Impact Investing: Der wachsende Markt der nachhaltigen Geldanlage Jürgen Rösemeier-Buhmann Pauline Bodinek Wenn du mit deinem Geld nicht nur Rendite erzielen, sondern auch konkrete Veränderungen für Klima, Umwelt und Gesellschaft unterstützen möchtest, bist du mit Impact Investing bei einer besonders anspruchsvollen Form der nachhaltigen Geldanlage. Wichtig ist aber: Nicht jedes «grüne» Produkt ist automatisch ein Impact Investment. Entscheidend sind eine klar beabsichtigte Wirkung, ihre aktive Steuerung und eine nachvollziehbare Messung. Was dahintersteckt, woran du echte Wirkung erkennst und welche Rolle die Schweiz dabei spielt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Foto: © maki_shmaki/ iStock / Getty Images Plus Viele Menschen möchten heute genauer wissen, was ihr Geld bewirkt. Das ist nachvollziehbar: Jede Geldanlage finanziert Geschäftsmodelle, Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklungen mit. Wenn du nachhaltig investieren willst, reicht es deshalb oft nicht, nur problematische Branchen auszuschliessen. Viele Einsteiger:innen suchen gezielt nach Anlagen, die Lösungen fördern – etwa im Bereich erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, bezahlbare Gesundheitsversorgung oder Bildung. Genau hier setzt Impact Investing an. Der Ansatz verbindet Kapitalanlage mit einem klaren Wirkungsziel. Anders als bei einer Spende soll das eingesetzte Geld aber in der Regel auch eine finanzielle Rendite erwirtschaften. Das macht Impact Investing für Menschen interessant, die Vermögen aufbauen oder langfristig vorsorgen und dabei bewusst einen gesellschaftlichen Beitrag leisten möchten. Aktuelle Marktberichte zeigen zugleich: Nachhaltig ist nicht gleich wirkungsvoll. Swiss Sustainable Finance betont in seinen Marktstudien, dass nachhaltige Anlagen sehr unterschiedliche Strategien umfassen – von Ausschlüssen über ESG-Integration bis hin zu wirkungsorientierten Ansätzen. Für dich als Anleger:in ist deshalb wichtig, Begriffe nicht zu verwechseln und genau hinzuschauen. Impact Investing – Definition Der Begriff Impact Investing wurde 2007 von der US-amerikanischen Rockefeller-Stiftung geprägt. Gemeint sind Investitionen in Fonds, Unternehmen oder Projekte mit der Absicht, neben einer finanziellen Rendite auch eine positive Wirkung auf Umwelt oder Gesellschaft zu erzielen. Diese Wirkung ist nicht bloss ein Nebeneffekt, sondern ein fester Teil der Anlagestrategie. Fot: ©subman/E+ Heute wird Impact Investing von Fachorganisationen noch präziser beschrieben. Das Global Impact Investing Network, 2024, definiert Impact Investing als Investitionen, die mit der Absicht getätigt werden, neben einer finanziellen Rendite positive, messbare soziale oder ökologische Wirkungen zu erzielen. Genau diese Messbarkeit ist zentral. Sie unterscheidet Impact Investing von allgemein «nachhaltigen» oder werteorientierten Anlagen, bei denen der Wirkungsnachweis oft weniger klar ausfällt. Für dich als Einsteiger:in ist vor allem eines wichtig: Ein Produkt ist nicht schon deshalb ein Impact Investment, weil es in erneuerbare Energien, Wasser oder Gesundheit investiert. Erst wenn das Produkt eine konkrete Wirkungsabsicht formuliert, die Umsetzung aktiv steuert und die Ergebnisse regelmässig offenlegt, spricht vieles für echtes Impact Investing. Ziel von Impact Investing Impact Investing bedeutet «wirkungsvolles Investieren». Das Ziel ist, Kapital dorthin zu lenken, wo es zur Lösung gesellschaftlicher oder ökologischer Herausforderungen beiträgt – etwa beim Ausbau sauberer Energie, bei der Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsleistungen, beim Schutz natürlicher Ressourcen oder bei der Finanzierung inklusiver wirtschaftlicher Entwicklung. Je nach Anlageprodukt kann das Geld in börsenkotierte Unternehmen, private Unternehmen, Anleihen, Infrastrukturprojekte oder spezialisierte Fonds fliessen. Typisch ist, dass die ausgewählten Unternehmen oder Projekte nicht nur ökologisch oder sozial sinnvoll erscheinen sollen, sondern dass ihre Wirkung entlang definierter Ziele beschrieben wird. Häufig orientieren sich Anbieter dabei an internationalen Rahmenwerken wie den Sustainable Development Goals der UNO. Gleichzeitig bleibt die Rendite ein wichtiges Thema. Impact Investing ist keine Spende, sondern eine Anlageform mit Renditeerwartung und Risiko. Das Global Impact Investing Network berichtet 2024 in seiner jährlichen Befragung, dass ein grosser Teil der befragten Investor:innen die finanziellen Erwartungen und die angestrebte Wirkung erreicht oder übertroffen hat. Das heisst aber nicht, dass Impact-Produkte automatisch besser abschneiden. Wie bei jeder Anlage hängen Ertrag, Risiko, Kosten und Liquidität stark von der konkreten Strategie ab. Zu den nicht finanziellen Aspekten zählen auch die sogenannten ESG-Kriterien. ESG steht für «Environmental Social Governance», also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Hier liest du mehr zu den ESG-Kriterien. Für Impact Investing gilt jedoch: ESG allein reicht nicht. Erst wenn aus Nachhaltigkeitskriterien ein belastbares Wirkungsmodell mit Zielen und Ergebnissen wird, entsteht daraus ein Impact-Ansatz. Laut Global Impact Investing Network, 2024, bleibt die Kombination aus Wirkung und finanzieller Rendite der Kern des Impact Investing. Entscheidend ist nicht nur, dass ein Produkt «weniger schadet», sondern dass es eine positive Veränderung ausdrücklich anstrebt und belegt. Woran du echtes Impact Investing erkennst Gerade für private Anleger:innen ist die Abgrenzung oft schwierig. Viele Produkte klingen überzeugend, nutzen ähnliche Begriffe und setzen auf Zukunftsthemen. Drei Merkmale helfen dir, echtes Impact Investing besser zu erkennen. Intentionalität – die Wirkung ist ausdrücklich gewollt Intentionalität bedeutet: Die angestrebte soziale oder ökologische Wirkung ist von Anfang an Teil des Anlageziels. Der Anbieter sagt also nicht nur, dass Nachhaltigkeit «mitberücksichtigt» wird, sondern formuliert klar, welche Veränderung erreicht werden soll. Zum Beispiel: Emissionen senken, Zugang zu sauberem Strom verbessern, bezahlbaren Wohnraum schaffen oder die Gesundheitsversorgung in unterversorgten Regionen stärken. Wenn du ein Produkt prüfst, achte auf konkrete Formulierungen. Vage Aussagen wie «wir investieren verantwortungsvoll» genügen nicht. Aussagekräftiger sind klar benannte Wirkungsziele, Zielgruppen und Problemfelder. Management – Wirkung wird aktiv gesteuert Beim Impact Investing wird Wirkung nicht dem Zufall überlassen. Anbieter mit ernsthaftem Anspruch steuern die Wirkung aktiv: Sie definieren Auswahlkriterien, prüfen Unternehmen oder Projekte vor der Investition und begleiten sie während der Laufzeit. Dazu gehören oft Engagement, also der aktive Dialog mit Unternehmen, oder die gezielte Auswahl von Geschäftsmodellen, deren Kerntätigkeit zur Lösung eines Problems beiträgt. Für dich ist das ein wichtiger Unterschied: Ein Fonds, der bloss in «relativ bessere» Unternehmen investiert, betreibt noch nicht automatisch Wirkungsmanagement. Ein Impact-Ansatz sollte zeigen, wie Wirkung im Anlageprozess berücksichtigt und weiterentwickelt wird. Messbarkeit – Wirkung wird nachvollziehbar berichtet Messbarkeit ist das anspruchsvollste und zugleich wichtigste Kriterium. Gute Impact-Produkte veröffentlichen Kennzahlen, Methoden und Grenzen ihrer Messung. Je nach Anlage können das etwa vermiedene CO₂-Emissionen, erzeugte Megawattstunden erneuerbarer Energie, finanzierte Patient:innen, geschaffene Wohneinheiten oder erreichte Kleinunternehmen sein. Wichtig ist dabei Ehrlichkeit: Wirkungsmessung ist nie perfekt. Fachpublikationen aus der nachhaltigen Finanzforschung, etwa der Universität Zürich und von Swiss Sustainable Finance, weisen darauf hin, dass Methodik, Vergleichbarkeit und Datenqualität weiterhin Herausforderungen sind. Ein glaubwürdiger Anbieter macht deshalb transparent, was genau gemessen wurde, mit welchen Annahmen und wo Unsicherheiten bestehen. Grafik im Kopf mitdenken: ESG – Themenfonds – Impact ESG fragt vor allem: «Wie nachhaltig ist ein Unternehmen im Umgang mit Risiken und Standards?» Themenfonds fragen: «Investieren wir in ein Zukunftsthema wie Wasser, Klima oder Gesundheit?» Impact fragt zusätzlich: «Welche konkrete positive Veränderung wird angestrebt, wie steuern wir sie und wie messen wir sie?» Impact Investing ist nicht dasselbe wie ESG oder Themenfonds Viele Missverständnisse entstehen, weil nachhaltige Anlagestrategien oft in einen Topf geworfen werden. Für eine gute Entscheidung hilft es, die Unterschiede zu kennen. ESG reduziert Risiken und berücksichtigt Nachhaltigkeitsfaktoren ESG-Integration bedeutet in erster Linie, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren in die Finanzanalyse einfliessen. Das kann sinnvoll sein, weil Klimarisiken, Rechtsstreitigkeiten, schlechte Arbeitsbedingungen oder mangelhafte Unternehmensführung finanzielle Folgen haben können. ESG verbessert also häufig die Risikoanalyse und kann zu bewussteren Investitionsentscheiden beitragen. Aber: ESG-Integration allein garantiert noch keine zusätzliche positive Wirkung. Ein Unternehmen kann in ESG-Ratings relativ gut abschneiden und trotzdem kein Geschäftsmodell haben, das direkt zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems beiträgt. Themenfonds investieren in ein Thema, aber nicht zwingend mit Wirkungslogik Themenfonds konzentrieren sich auf Bereiche wie Wasser, Energieeffizienz, Gesundheit oder Kreislaufwirtschaft. Das klingt oft sehr nah an Impact Investing – ist aber nicht automatisch dasselbe. Ein Themenfonds kann in ein wachstumsstarkes Zukunftsfeld investieren, ohne eine ausdrückliche Wirkungslogik, Wirkungssteuerung oder Messung nach Impact-Standards vorzulegen. Für dich heisst das: Ein Klimafonds ist nicht automatisch ein Impact-Fonds. Entscheidend ist, ob Wirkung systematisch Teil des Konzepts ist. Impact will messbare Veränderung erzielen Impact Investing geht einen Schritt weiter. Es verbindet Kapitalanlage mit einer klaren Wirkungsabsicht, einem aktiven Management und einer möglichst transparenten Messung. Genau diese Kombination macht den Ansatz anspruchsvoll – und für viele Anleger:innen attraktiv, die mehr wollen als reine ESG-Berücksichtigung. Transparenz im Impact Investing Wenn du in Impact-Produkte investierst, solltest du nachvollziehen können, wohin dein Geld fliesst und was damit erreicht werden soll. Transparenz ist deshalb kein Zusatz, sondern eine Grundbedingung. In der Schweiz hat sich die Debatte um Glaubwürdigkeit und Greenwashing in den letzten Jahren deutlich verschärft. Swiss Sustainable Finance und der Bundesrat betonen in aktuellen Publikationen, dass glaubwürdige nachhaltige Finanzprodukte klar kommunizieren müssen, welche Strategie sie verfolgen und wo deren Grenzen liegen. Gerade bei Impact Investing ist diese Offenheit wichtig, weil Wirkung nicht allein über Marketingbegriffe beurteilt werden kann. Hilfreich sind unter anderem regelmässige Wirkungsberichte, nachvollziehbare Kennzahlen, eine saubere Beschreibung der Methodik und klare Aussagen zu Risiken. Wenn ein Produkt sehr hohe Wirkung verspricht, aber keine verständlichen Daten liefert, ist Vorsicht angebracht. Gleiches gilt, wenn unklar bleibt, ob die ausgewiesene Wirkung tatsächlich auf das Investment zurückzuführen ist oder auch ohne die Anlage entstanden wäre. Du kannst vor einer Investition gezielt nachfragen: Welche Wirkungsziele gibt es? Wie werden sie gemessen? Wie oft wird berichtet? Welche Zielkonflikte gibt es zwischen Rendite, Liquidität und Wirkung? Gute Anbieter sollten solche Fragen nicht ausweichend beantworten. Millennials setzen auf Impact Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen steigt weltweit, und jüngere Generationen treiben diese Entwicklung mit voran. Viele Menschen wollen heute nicht mehr nur wissen, wie viel Rendite ein Produkt erwarten lässt, sondern auch, welche Folgen ihr Geld für Klima, Gesellschaft und künftige Lebensbedingungen hat. Diese Haltung passt zu einem breiteren gesellschaftlichen Wandel. Gerade jüngere Anleger:innen verbinden Vermögensaufbau häufiger mit persönlichen Werten und langfristiger Verantwortung. Das bedeutet nicht, dass Rendite unwichtig wird. Aber die Frage «Was bewirkt mein Geld?» hat deutlich an Gewicht gewonnen. Für Familien ist das besonders relevant: Wer für Kinder vorsorgt, denkt oft langfristig. Impact Investing spricht deshalb Menschen an, die Vermögen mit einem Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft verbinden möchten. Gleichzeitig gilt: Gerade wenn du für Ausbildung, Wohnen oder Altersvorsorge sparst, sollten Kosten, Risiken und Liquidität immer sorgfältig geprüft werden. Noch ist Impact Investing eine Nische Obwohl nachhaltige Investments immer sichtbarer werden, bleibt Impact Investing im engeren Sinn anspruchsvoller und kleiner als der gesamte Markt nachhaltiger Anlagen. Das hat mehrere Gründe. Erstens ist die Auswahl echter Impact-Produkte für Privatanleger:innen noch begrenzter als die Auswahl klassischer ESG-Fonds. Zweitens ist Wirkungsmessung komplex und nicht immer gut vergleichbar. Drittens braucht es bei vielen Strategien einen längeren Anlagehorizont und eine gewisse Bereitschaft, sich intensiver mit Produktdetails auseinanderzusetzen. Hinzu kommt die Unsicherheit vieler Einsteiger:innen. Begriffe wie ESG, Transition, Themenfonds, Stewardship oder Impact werden im Markt unterschiedlich verwendet. Genau deshalb ist eine klare Abgrenzung so wichtig. Für private Anleger:innen kann es sinnvoll sein, lieber mit einem kleineren Portfolioanteil zu starten und zuerst zu verstehen, wie ein Produkt seine Wirkung begründet. Schweizer Marktbeispiele und aktuelle Perspektive Swiss Sustainable Finance zeigt in seinem Marktbericht 2024, dass nachhaltige Geldanlagen in der Schweiz weiterhin breit verankert sind. Impact-orientierte Strategien bleiben dabei ein spezifischer Teilmarkt innerhalb des grösseren Sustainable-Finance-Sektors. Typische Einsatzfelder in der Schweiz und im internationalen Umfeld sind: – erneuerbare Energien und Energieeffizienz – klimafreundliche Infrastruktur und Gebäudesanierung – Mikrofinanz und finanzielle Inklusion – Gesundheitsversorgung und Bildung – nachhaltige Landwirtschaft und Zugang zu sauberem Wasser Gerade bei privaten Märkten, Infrastruktur und spezialisierten Anleihen finden sich häufig die deutlichsten Impact-Ansätze. Bei börsenkotierten Fonds lohnt sich ein besonders kritischer Blick auf Methodik und Berichterstattung. Die gute Nachricht: Der Markt entwickelt sich weiter. Standardisierung, Regulierung und die Erwartungen von Anleger:innen erhöhen den Druck auf Anbieter, Wirkung klarer zu definieren und transparenter auszuweisen. Für dich als Anleger:in verbessert das langfristig die Vergleichbarkeit – auch wenn der Markt noch nicht vollständig ausgereift ist. Es gibt bereits einen Verbund der sozial- und umweltengagierten Anleger: Das 2009 gegründete Global Impact Investing Network, kurz GIIN, setzt sich international für dieses Geldanlagesystem ein und entwickelt Standards weiter. Hier sind unter anderem Banken wie die UBS, Credit Suisse, Deutsche Bank oder Goldman Sachs engagiert. Impact Investing: Die führende Rolle der Schweiz Die Schweiz zählt seit Jahren zu den wichtigen Standorten für nachhaltige Finanzanlagen und für die internationale Entwicklung des Impact Investing. Das liegt unter anderem an ihrem starken Finanzplatz, an ihrer Rolle im Bereich Vermögensverwaltung und an ihrer Nähe zu internationalen Organisationen und Stiftungen. Aktuelle Daten von Swiss Sustainable Finance, 2024, zeigen, dass nachhaltige Anlagen in der Schweiz auf hohem Niveau etabliert sind, auch wenn sich die Zusammensetzung der Strategien verändert und der Markt professioneller zwischen unterschiedlichen Ansätzen unterscheidet. Gerade diese Differenzierung ist wichtig: Nicht jede nachhaltige Anlage ist Impact Investing, aber die Schweiz bietet gute Voraussetzungen für die Weiterentwicklung glaubwürdiger Impact-Strategien. Auch im internationalen Vergleich bleibt die Schweiz ein relevanter Standort für wirkungsorientierte Anlageplattformen, spezialisierte Asset Manager und Finanzierungsmodelle mit Fokus auf Klima, Energie, Gesundheit und Entwicklungsfinanzierung. Für private Anleger:innen bedeutet das vor allem: Das Angebot dürfte in den kommenden Jahren besser, klarer und stärker auf Wirkung ausgerichtet werden – vorausgesetzt, Transparenz und Qualität bleiben im Zentrum. Für wen eignet sich Impact Investing? Impact Investing passt nicht zu jedem Ziel und nicht zu jedem Risikoprofil. Aber für viele Menschen kann es eine sinnvolle Ergänzung sein – besonders dann, wenn du bewusst mit deinem Geld etwas bewirken willst und bereit bist, dich etwas genauer mit der Anlage auseinanderzusetzen. Wenn dir Wirkung wichtiger ist als maximale Marktbreite Breit gestreute Indexanlagen bilden oft den Gesamtmarkt ab und sind in vielen Fällen kostengünstig. Impact-Produkte sind dagegen meist gezielter ausgerichtet. Das kann zu einer stärkeren Fokussierung auf bestimmte Branchen, Regionen oder Projekte führen. Wenn dir messbare Wirkung wichtig ist, kann diese bewusst engere Auswahl sinnvoll sein. Du solltest aber wissen, dass damit auch andere Risiko- und Renditeprofile verbunden sein können. Wenn du längere Anlagehorizonte akzeptierst Viele Impact-Strategien entfalten ihre Wirkung nicht kurzfristig. Infrastruktur, Energieprojekte oder private Märkte brauchen Zeit. Wenn du rasch auf dein Geld zugreifen musst, sind manche Produkte weniger geeignet. Für langfristige Ziele – etwa Vorsorge oder langfristigen Vermögensaufbau – kann ein längerer Horizont dagegen gut passen. Welche Fragen du vor einer Investition klären solltest Bevor du investierst, helfen dir diese Fragen: Welches Problem soll mit dem Investment konkret adressiert werden? Ist die Wirkung ausdrücklich formuliert oder nur allgemein beschrieben? Wie wird die Wirkung gemessen und wie oft wird darüber berichtet? Welche Kosten, Risiken und Liquiditätsbedingungen gelten? Investiert das Produkt in börsenkotierte Titel, Anleihen, Infrastruktur oder private Märkte? Wie breit ist die Diversifikation? Gibt es Zielkonflikte zwischen Rendite, Wirkung und Verfügbarkeit des Kapitals? FAQ zu Rendite, Liquidität und Wirkungsmessung Ist die Rendite bei Impact Investing automatisch tiefer? Nein. Es gibt keine allgemeine Regel. Manche Produkte zielen auf marktübliche Renditen, andere auf bewusst konzessionäre Renditen zugunsten höherer Wirkung. Entscheidend ist die konkrete Strategie. Ist Impact Investing immer illiquide? Nein. Es gibt liquide Fonds und börsenkotierte Produkte, aber auch weniger liquide Anlagen in private Märkte oder Infrastruktur. Prüfe vorab, wie flexibel du auf dein Geld zugreifen kannst. Kann man Wirkung wirklich messen? Teilweise ja, aber nie vollkommen. Gute Anbieter legen offen, welche Kennzahlen sie nutzen, welche Annahmen dahinterstehen und wo die Grenzen der Aussagekraft liegen. Misstrauisch solltest du werden, wenn grosse Wirkungsversprechen ohne verständliche Methodik kommuniziert werden. Unterm Strich eignet sich Impact Investing besonders für dich, wenn du Rendite und Verantwortung verbinden möchtest, einen längeren Anlagehorizont mitbringst und bereit bist, Produkte kritisch zu prüfen. Dann kann dein Geld nicht nur für dich arbeiten, sondern auch für Lösungen, die in einer nachhaltigen Zukunft wirklich gebraucht werden.