Was du vor dem Kauf eines E-Bikes wissen musst Jürgen Rösemeier-Buhmann Was für ein E-Bike soll ich kaufen? Welche Leistung soll der Motor haben, welche Reichweite ist gut und was bedeutet eigentlich ein Drehmoment von 50 Nm? Im E-Bike-Angebotsdschungel verliert man schnell den Überblick! Unser Ratgeber hilft dir weiter. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken © AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus Wer sich überlegt, ein E-Bike zu kaufen und im Internet losstöbert, findet sich schnell in einem Dschungel an Informationen und Elektrovelo-Angeboten. Welcher Motor soll es denn nun sein, welche Reichweite brauchst du, wie viele Gänge? Welcher Akku ist gut und welches Gewicht bringt er aufs Elektrofahrrad? Hier bekommst du eine klare Orientierung: von der passenden E-Bike-Klasse in der Schweiz über Motor und Akku bis zur Probefahrt. Schnell-Check: E-Bike-Klassen und Pflichten in der Schweiz Bevor du Modelle vergleichst, klär zuerst die Kategorie. In der Schweiz hängen Ausrüstung, Nutzung (zum Beispiel auf Radwegen) und administrative Pflichten stark davon ab, ob du ein langsames E-Bike (bis 25 km/h), ein S-Pedelec (bis 45 km/h) oder ein (schweres) Cargo-E-Bike fährst. Die Details können sich ändern und werden kantonal oder lokal teils zusätzlich signalisiert. Für deine Planung gilt: Entscheide die Klasse zuerst, dann such das passende Modell. 25 km/h (langsames E-Bike): das gilt im Alltag Diese Klasse ist für viele Familien und Pendler:innen die unkomplizierteste Wahl: Du bist im Alltag flexibel, kommst zügig voran und bewegst dich rechtlich am nächsten am klassischen Velo. Wichtig ist vor allem: Du brauchst ein verkehrstaugliches Setup (Licht, Bremsen, sichtbare Ausrüstung) und solltest die Unterstützung so wählen, dass du dich im Mischverkehr sicher fühlst. Wichtig für die Sichtbarkeit: In der Schweiz gilt für E-Bikes tagsüber Lichtpflicht. Plane das bei der Auswahl mit ein: gute Frontleuchte, Rücklicht mit Standlichtfunktion und ein System, das auch bei Regen und Kälte zuverlässig bleibt. 45 km/h (S-Pedelec): Führerausweis, Kontrollschild, Ausrüstung S-Pedelecs sind für längere Pendelstrecken attraktiv, aber sie bringen deutlich mehr Pflichten und Sicherheitsanforderungen mit. Du brauchst je nach Situation die passenden Ausweise und eine Ausrüstung, die zu Tempo und Bremswegen passt. Prüfe ausserdem früh, wo du mit einem S-Pedelec fahren darfst (Radwegbenutzung ist nicht überall gleich geregelt, lokale Signalisation ist entscheidend). Helm: Trage konsequent einen passenden Helm; bei höheren Geschwindigkeiten sind Modelle mit guter Abdeckung und Passform besonders wichtig. Spiegel: Für das sichere Einordnen im Verkehr zentral. Kontrollschild/Versicherung: Je nach Ausführung und Vorgaben obligatorisch. Tacho: Hilft, Tempo im Griff zu behalten – gerade dort, wo du mit anderen Verkehrsteilnehmenden teilst. Hinweis: Die konkrete rechtliche Einordnung und die Pflichten (Ausweis, Ausrüstung, Verkehrsflächen) solltest du vor dem Kauf anhand eines aktuellen Regel-Guides prüfen. Schwere Cargo-E-Bikes: was sich seit 1. Juli 2025 geändert hat Cargo-E-Bikes sind für Familien ein echtes Auto-Alternativsystem, aber Gewicht, Breite, Bremsen und die Nutzung von Verkehrsflächen sind entscheidend. Seit 1. Juli 2025 gelten für schwere Cargo-E-Bikes in der Schweiz neue bzw. präzisierte Regelungen je nach Kategorie, insbesondere rund um zulässige Gesamtgewichte und wo du fahren darfst. Callout: Je nach Kategorie können Cargo-E-Bikes bis in hohe Gesamtgewichtsbereiche fallen (bis 450 kg Gesamtgewicht in bestimmten Kategorien). Das beeinflusst Sicherheitsanforderungen, Bremsen, Zuladung und Verkehrsflächen. Praxis-Tipp für Eltern: Rechne nicht nur das Gewicht der Kinder, sondern auch Taschen, Schloss, Regenverdeck, Einkäufe und im Winter das zusätzliche Zubehör ein. Und: Halte dich konsequent an lokale Signalisation zur Radwegbenutzung – sie kann je nach Ort variieren. Der Motor: Am Anfang steht der Antrieb Zwei Dinge machen ein E-Bike aus: Der Motor, der für Vortrieb sorgt, und ein Speichermedium für die benötigte Energie, das Akku. Doch zunächst alles Wichtige zum E-Bike-Motor. Es gibt drei Positionen, an denen der Motor angebracht sein kann. Am Vorderrad Am Hinterrad Am Tretlager, dann Mittelmotor genannt Mit dem Vorderradmotor fing die Elektrifizierung der Velos an. Kein Wunder, denn es ist die einfachste Methode, für Vortrieb zu sorgen. Hier spricht der Fachmann auch von Nabenmotor, da dieser die Nabe ersetzt und ihre Position einnimmt. Der Motor am Heck, ebenfalls ein Nabenmotor, schiebt dich vorwärts über das angetriebene Hinterrad. Und dann gibt es noch den Mittelmotor, manchmal auch noch Tretlagermotor genannt, der das Tretlager eines konventionellen Velos ersetzt. Vor- und Nachteile der verschiedenen Antriebsarten Der Vorderradantrieb war lange Zeit der gängigste und ist heute noch vor allem in günstigeren E-Bikes verbaut. Der grosse Minuspunkt ist die Gewichtsverteilung. Während ein Vorderrad an einem motorlosen Velo oft sehr leicht ist, bringt der Motor ganz schön viel Gewicht mit – zum Nachteil des Handlings. Man kann das Fahrgefühl in etwa mit einem vollen Korb vergleichen, den du am Lenkrad hängen hast. Zudem soll es durch diesen Motor zu verstärktem Verschleiss der Gabel kommen. Der Hinterradmotor folgte entwicklungstechnisch auf den am Vorderrad. Er hat gegenüber diesem Motor den Vorteil, dass er das Fahrgefühl nicht sonderlich beeinflusst und dass der Rahmen stabiler für den Einbau des Motors ist. Das zusätzliche Gewicht auf dem Hinterrad führt zu einem stärkeren Antrieb. Am besten und deutlich sportlicher ist der Mittelmotor. Nachteilig ist zwar eine höhere Belastung der Kette, dafür sorgt er für einen tieferen Schwerpunkt, was Vorteile beim Fahren bringt. Zudem sind Heckmotoren oft leiser als Mittelmotoren. Mittelmotoren sind heute das gängigste Antriebssystem. Das Drehmoment des Motors Das Drehmoment, angegeben in Newtonmeter (Nm), ist die Kraft, mit der dich der Motor beim Treten unterstützt. Je höher das Drehmoment, desto stärker ist die Unterstützung – vor allem beim Anfahren, an Steigungen und mit Zuladung (zum Beispiel Kindersitz, Anhänger oder Einkäufe). 50 Nm ist ein typischer Wert, den viele Einsteiger-E-Bikes liefern. Diese Unterstützung ist beispielsweise für City-Fahrten, flache Strecken oder kurze Touren bei guter Fitness oft ausreichend. 70 Nm ist dagegen eine kräftige Kennzahl, die viele höherpreisige Räder liefern. Damit lassen sich auch längere Strecken und moderate Anstiege entspannter bewältigen – besonders, wenn du regelmässig mit Gepäck unterwegs bist. Manche sportliche Modelle liegen noch höher. Warum ist eine gute Motorsteuerung wichtig? Eine gute Motorsteuerung reagiert fein auf deine Tretkraft und liefert dadurch eine gleichmässige, gut dosierbare Unterstützung. Das fühlt sich nicht nur natürlicher an, sondern ist im Familienalltag auch ein Sicherheitsfaktor: Du kannst in engen Situationen (Kreuzungen, bei Kindern auf dem Schulweg, in Tempo-30-Zonen) kontrollierter anfahren und beschleunigen. Einfache Systeme reagieren eher auf das reine Drehen der Pedale statt auf die Kraft – das kann zu ruckartigen Beschleunigungen führen. Tipp: Alle drei E-Bike-Motoren gibt es für die meisten konventionellen Bikes als Umbausatz. Bei welchen Velos der Umbau funktioniert, ob es sich lohnt, was das kostet und was du sonst noch wissen musst, das erfährst du in unserem Ratgeber zu E-Bike-Umbausätzen. Der Ratgeber listet noch weitere Vor- und Nachteile der drei genannten Antriebsarten auf. Pedelec, S-Pedelec Pedelec ist ein heute weniger gebräuchlicher Begriff. Gemeint ist in der Regel ein E-Bike, das dich nur dann unterstützt, wenn du trittst, und dessen Unterstützung bei 25 km/h endet. Typisch ist dafür ein Motor mit bis zu 250 Watt Nenndauerleistung. Flotter geht es mit einem S-Pedelec voran. Dieses kann dich bis zu 45 km/h unterstützen. Dafür gelten in der Schweiz zusätzliche Anforderungen (Zulassung, Versicherung, Ausrüstung und je nach Situation Ausweis). Umgangssprachlich werden beide Kategorien oft einfach «E-Bike» genannt – für Kauf und Alltag lohnt sich die Unterscheidung aber unbedingt. Reichweite des Elektrovelos: Akkuleistung, Gewicht, Gelände Motor und Akku bilden die Einheit, die Kraft und Ausdauer, aber auch häufig die Einsatzgebiete des E-Bikes bestimmt. Die Akkuleistung wird meist in Wattstunden (Wh) angegeben, manchmal auch in Amperestunden (Ah). Für den Vergleich ist Wh die praktischere Grösse, weil sie die Energiemenge direkt ausdrückt. Die Akkuleistung ist einfach erklärt: Je mehr Wh, desto mehr Reserven hast du. Das kann mehr Reichweite bedeuten, aber auch mehr «Komfort» über Steigungen, bei Gegenwind oder mit Zuladung – ohne dass du ständig im höchsten Unterstützungsmodus fahren musst. Häufig sind 400 Wh oder 500 Wh, wobei 500 Wh rund 25 Prozent mehr Energie bedeuten. Viele aktuelle Systeme bieten auch 625 Wh oder mehr, teilweise mit der Option auf einen zweiten Akku. Bei Reichweitenangaben von Herstellern gilt: Sie sind Richtwerte unter bestimmten Testbedingungen. In der Praxis hängt die Reichweite stark von Zuladung, Höhenmetern, Reifendruck, Reifenbreite, Wind, Temperatur, Untergrund, Fahrstil, Unterstützungsstufe, Wartungszustand und dem Alter des Akkus ab. Und natürlich davon, ob du ohne Unterstützung fährst. Eine Beispiel-Rechnung: Dein E-Bike hat einen 500 Wh Akku. Der Hersteller gibt Folgendes zur Reichweite an: 55 km unter extremen Bedingungen (übermässige Steigung, extremer Gegenwind oder sehr schwere Last) 110 km unter guten Bedingungen 180 km unter idealen Bedingungen Tipp: Reichweitenmässig wird es luxuriös, wenn du dich ab Werk oder zum Nachrüsten für ein zweites Akku entscheidest. Immer mehr Hersteller bieten diese Möglichkeit an, von beispielsweise ursprünglichen 500 Wh auf 1‘000 Wh aufzurüsten. Preis für den (Fahr-)Spass: Zusätzliche 600 bis 700 Franken. Das ist übrigens auch etwa der Preis für einen Ersatzakku. Wie viel Leistung brauche ich? Eine Kurzformel Motorspezifikationen und Akkuleistung sind wichtige Kaufkriterien. Als Faustregel gilt: Für kurze Ausflüge reichen oft tiefere Leistungsdaten. Für den täglichen Pendelweg, häufige Steigungen, Kindertransport oder regelmässig längere Touren sind mittlere bis hohe Leistungsreserven (Drehmoment und Akku) spürbar angenehmer. Was für ein E-Biketyp bin ich? Sind wir in Sachen Leistungsdaten etwas schlauer, stellt sich vor dem E-Bike-Kauf nun die Frage: Was für ein Bike-Typ darf es denn sein? Denn wie bei konventionellen Velos gibt es auch unter den Elektrorädern die unterschiedlichsten Typen. Diese sind im Folgenden kurz erläutert: Das Trekking-E-Bike Das Trekking-E-Bike gehört zu den Allroundern. Damit fährst du über Land, auch mit Gepäck, und beim regelmässigen Einsatz als Pendlervelo macht es ebenfalls eine gute Figur. City-E-Bike Das City-E-Bike ist für Menschen, die eher kürzere Strecken fahren, vor allem auf befestigten Strassen und vielleicht mal einen Ausflug unternehmen (zum Beispiel an den See). Meist ist es voll alltagstauglich