GEAK: Was Sie über den Gebäudeenergieausweis wissen müssen

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone, kurz GEAK, gibt an, wie energieeffizient ein Gebäude ist und wie viel Energie es bei der Standardnutzung benötigt. Alle Fakten zum GEAK und seien Vorteile und Kosten.

GEAK: Was der Gebäudeenergieausweis ist und was er bietet
Foto: © BrianAJackson/ iStock / Getty Images Plus
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GEAK ist der gesamtschweizerisch geltende Gebäudeenergieausweis. Er wurde 2009 eingeführte und gibt Auskunft darüber, wie viel Energie ein  Gebäude benötigt. Auf Basis der von einem GEAK-Fachmann berechneten Daten erhält die Liegenschaft eine Energieetikette, wie man sie von Elektrogeräten kennt.

Die Effizienz wird im Ausweis von A bis G gekennzeichnet. Der Gebäudeenergieausweis ist 10 Jahre ab Erstellung gültig.

Ziel des GEAK: Transparenz über den Energieverbrauch am Schweizer Immobilienmarkt schaffen. Die Klassierung ist für Immobilienbesitzer, Käufer, Verkäufer und Mieter gleichermassen hilfreich.

Fördergelder für Sanierungen

Wer in der Schweiz Gebäude und ganze Liegenschaften energetisch aufwertet und saniert, erhält Unterstützung. Der Bund vergibt Fördergelder aus seinem Gebäudeprogramm. Weiter gibt es kantonale Förderprogramme.

Bestehende Gebäude mit dem GEAK klassifizieren

Wie energieeffizient bestehende Gebäude sind, kann sehr exakt ermittelt werden:

  • Anhand der Gebäudepläne,
  • durch die Energieverbrauchsdaten der letzten Jahre,
  • mit den Erkenntnissen, die ein GEAK-Experte über die Gebäudehülle und die Haustechnik erlangt.

Die Verbrauchswerte, und damit die Klassifizierung nach dem GEAK, berechnen sich grundsätzlich aus zwei Variablen: 

Erstens wird die Gebäudehülle bewertet, zweitens geht es um die Gesamtenergieeffizienz. Um Letztere genau zu berechnen, werden die Heizung und deren tatsächlicher Verbrauch bewertet, der benötigte Haushaltsstrom und allfällige erneuerbare Energien.

Mit diesen Eckpunkten wird die ermittelte, energetische Qualität eines Hauses in eine der verschiedenen Effizienzklassen des GEAK eingestuft.

Zudem bewertet der Ausweis unter anderem die aktuell vorhandene Technik und zeigt empfohlene Massnahmen zur energetischen Sanierung auf.

Tipp: Einen GEAK-Experten für die Erstellung Ihres Gebäudeenergieausweises finden Sie in der Onlineliste mit GEAK-Experten.

GEAK für den Neubau

Die Werte für ein Neubauprojekt werden zunächst anhand der Planungswerte erfasst und berechnet. Diese dürfen vom Bauherr auch kommuniziert werden. Allerdings ist die Einschätzung zunächst provisorisch.

Erst nach Fertigstellung des Gebäudes ermittelt der GEAK-Berater die aktuellen Werte und vergibt eine Klassieifizierung für das neue Gebäude. Diese ist 10 Jahre gültig, allerdings enthält das GEAK-Dokument noch nicht die tatsächlichen Verbrauchswerte.

Die Einstufung des Gebäudes wird frühestens nach drei Kalenderjahren mit den tatsächlichen Verbrauchswerten abgeglichen. Hiernach gibt es die endgültige Zertifizierung gemäss den aktuellen Bestimmungen für Bestandsimmobilien.

GEAK Plus

Noch mehr Informationen und konkrete Hilfestellungen bietet der GEAK Plus. Dieser enthält einen zusätzlichen Beratungsbericht, der umfassende Informationen für die Möglichkeiten der Energieeinsparung und einen Massnahmenplan enthält. Bis zu drei Modernisierungsvarianten werden hier angegeben. Eine Kosteneinschätzung und die Angabe der möglichen Fördermassnahmen sind inklusive.

Für den Erhalt von staatlichen Geldern zur Modernisierung über 10‘000 Franken ist ein GEAK Plus obligatorisch.

So viel kostet ein GEAK

Für ein Einfamilienhaus fallen zwischen 450 und 650 Franken als Kosten an. Bei einem  Mehrfamilienhaus müssen Sie mit Kosten von 500 bis 800 Franken rechnen.

Tipp: In den meisten Kantonen wird der umfassende GEAK Plus finanziell gefördert. Wer energetisch sanieren möchte, sollte sich ihn ausstellen lassen.

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Quellen: hev-schweiz.ch, geak.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann, September 2018

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