Schnelle E-Bikes im Test: So sicher und zuverlässig sind sie

Im E-Bike-Test vergleicht der TCS fünf Elektrovelos, die mindestens eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h mit Tretunterstützung schaffen. Wie zuverlässig sind diese noch nach einem Jahr intensiven Gebrauchs?

E-Bikes im Test: So sicher und zuverlässig sind sie
Stimmen Sie Ihr E-Bike auf Ihre individuellen Bedürfnisse ab. Foto © Biketec AG
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Wie sehr kann man sich auf die teuren und teilweise sehr schnellen Elektrovelos verlassen? Der TCS wollte das genauer wissen und hat fünf der populärsten schnellen E-Bikes einem Test unterzogen. Im Laufe eines ganzen Jahres wurden dafür die Modelle Dolphin Express, Flyer T10 HS, Raleigh Dover 40, Stromer Elite Power 48 und Wheeler E-Allterra BionX HS auf ihre Stärken und Schwäche geprüft und miteinander verglichen.

E-Bikes im Test: Die Vor- und Nachteile der fünf Modelle 

Schnelle E-Bikes im Test: Dolphin Express

Der Dolphin Express schnitt immerhin mit «empfehlenswert» ab. Foto © KDW

Jedes der geprüften Elektrobikes zeigte im Vergleich unterschiedliche Vor- und Nachteile. Mit 29 kg ist zum Beispiel das Dolphin Express das schwerste unter den ausgewählten schnellen E-Bikes im Test, dafür erreicht es mit 55 km die höchste Reichweite. Zudem lässt sich bei diesem Modell der 7 kg schwere Akku so ausbauen, dass das E-Velo wie ein normales Fahrrad benutzt werden kann.

Das Raleigh Dover 40 ist mit 23 kg das Leichteste unter den E-Bikes im Test. Allerdings hat dieses Elektrobike eine sehr lange Akkuladezeit von 8 Stunden. Das Flyer T10 HS ist mit der hochwertigsten Bremsanlage ausgestattet und benötigt im Vergleich lediglich 3 Stunden, bis es aufgeladen ist. Daneben erreicht das Elektrovelo Stromer Elite Power 48 mit 40km/h die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit und braucht ebenfalls eine vergleichsweise kurze Ladezeit von um die 3 Stunden. Mit 5,5 Stunden etwas mehr Zeit zum Laden braucht der Wheeler E-Allterra BionX HS. Er kann zudem nur eine relativ geringe Reichweite von 31 km zurücklegen. Dafür ist der Wheeler aber mit knapp 4'000 Franken das günstigste unter den E-Bikes im Test.

E-Bikes im Test: Fahrspass und Geschwindigkeit

Schnelle E-Bikes im Test: Stromer

«Sehr empfehlenswert», der Stromer Elite Power 48. Foto © stromer.ch

Von den fünf E-Bikes im Test konnten die Radnabenmodelle (Stromer und Wheeler) mit einem hohen Fahrspassfaktor punkten. Dafür sind diese Modelle jedoch besonders schwer, unhandlich und das Akku lässt sich nicht entfernen. Darum stellten sie sich als unpraktisch für den Transport im Kombi oder auf Dachträgern heraus.

Die Modelle mit einem Mittelmotor (Flyer, Raleigh) überzeugten dagegen mit hoher Fahrstabilität und –komfort und passten, genau wie der Dolphin, ohne grosse Probleme in einen Kombi oder Dachgepäckträger. 

Beim Bremsverhalten gab es im Vergleich der Modelle keine grossen Unterschiede. Alle E-Bikes im Test verfügten über ein problemloses Vollbremsungsverhalten. Hierbei schnitten die Elektrovelos mit grösseren Bremsscheiben (Flyer, Stromer und Raleigh) am besten ab. Über eine ausreichende Beleuchtung verfügten jedoch nur der Flyer und der Raleigh. Des Weiteren konnte bei allen ausgewählten Modellen eine lange Aufladezeit bei den letzten 5 bis 10 Prozent der Ladung festgestellt werden. Doch auch bei einem Akkustand von 90 oder 95 Prozent erbringen die getesteten Elektrobikes im Vergleich eine optimale Leistung. Die Akkuleistung der E-Bikes im Test nahm innerhalb eines Jahres zwischen 1 bis 9 Prozent ab, weswegen der Akku alle vier Jahre ausgewechselt werden sollte.

E-Bikes im Test: Die Rangliste

Unter den fünf getesteten Elektrovelos konnte sich keines als «hervorragend» auszeichnen. Doch immerhin schnitten drei von fünf mit «sehr empfehlenswert» ab. Hierzu zählen die Modelle Stromer Elite Power 48, Flyer T10 HS und Wheeler E-Allterra BionX HS. Die anderen beiden E-Bikes Raleigh Dover 40 und Dolphin Express erhielten jeweils noch ein «empfehlenswert».

Weitere Informationen zu den Testergebnissen erhalten Sie im TCS-E-Bike-Vergleichstest.

E-Bikes im Test: So sicher und zuverlässig sind sie

Wer einen Kinderanhänger an sein E-Bike hängen will, sollte auf breite Bremsscheiben achten. Foto © Biketec AG

Jedes der fünf E-Bikes im Test wurde 2’000 km weit gefahren, um die Belastung auf den Antrieb, die Beleuchtung und Schaltung auf unterschiedlichen Strecken wie dem Arbeitsweg, auf dem Feldweg, in der Innenstadt und unter zusätzlicher Belastung mit einem Anhänger zu prüfen. In die Auswertung einbezogen wurden zudem die Ausrüstung, anfallende Wartungsarbeiten samt Kosten, das Gewicht der E-Velos, das Fahrverhalten, diverse Messergebnisse und der Zustand der Lithium-Akkus nach einem Jahr.

Das Ergebnis: Keines der E-Bikes im Test schaffte die 2'000 Kilometer ohne kleinere oder grössere Pannen. Bei allen mussten die Kette geölt, die Reifen aufgepumpt und Schrauben nachgezogen werden. Bei einigen kam es zudem zu kaputten Freiläufen, Tretlagern oder Störungen beziehungsweise einem kompletten Ausfall des Antriebs. Die Wartungsarbeiten nach den 2'000 km innerhalb eines Jahres belaufen sich auf etwa 2000.- Franken, also jeweils 1 Franken pro Kilometer.

E-Bikes im Test: Das raten die Experten

Schnelle E-Bikes im Test: Flyer

Ebenfalls im TCS Test als «sehr empfehlenswert» beurteilt,  der Flyer T10 HS. Foto © 2008 Biketec AG

Der TCS rät dazu, sich vor dem Kauf genau zu überlegen, wie oft und wofür man das E-Velo nutzen möchte. Dementsprechend kann das Elektrofahrrad ausgesucht und angepasst werden. Will man beispielsweise weite Strecken zurücklegen, braucht es einen grösseren Akku, welcher das Elektrovelo wiederum schwerer macht.

Wer zusätzlich noch einen Kinderanhänger an das Elektrobike hängen möchte, sollte darauf achten, dass das gewählte Fahrzeug über eine grosse und robuste Scheibenbremse verfügt.

Für komfortable Velotouren empfehlen die Experten nach dem Test E-Bikes mit einem Mittelmotor. Nabenmotor-Velos eignen sich eher für diejenigen, die gerne selbst treten und nur eine geringe Unterstützung durch einen Motor wünschen. