Beste Luftqualität: Zürcher atmen sauberste Stadtluft in Europa

Das Europäische Umweltbüro (EEB) misst regelmässig die Luftqualität in 23 europäischen Metropolen. Dieses Jahr überzeugte Zürich dabei mit den besten Messwerten von allen, das verdankt die Stadt auch ihrer effektiven Umweltpolitik.

Luftqualität in der Schweiz: Zürich Klassenprimus in Europa
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Die Luftqualität in Zürich, wie in den anderen Städten, wurde anhand von neun Variablen bewertet, dazu gehören etwa die Förderung des öffentlichen Verkehrs oder die Reduktion der Treibhausgase. Die Angabe des Gesamtergebnisses folgt dem internationalen Schulnotensystem von A bis F, wobei A die beste Note ist, die jedoch keine Stadt erreichte. Die höchste vergebene Note B+ ging dieses Jahr nur an Zürich, kurz darauf folgen mit B Copenhagen und Wien sowie Stockholm mit B-.

Zürich verdankt Luftqualität auch engagierter Umweltpolitik

Noch vor ein paar Jahren herrschte in Zürich stetig dicke Luft. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite erklärt, wurden in der Vergangenheit regelmässig die Grenzwerte von Problemstoffen wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon überschritten. Das veranlasste die Stadtoberen dazu in 2011 einen Massnahmenplan zur Luftreinhaltung aufzustellen. Hierdurch sollten die Hauptverursacher für die schlechte Luftqualität in Zürich, und zwar der motorisierte Strassenverkehr, Industrieabgase und Befeuerungen, eingedämmt werden.

Auch wenn es heute noch immer ab und zu Grenzwertüberschreitungen gibt, haben diese Massnahmen viel zur Verbesserung der Luftqualität beigetragen. Das zeigt auch der Aufstieg in dem jährlichen Ranking. 2011 schaffte es Zürich nämlich nur auf den 5. Platz. Laut dem Bericht der EEB sind unter anderem Gründe für den diesjährigen ersten Platz, dass die Zahl der bewegten Autos innerhalb der Stadt merklich gesunken ist. Drastische Beschränkungen für Dieselfahrzeuge, Lastkraftwagen oder Baumaschinen sollen ebenso Wirkung zeigen wie die Förderung sauberer Transportformen, vom öffentlichen Verkehr bis zum Velo, wie die Handelszeitung berichtet.

Die Verlierer: Wo in Europa richtig dicke Luft herrscht

Laut EEB-Studie gibt es auch Verlierer im Städteranking in Sachen Luftreinheit. Schlusslicht bildet die Stadt Luxemburg, die unter anderem wegen ihres vergleichsweise sehr starken Autoverkehrs abgewertet wurde. Zwar etwas besser als Luxemburg, aber ebenfalls mit der Note F komplett durchgefallen, sind Düsseldorf und Stuttgart bei der Luftqualität. Auch in Rom und Lissabon herrscht laut EEB ganz schön dicke Luft. Das gesamte Ranking mit den genauen Bewertungen finden Sie auf Englisch unter sootfreecities.eu.

Zürichs Luftqualität soll sich noch weiter verbessern

Trotz der Verbesserungen will die Stadt nicht die Hände in den Schoss legen, wie das Konzept «Stadtverkehr 2025 – Zürich macht vorwärts» verspricht. Zwar gehe man von einer steigenden Bewohnerzahl aus, doch dies soll sich nicht negativ auf die Luftqualität auswirken. Mit einem entsprechenden «Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mit Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr sowie  einer attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raums» will man hier entgegenwirken, wie es in dem Strategiepapier zu dem Konzept heisst.

Quellen: Handelszeitung.ch, Stadt-Zuerich.ch, Sootfreecities.eu/city

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann