Wie ein Zirbenkissen für besseren Schlaf sorgt

Zirbenkissen sollen Menschen mit Schlafproblemen helfen, besser ein- und durchzuschlafen. Sie sind mit den Spänen der Arve, einem Nadelbaum, gefüllt und verbreiten einen angenehm holzigen Duft. Was das Hausmittel wirklich kann und wie du ein Zirbenkissen einfach selber machst.

Zirbenkissen: Wirkung und Anwendung für besseren Schlaf
Zirbenkissen sollen Menschen mit Schlafproblemen zu besserem Schlaf verhelfen. Foto © Mladen Zivkovic / iStock / Getty Images Plus
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Was sind Zierbenkissen? | Wirkung und Anwendung von Zirbenkissen | Sind Zirbenkissen gesund? | Lässt der Duft von Arvenkissen nach? | Was wenn der Duft nachlässt? | Zirbenkissen selber machen | Wo kann ich Zirbenkissen kaufen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zirbenkissen können Personen mit Schlafproblemen helfen, in der Nacht zur Ruhe zu kommen.
  • Zirbenkissen sind mit Spänen der Arve gefüllt und sorgen so für einen wohltuenden Duft im Schlafzimmer.

  • Reine Arvenkissen sind klein und werden neben das Kopfkissen gelegt; für Kopfkissen werden die Späne mit Schafwolle oder Hirse gemischt.

Etwa ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer hat Probleme, nachts zur Ruhe zu kommen. Der Griff zu Schlafmitteln scheint für viele dann der einzige Ausweg, um am Morgen nicht komplett gerädert aus dem Bett zu steigen. 

Viele Schlafmittel können aber süchtig machen oder haben Nebenwirkungen. Es lohnt sich daher, natürliche Schlafmittel gegen Schlafprobleme in Betracht zu ziehen – wie etwa das Zirbenkissen. Das mit Spänen der Zirbe gefüllte Kissen soll durch seinen Duft die Nachtruhe verbessern. 

Was ist ein Zirbenkissen?

Zirbenkissen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Eines aber haben alle gemein: Sie sind mit Spänen der frisch geschlagenen Zirbe (auch Arve genannt) gefüllt. Zum besseren Einschlafen werden diese Kissen einfach mit ins Bett gelegt. In der Schweiz sind Zirbenkissen vor allem unter dem Namen Arvenkissen bekannt.

Was den Zirbenbaum ausmacht

Die «Königin der Alpen» wird diese Kiefernart genannt, die unter widrigsten Bedingungen in den alpinen Hochgebirgslagen in Höhen zwischen 1'400 und 2'500 Metern wächst. Die grössten Bestände der bis zu 1'000 Jahre alt werdenden Zirbe finden sich im Alpenraum.

Die Zirbe ist die Königin der Alpen und wird unter anderem in Kissen verarbeitet.

Die Zirbe wächst nur in hohen Lagen. Foto: © Magobert, SondraP / iStock / Thinkstock

Die Arve wächst sehr langsam und wird seit Jahrhunderten wegen ihrer lebendigen Maserung genutzt. Wand- und Deckenbeschläge werden daraus ebenso angefertigt wie Möbel oder eben Zirbenkissen.

Zirbenkissen: Wirkung und Anwendung

Die Verwendung von Zirbenholz als Schlafmittel geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Auch heute noch schwören viele Menschen auf den angenehmen Duft der Zirbe. Dieser soll wohltuend und schlaffördernd wirken. 

Die Füllung von Zirbenkissen kann zu 100 Prozent aus den Holzflocken der Arve bestehen. Dann sind die Kissen meistens eher klein und handlich, sodass sie beim Schlafen neben das Kopfkissen gelegt werden können und dort ihren Duft hinterlassen. Die Kissenhülle besteht dann meist aus Baumwolle oder Leinen.

Sollen die Zirbenkissen als Kopfkissen verwendet werden, werden die Späne mit Schafwolle oder Hirse gemischt und in Kissen aus Baumwolle oder Leine abgefüllt. Reine Zirbenkissen als Kopfkissen sind wenig geeignet, da die Späne wenig oder gar nicht federn.

Übrigens: Positive Nebeneffekte von Zirbenkissen sollen sein, dass ihr Geruch entzündungshemmend und antibakteriell wirkt sowie Kopfmerzen lindert.

Wie gesund ist ein Zirbenkissen?

Die Wirkung von Zirbenkissen ist wissenschaftlich nicht belegt. Es liegt lediglich eine Studie zu Zirbenholz vor, die jedoch nie von einem wissenschaftlichen Magazin veröffentlicht wurde. Der Untersuchung der Forschungsgesellschaft Joanneum Research nach soll sich die Herzfrequenz von Personen verringern, die in einem Zimmer mit Möbeln aus Zirbenholz schlafen. Zudem sollen die Probandinnen und Probanden über eine bessere Schlafqualität verfügt haben, wenn sie in einem Bett aus Zirbenholz nächtigten.

Ob der angenehm holzige Duft dir wohltut und deinen Schlaf verbessert, testest du am besten selbst aus.

Wie kann ich ein Zirbenkissen selber machen? 

Ein Zirbenkissen selber zu machen, ist einfacher, als es tönt. 

Was du brauchst:

  • Befüllkissen 20x20 Zentimeter (kann in Bastelläden gekauft werden)
  • Arvenspäne 

Befülle das Kissen mit den Spänen und nähe es anschliessend von Hand oder mit einer Nähmaschine zu. Für die Verwendung kannst du optional einen Kissenbezug über das Kissen ziehen.

Wo kann ich Zirbenkissen kaufen?

Beim Kauf eines Arvenkissens empfehlen wir, auf die Herkunft des Arvenholzes zu achten. Vielmals werden Kissen verkauft, die aus unkontrolliertem Abbau in Osteuropa stammen. Bei Bio-Arvenkissen stammen Zirbenholz sowie Schafwolle aus der Schweiz.

Wie lange hält ein Zirbenkissen?

Der Duft, den die Zirbe versprüht, sollte nicht gänzlich vergehen. Es kann aber sein, dass der wohltuende Duft nach ein bis zwei Jahren nachlässt. 

Zirbenkissen auffrischen – geht das?

Hat dein Zirbenkissen an Duft verloren, gibt es zwei Möglichkeiten, diesen zurück in dein Schlafzimmer zu holen. 

Da der Duft der Zirbe eigentlich nicht verloren geht, kann das angenehme Aroma ganz einfach reaktiviert werden. Befindet sich das Kissen nämlich das ganze Jahr über im trockenen Zimmer, kann es durchaus sein, dass der Duft nach einer gewissen Zeit nicht mehr so stark ist. Legst du das Kissen dann an einem feuchten Tag nach draussen, wird der Duft durch die Feuchtigkeit reaktiviert.

Sollte Feuchtigkeit nicht den gewünschten Effekt mit sich bringen, kannst du das Kissen auch einfach öffnen und frische Späne unter die restliche Kissenfüllung mischen. Anschliessend kannst du das Kissen wieder zunähen.

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