Kohl und Co. sind Fitmacher für kalte Tage

Der menschliche Motor stottert während der kalten Monate. Schuld daran sind wenig Sonne und Bewegung, aber auch eine vitaminarme Ernährung. Saisonale Kohlsorten machen fit und liefern wichtige Vitamine zur Unterstützung der Abwehkräfte.

Wintergemüse: vitaminreiche und nachhaltige Lebensmittel im Winter
Foto: © annalovisa / iStock / Thinkstock
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Die Tage werden kürzer, draussen wird es langsam kälter und schon steht die erste Grippewelle vor der Tür. Das fordert unser Immunsystem bereits am Anfang der kalten Jahreszeit heraus. Wer seine Abwehrkräfte mit Vitaminen stärken möchte, hat es nun scheinbar schwieriger, denn die Erntezeit für vitaminreiche Fitmacher wie Erdbeeren und Salat ist vorbei. Bis zum nächsten Frühling muss jedoch niemand warten, um durch einen Vitaminkick fit zu werden. Auch ist nicht notwendig, zu Treibhaus-Tomaten oder weitgereisten Kiwis zu greifen: Broccoli vom lokalen Bauern enthält fast doppelt so viel Vitamin C. Und von den Vitaminen A, C, D, E sowie Mineralien wie Calcium und Eisen braucht der Mensch zu dieser Jahreszeit besonders viel, um nicht in die Frühjahrsmüdigkeit zu rutschen. Ein Gang über den Markt reicht deshalb aus, um den Kühlschrank mit Fitmachern zu füllen und zudem Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen. So gelingt es ausserdem vielleicht auch, ein paar Pfunde abzunehmen, denn Wintergemüse hat zwar viele Vitalstoffe, aber kaum Kalorien.

Sieger ist das Kohlgemüse

Bereits Grossmutter wusste intuitiv, was Caroline Bernet, Dipl. Ernährungsberaterin HF von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, erklärt: «Kohlgemüse gehört zu den Spitzenreitern, was die Vitamin- und Mineralstoffgehalte angeht. Besonders ins Gewicht fallen die Gehalte an Magnesium, Kalium und Calcium und die Vitamine C, Folsäure, B1, B2, B6 und Vitamin K.»

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Ein Rotkohlsalat ist lecker, gut für die Linie und eignet sich als Vorspeise oder als Beilage. Foto: © sil007 / Fotolia.com

Ein Rotkohlsalat ist lecker, gut für die Linie und eignet sich als Vorspeise oder als Beilage. Foto: © sil007 / Fotolia.com

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Auf jedem Markt kann man sich jetzt durchtesten: Blumenkohl, Broccoli, Weisskohl, Grünkohl, Rotkohl, Rosenkohl oder Kohlrabi – es sind nicht nur alle Formen, sondern auch alle Farben und Geschmacksrichtungen vertreten. Was einige von der Zubereitung abhalten mag, sind jedoch die Gerüche. «Viele reagieren nach Kohlgenuss mit Verdauungsproblemen wie Blähungen. Oft wird deshalb Kohlgemüse zur besseren Verträglichkeit mit Kümmel oder Fenchelsamen gewürzt. Bei Blähungen kann auch Fenchel- oder Kamillentee Abhilfe schaffen», sagt Bernet. Und wer den Kohlgeruch in der Küche verhindern will, kann dies durch einen kleinen Schuss Essig im Kochwasser tun.

Kohl und andere Winter-Gemüse machen mit Vitaminen fit für die kalten Tage.

Kohlgemüse sind die besten Vitaminlieferanten für den Winter. Foto: ©iStockphoto.com / Michal Karbowiak

Experimentieren mit alten Gemüsesorten

Mit Rosenkohl und Kohlrabi zu kochen, ist bei etwas Phantasie recht leicht, auch als Beilage zu Fleisch ist das Kohlgemüse ein Dauerbrenner. Doch was tun mit den anderen Gemüsesorten auf dem Markt, deren Aussehen häufig genauso wenig geläufig ist wie ihr Name? Topinambur, Schwarzwurzel, Pastinaken und Zuckerhut beispielsweise? Der knollenförmige, leicht süss schmeckende Topinambur zeichnet sich durch hohen Vitamin A- , C-, Kalzium-, Eisen- und Natriumgehalt aus. Man kann ihn im Salat wie auch gekocht essen. Die stangenförmigen Schwarzwurzeln enthalten wertvolle Eiweisse, Kohlenhydrate und Mineralien. In Bierteig ausgebacken könnten sogar Kinder Fans davon werden. Pastinaken schmecken in allen Zubereitungsformen leicht süsslich, sind als Püree beliebt und so leicht verdaulich, dass sie gar als Babynahrung empfohlen werden. Und Zuckerhut ist wie Chicorée zu verarbeiten. Beide besitzen den Bitterstoff Intybin. Er bringt die Verdauungssäfte zum Fliessen und bindet ausserdem Giftstoffe und transportiert sie aus dem Körper ab.

So kommen Vitamine auch an

Egal, ob die Fitmacher roh oder gekocht verzehrt werden: Damit die Vitamine auch tatsächlich im Körper Gutes bewirken können, sollten ein paar einfache Tipps beachtet werden. Neben den wasserlöslichen Vitaminen seien im Wintergemüse oft fettlösliche Vitamine wie A, D, E, K enthalten, sagt Shima Wyss-Yazdani, Mitglied der Mediengruppe des Schweizerischen Verbandes diplomierter ErnährungsberaterInnen SVDE in Sursee. Bei der Zubereitung sollte deshalb nie auf Öl oder Butter verzichtet werden. Und Wyss-Yazdani hat noch einen Tipp: «In jeden Rüebli-Saft gehört ein Schuss Öl.»

Wichtig ist zudem die Lagerung. Obwohl Wintergemüse wie beispielsweise Weisskohl oder Zuckerhut lange frisch bleibt, gilt: Mit jedem Lagertag verliert es wichtige Vitamine. Wenn Sie das Gemüse einfrieren, bleiben Vitamine und Nährstoffe erhalten.

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