Energie sparen: So wäscht dein Geschirrspüler noch effizienter Regina Rohland Geschirrspüler arbeiten heute oft erstaunlich sparsam. Wie umweltfreundlich dein Gerät im Alltag wirklich ist, hängt aber stark davon ab, wie du es belädst, welches Programm du wählst und wie gut Wartung und Standort passen. Gerade für Familien, in denen fast täglich gespült wird, machen kleine Gewohnheiten über das Jahr hinweg einen spürbaren Unterschied bei Strom-, Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Foto: © Jaroslav74 / iStock / Thinkstock Im Vergleich zum Abwasch von Hand ist ein moderner, gut beladener Geschirrspüler in der Regel die ressourcenschonendere Wahl. Das zeigt auch die aktuelle Einschätzung von EnergieSchweiz und der S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz: Besonders effizient ist das Spülen, wenn das Gerät voll beladen ist und ein Eco-Programm genutzt wird. Der wichtigste Hebel ist dabei nicht möglichst hohe Temperatur, sondern ein sparsamer Umgang mit Wasser und das bedarfsgerechte Aufheizen. Viele Menschen glauben, ein kurzes Programm spare automatisch Energie. Das stimmt oft nicht. Eco-Programme dauern zwar länger, benötigen aber meist weniger Strom, weil sie mit tieferen Temperaturen arbeiten und das Wasser effizienter nutzen. Laut EnergieSchweiz, 2024 sind Eco-Programme bei normal verschmutztem Geschirr in der Regel die beste Wahl für Umwelt und Haushaltsbudget. Energie sparen beginnt beim Einräumen Am meisten sparst du, wenn du den Geschirrspüler erst startest, wenn er sinnvoll gefüllt ist. «Sinnvoll» heisst nicht überladen: Wasser und Sprüharme müssen alle Flächen erreichen können. Kleine, leichtere und weniger stark verschmutzte Teile gehören meist nach oben, grössere und stärker verschmutzte Teile nach unten. Schüsseln, Teller und Pfannen sollten so stehen, dass die verschmutzte Seite zum Sprüharm zeigt und sich Teile möglichst nicht gegenseitig abschirmen. Wichtig für Familien im Alltag: Trinkflaschen, Znüniboxen, Babygeschirr oder Dosen mit Vertiefungen sollten so platziert werden, dass kein Wasser darin stehen bleibt. Sonst muss am Ende nachgespült oder erneut gewaschen werden, was den Spareffekt wieder mindert. Auch Besteck wird sauberer, wenn Löffel und Gabeln nicht eng ineinander klemmen. Bei Messern gilt aus Sicherheitsgründen: Griffe nach oben nur dann, wenn der Besteckkorb das gefahrlos zulässt. Vorspülen ist meist unnötig Ein häufiger Irrtum ist, dass Geschirr vor dem Einräumen gründlich unter fliessendem Wasser abgespült werden müsse. In den meisten Fällen reicht es, grobe Speisereste zu entfernen. Moderne Maschinen und Reiniger sind darauf ausgelegt, normale Verschmutzungen zu lösen. Vorspülen unter dem Wasserhahn ist in der Regel unnötig und verschwendet Wasser und Energie. Gerade im Familienalltag ist das entlastend: Du musst nicht jedes Tellerchen perfekt vorsäubern. Entferne einfach Essensreste wie Teigwaren, Reis, Knochen oder grosse Gemüsestücke. Eingetrocknete Rückstände sind kein Grund, automatisch zum heissesten Programm zu greifen. Oft reicht ein normales oder Eco-Programm, wenn das Geschirr richtig einsortiert ist. Welches Programm wirklich spart Für normal verschmutztes Geschirr ist das Eco-Programm fast immer die beste Option. Es spart Energie vor allem deshalb, weil das Wasser weniger stark erhitzt wird. Dass das Programm länger dauert, ist kein Nachteil, sondern Teil des Sparprinzips. Die längere Laufzeit ersetzt ein Stück weit die höhere Temperatur. Ein Automatikprogramm kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn dein Gerät Verschmutzung und Beladung zuverlässig erkennt. Intensivprogramme solltest du für stark verschmutzte Töpfe, Auflaufformen oder hygienisch anspruchsvolle Situationen reservieren, etwa nach einem Magen-Darm-Infekt im Haushalt. Für leicht verschmutzte Gläser oder Frühstücksgeschirr kann ein Kurzprogramm passend sein, aber nicht jedes Kurzprogramm spart Strom. Schau deshalb weniger auf die Dauer als auf die Verbrauchsangaben deines Geräts. Wenn dein Geschirrspüler eine Startzeitvorwahl hat und dein Haushalt Solarstrom nutzt oder günstigere Stromzeiten hat, kann es zusätzlich sinnvoll sein, das Gerät dann laufen zu lassen, wenn lokal verfügbare Energie gut genutzt werden kann. Das spart nicht immer direkt Energie, kann aber die Klimabilanz verbessern. Temperatur: So viel wie nötig, nicht mehr Für den Alltag reichen bei normal verschmutztem Geschirr oft moderate Temperaturen. Höhere Temperaturen verbrauchen mehr Energie und sind nicht standardmässig nötig. Gleichzeitig gibt es Ausnahmen: Bei stark fettigem Geschirr, bei sehr hartnäckigen Speiseresten oder in Haushalten mit erhöhtem Hygieneanspruch kann ein heisseres Programm sinnvoll sein. Wichtig ist auch die Gerätehygiene. Wenn du fast immer nur im Niedrigtemperaturbereich spülst, können sich auf Dauer Fette und Biofilme im Innenraum, an Dichtungen und in Sieben ablagern. Fachstellen wie das Umweltbundesamt empfehlen deshalb, das Gerät regelmässig zu reinigen und je nach Nutzung gelegentlich ein heisseres Pflege- oder Maschinenreinigungsprogramm laufen zu lassen. Reinigungsmittel: Weniger ist oft mehr Auch beim Reinigungsmittel lohnt sich ein genauer Blick. Entscheidend ist, dass du korrekt dosierst. Zu viel Reiniger belastet unnötig Gewässer und kann Rückstände fördern, zu wenig Reiniger führt zu schlechter Reinigungsleistung und eventuell zu erneutem Spülen. Beachte deshalb die Herstellerangaben für Wasserhärte und Verschmutzungsgrad. Ob Tabs, Pulver oder Gel besser sind, hängt vom Gerät und deinem Haushalt ab. Pulver hat den Vorteil, dass es sich oft feiner dosieren lässt. Das ist praktisch, wenn der Geschirrspüler nicht immer maximal verschmutzt ist. Zusätzlich helfen Regeneriersalz und Klarspüler dort, wo das Gerät oder die Wasserhärte es erfordern. Das verbessert nicht nur das Spülergebnis, sondern kann auch verhindern, dass du wegen Kalkflecken oder Schlieren nacharbeitest. Trocknen ohne Zusatzenergie Wenn das Programm beendet ist, kannst du das Geschirr oft energiesparend trocknen lassen, ohne zusätzliche Funktionen zu aktivieren. Viele Geräte trocknen bereits mit der Restwärme. Falls dein Modell keine automatische Türöffnung hat, hilft es, die Tür nach Programmende einen Spalt zu öffnen, sobald das sicher möglich ist. So entweicht der Wasserdampf schneller und das Geschirr trocknet besser nach. Besonders Kunststoffteile bleiben oft länger feucht. Das ist kein Zeichen für ein schlechtes Gerät, sondern materialbedingt. Wenn du sie kurz abtrocknest statt einen zusätzlichen Trocknungsmodus zu nutzen, sparst du ebenfalls Energie. Wartung senkt den Verbrauch Ein verschmutztes Sieb, verkalkte Sprüharme oder verstopfte Düsen verschlechtern die Reinigungsleistung. Dann steigt das Risiko, dass Geschirr zweimal gespült wird. Reinige deshalb Sieb und Dichtungen regelmässig, kontrolliere die Sprüharme auf Ablagerungen und entkalke das Gerät bei Bedarf. Laut S.A.F.E., 2024, gehört die regelmässige Pflege zu den einfachen, aber wirksamen Massnahmen für einen effizienten Betrieb. Wenn dein Geschirrspüler schon älter ist, kann sich auch ein Blick auf die Effizienzklasse und die tatsächlichen Verbrauchswerte lohnen. Neue Geräte sind nicht automatisch in jedem Punkt besser, aber moderne Modelle arbeiten oft deutlich sparsamer pro Spülgang. Relevant sind dabei nicht Werbeaussagen, sondern die standardisierten Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch. Tipp: Auch der Standort spielt eine Rolle Ein Geschirrspüler sollte möglichst nicht direkt neben Geräten stehen, die dauerhaft kühlen müssen, etwa einem Kühlschrank oder einem Gefrierschrank. Die Abwärme kann dazu führen, dass das Kühlgerät mehr arbeiten muss. Wenn sich eine direkte Nachbarschaft baulich nicht vermeiden lässt, helfen gute Belüftung und genügend Abstand gemäss Herstellerangaben. Auch warme Standorte, direkte Sonneneinstrahlung oder schlecht belüftete Nischen sind ungünstig. In einer Küche mit mehreren grossen Elektrogeräten lohnt es sich deshalb, schon bei der Planung auf sinnvolle Anordnung und Luftzirkulation zu achten. Umweltfreundlicher abwaschen: Schadstoffe und Missverständnisse Frühere Empfehlungen rund um Phosphate sind heute differenzierter zu betrachten. In der Schweiz und der EU sind Phosphate in Maschinengeschirrspülmitteln für den Haushalt seit Jahren stark eingeschränkt beziehungsweise verboten. Für dich heisst das: Der grössere Umwelthebel liegt heute meist nicht in der Angst vor Phosphaten, sondern in der richtigen Dosierung, in umweltbewussten Produkten und darin, nur wirklich spülmaschinengeeignete Materialien einzuräumen. Nicht alles gehört in die Maschine: empfindliches Holz, manche beschichteten Pfannen, Kristallglas, bestimmte Kunststoffe oder Gegenstände mit Klebeverbindungen können beschädigt werden oder Stoffe freisetzen. Wenn du unsicher bist, hilft der Blick auf die Herstellerhinweise. Das schützt Material, Gesundheit und Umwelt gleichermassen. Was gerade Familien im Alltag wirklich hilft Nachhaltigkeit muss nicht perfekt sein, um wirksam zu sein. Gerade mit Kindern ist der Küchenalltag oft dicht getaktet. Hilfreich sind deshalb einfache Routinen: Essensreste direkt in den Bioabfall streifen, Geschirr abends gesammelt einräumen, das Eco-Programm als Standard speichern und das Sieb einmal pro Woche kontrollieren. So wird Energiesparen zur Gewohnheit statt zur Zusatzaufgabe. Wenn du häufig nur halb volle Maschinen hast, kann es sich lohnen, das Geschirr über den Tag zu sammeln, statt mehrmals kleine Ladungen laufen zu lassen. Gleichzeitig gilt: Verdrecktes Geschirr sollte nicht tagelang stehen, wenn dadurch Gerüche oder eingetrocknete Beläge entstehen und später doch ein stärkeres Programm nötig wird. Ein guter Mittelweg ist meist am effizientesten. Fazit Ein Geschirrspüler ist dann besonders nachhaltig, wenn du ihn voll, aber nicht überladen betreibst, auf Vorspülen verzichtest, überwiegend das Eco-Programm nutzt und das Gerät regelmässig pflegst. So sparst du Wasser, Strom und oft auch Nerven im Alltag. Für Familien ist das besonders wertvoll: kleine, machbare Schritte mit spürbarer Wirkung.