ausgerüstet: Beleuchtung, Ständer, Schutzbleche und oft Gepäckträger. Häufig ist eine Nabenschaltung verbaut, während sportlichere Varianten eher eine Kettenschaltung haben. E-Mountainbike & Fully-E-Bike Wie das klassische Mountainbike ist auch das elektrifizierte Mountainbike für Menschen, die gern auf unbefestigten Wegen unterwegs sind. Wenn es regelmässig anspruchsvoll bergab geht, ist ein Fully-E-Bike (vollgefedert) die konsequentere Lösung. Cross-E-Bike Cross-E-Bikes sind ein Zwitter aus Touren-, Mountainbike und Alltagsvelo, die sich On- und Off-Road wohlfühlen. Ein entscheidender Unterschied zum Mountainbike: Die Geometrie ist entspannter. Cross-E-Bikes gehören zu den flexibelsten Formen. Tipp: Wenn du unsicher bist, welches E-Bike es sein soll, ist das im Zweifelsfall oft die beste Wahl. Kompakt-/Klapp-E-Bike Diese geschrumpften Velos mit E-Antrieb sind für Camper und Pendler mit Bahnanbindung ideal: klein, kompakt und im Idealfall zusammenklappbar (für Bahn oder Kofferraum). E-Rennrad Das E-Rennrad ist eine jüngere E-Bike-Kategorie. Oft mit kleineren Akkus ausgestattet, bietet es dennoch spürbare Unterstützung für Freizeit-Rennradler:innen, die längere Runden oder mehr Höhenmeter angenehmer fahren möchten. E-Lastenrad Das ist ein Trendthema – nicht nur im gewerblichen Verkehr. Auch Familien, die ein Auto ersetzen möchten, transportieren damit Kinder und Alltagseinkäufe. Entscheidend sind hier Bremsen, Stabilität, Wetterschutz, Parkmöglichkeiten und eine Probefahrt mit realistischer Zuladung. Zum Persönlichkeitstest Welches E-Bike passt zu mir? Pendler-E-Bike finden: Worauf es wirklich ankommt Wenn du das E-Bike regelmässig nutzt (Arbeitsweg, Kita, Schule, Einkauf), zählt weniger das Datenblatt als das Gesamtpaket: realistische Reichweite, gute Ergonomie, sichere Bremsen, verlässlicher Service und ein Setup, das zu deinem Alltag passt. Reichweite realistisch rechnen Plane für den Alltag nicht mit Idealwerten, sondern mit einer Reserve. Gerade im Winter sinkt die nutzbare Energie von Lithium-Ionen-Akkus bei Kälte spürbar, und gleichzeitig fährst du oft mit mehr Roll- und Luftwiderstand (Regen, dickere Kleidung, Gegenwind). Dazu kommen Zuladung, Anhänger oder Kindersitz. Faust-Check für deinen Alltag: Schritt 1: Notiere deine typische Strecke (hin und zurück) in km. Schritt 2: Rechne für den Alltag +30–40 % Reserve ein (Winter, Wind, Umwege, Alterung des Akkus). Schritt 3: Wenn du regelmässig Kinder/Gepäck transportierst oder viele Höhenmeter hast, plane zusätzlich Reserve oder eine grössere Akkukapazität. Reichweiten-Killer (die du wirklich spürst): Kälte, Gegenwind, tiefer Reifendruck, breite/zu weiche Reifen, hohe Unterstützungsstufe, häufiges Stop-and-go, Anhänger oder schwere Zuladung. Ergonomie und Sicherheit Du merkst schon nach wenigen Minuten Probefahrt, ob ein E-Bike wirklich zu dir passt. Für Familien ist Ergonomie mehr als Komfort: Wenn du stabil sitzt und gut bremsen kannst, fährst du entspannter und reagierst schneller. Sitzposition: Kommst du entspannt an Bremshebel und Schalthebel? Bleiben Handgelenke und Schultern locker? Griffweite: Lässt sich die Griffweite der Bremshebel einstellen (wichtig bei kleinen Händen)? Bremsprobe: Bremsen müssen gut dosierbar und kräftig sein – auch mit Zuladung. Reifen: Für Alltag und Nässe sind Reifen mit gutem Pannenschutz und sicherem Grip zentral. Sichtbarkeit: Achte auf ein starkes Frontlicht, gutes Rücklicht und saubere Kabelführung. Reflektierende Elemente an Reifen oder Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit deutlich. Praxis-Tipp: Wenn möglich, mach die Probefahrt nicht nur bei Sonnenschein. Eine kurze Runde am Abend oder bei Regen zeigt dir, wie gut Licht, Bremsen und Fahrstabilität im echten Leben sind. Service & Folgekosten Ein E-Bike ist ein System aus Velo und Elektronik. Darum lohnt es sich, vor dem Kauf nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auf Wartung, Ersatzteile und das Werkstattnetz in deiner Nähe. Besonders im Familienalltag willst du keine langen Ausfallzeiten. Kostenpunkt (ca. 3 Jahre) Womit du rechnen solltest Service/Inspektionen Je nach Nutzung 1–2x pro Jahr (Bremsen, Software-Check, Antrieb) Verschleissteile Bremsbeläge, Kette/Ritzel, Reifen (bei viel Pendeln regelmässig) Akku Ersatz je nach Nutzung/Alterung; hoher Einzelposten Diebstahlschutz Gutes Schloss und ggf. zusätzliche Sicherungen Frage im Fachhandel konkret nach: Wie lange sind Akku und Motor verfügbar? Wie läuft ein Garantiefall ab? Gibt es in deiner Region eine Werkstatt, die genau dieses System wartet? Und: Kannst du den Akku im Alltag dort laden, wo du ihn brauchst (zu Hause, am Arbeitsplatz, im Kellerabteil)? Was kostet ein Elektrofahrrad und wo kann ich sparen? Elektrofahrräder sind, verglichen mit der motorlosen Verwandtschaft, nicht gerade günstig. Es gibt starke Qualitätsunterschiede, und allein der Akku treibt den Preis deutlich mit. Während es günstige Modelle mit meist geringeren Leistungsmerkmalen für unter und um 2000 Franken gibt, bist du bei einem Mittelklasse Cross-E-Bike schnell bei 3000 Franken und darüber. «High-End» E-Bikes, Fullys oder Lastenräder liegen höher in der Preisskala. Vier Tipps in Sachen Preis und Auswahl Tipp 1: Wer billig kauft, kauft zwei Mal. Wenn du das Elektrovelo täglich nutzt und/oder oft mit Zuladung oder im rauen Gelände fährst, lohnt sich ein robustes System mit gutem Service. Tipp 2: Frag bei deinem Bike-Händler nach Vorjahresmodellen. Viele Hersteller bringen jährlich neue Modellreihen, die «alten» kommen oft mit Rabatten in den Ausverkauf. Tipp 3: Schau dich auch bei Second-Hand-Angeboten auf Ebay oder Ricardo um. Nicht selten findet man dort kaum gefahrene Schnäppchen. Achte dabei besonders auf: Akku-Zustand, Servicehistorie, Unfallschäden und ob das System von einer Werkstatt in deiner Nähe betreut wird. Tipp 4: Mach eine ausgiebige Probefahrt. Gerade bei der hohen Investition zahlt sich das aus – und du merkst schnell, ob Motorsteuerung, Bremsen, Sitzposition und Handling zu deinem Alltag passen. Testfahrt-Checkliste Damit du im Laden (oder beim Second-Hand-Kauf) nichts vergisst, hilft eine kurze, klare Struktur. Hier ist deine «20-Minuten-Checkliste»: Check in der Praxis 1) Aufsteigen & Setup: Sattelhöhe, Griffweite, Display-Bedienung mit Handschuhen, sicherer Stand. 2) Anfahren: Unterstützt das Bike sanft oder ruckartig? Fühlst du dich kontrolliert? 3) Bremsen: Mehrmals kräftig bremsen (auch mit höherem Tempo). Bleibt das Bike stabil? Ist die Dosierung gut? 4) Kurven & Langsamfahrt: Lässt es sich im Schritttempo stabil fahren (wichtig im Quartier, bei Kindern, beim Parkieren)? 5) Realitätscheck: Wenn möglich: mit Gepäck, Kindersitz oder dem Gewicht, das du wirklich transportierst. Fragenblock für den Fachhandel Wie lange sind Akku/Motor/Ersatzteile verfügbar? Wie läuft ein Garantiefall ab und wo wird repariert? Welche Serviceintervalle empfiehlst du bei meinem Nutzungsprofil? Was kostet ein Ersatzakku und welche Lieferzeit ist realistisch? Was ist ein No-Go bei der Probefahrt? Unsicheres Bremsgefühl (schwammig, schlecht dosierbar, ungleichmässig). Ruckartige Unterstützung, die dich beim Anfahren überrascht. Schmerzen oder Taubheit in Händen, Nacken, Rücken nach kurzer Zeit (spricht oft für falsche Geometrie oder Setup). Unpraktisches Handling im Alltag (zu schwer zum Rangieren, Akku schlecht entnehmbar, Display schlecht bedienbar).