Schweizer Kleidersammlung umkämpft: Texaid bekommt harte Konkurrenz

Die Alleinherrschaft von Texaid über den Schweizer Berg an Altkleidern ist nun vorüber. Profitorientierte Konzerne haben das lukrative Geschäft mit der Kleidersammlung erkannt und kämpfen mit Texaid um unsere abgelegten Kleider. Aber wem kann man seine Kleider wirklich anvertrauen?

Kleidersammlung in der Schweiz: Konkurrenz für Texaid
Texaid behauptete sich bislang auf dem Schweizer Altkleider-Markt. Jetzt bekommt das Unternehmen Konkurrenz. Foto: Texaid
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Im vergangenen Jahr zählte Texaid zum ersten Mal seit 35 Jahren einen Rückgang an eingesammelter Kleidung. Als Gründe hierfür gibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung die verschärfte Konkurrenzsituation und eine stärkere Zurückhaltung der Schweizer Bürger in Sachen Kleiderentsorgung an.

So machen Sammelboxen in H&M- und Vögele-Shoes-Filialen Texaid die Altkleider nun streitig. Hinter diesem neuen Geschäftsmodell steckt die Schweizer Firma I:Collect, die von der Wiederverwertung von Schuhen und Textilien profitiert.

Profit durch Kleidersammlung

Das erstmals unter Druck gesetzte Unternehmen Texaid möchte sich der neuen Herausforderung stellen und kopiert künftig das I:Collect-Modell. Ab diesem Herbst soll der Experte für Kleidersammlungen ebenfalls in Modeläden auf Altkleider-Fang gehen. Texaid-Sprecherin Lilly Sulzbacher bestätigt dies gegenüber 20min.ch: «Wir sind Partnerschaften mit zwei Schweizer Modeketten eingegangen». Vorwürfe, Texaid strebe zu sehr nach Profit, werden von dem Schweizer Konzern abgewiesen. Im letzen Jahr seien immerhin 90 Prozent des durch Kleidersammlungen erwirtschafteten Betrags an Hilfsorganisationen weitergeleitet worden, so Sulzbacher. Aber die Profitgier wird auch anderen Sammlern unterstellt. Kritiker sehen die Aktion bei H&M etwa nur als Greenwashing an.

Warum Altkleidersammlung ein lukratives Geschäft und damit eine soziale Aktion mit Beigeschmack ist und wer wirklich von unseren abgelegten Klamotten profitiert, zeigt unser Artikel «Ist Altkleidersammlung sinnvoll? Positive und negative Effekte».

Quellen: 20min.ch, Texaid; Text: Petra Zölle