarier-Rezepte daher nur Salz zum geschmacklichen Verfeinern der gekochten Speisen.

Wie gesund ernährt sich ein Frutarier?

Mit erhöhtem Verzicht auf eine Vielfalt an Lebensmitteln steigt auch die Gefahr, dass man körperlichen Mangel erfährt. Zwar können etwa Vegetarier oder Veganer mit einer gezielten Ernährung fehlende Vitamine und Mineralien ausgleichen. Beim Frutarier wird dies angesichts der vielen Einschränkungen jedoch schwierig.

So können Frutarier durch Vitamin B 12-Mangel häufiger an Blutarmut erkranken und es fehlt schneller an Fettsäuren, Jod, Zink, Eisen und Kalzium, wie Ernährungswissenschaftler Dr. Bernhard Watzl in einem Interview des Frauenmagazins «Brigitte» warnt. Insbesondere Rohkost-Frutarier haben zudem oft einen Proteinmangel, welchen kochende Frutarier besser durch Hülsenfrüchte ausgleichen können.

Viele Ernährungsexperten warnen deshalb vor dieser Ernährungsweise, die am ehesten noch durch Nahrungsergänzungsmittel gesund funktionieren kann. Gerade Schwangeren, Kindern, Kranken sowie Leistungssportlern wird jedoch generell von einer frutarischen Ernährung abgeraten.

Übrigens: Steve Jobs ist wohl einer der bekanntesten Frutarier gewesen. Er soll sich in den 70er-Jahren zeitweise dieser Ernährungsform verschrieben haben und weil er Äpfel so geliebt haben soll, wurde der Apfel zum Symbol und Namen der Firma.

Quellen. Spiegel.de, Focus.de, Brigitte.de, Deine-gesunde-Ernährung.de Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann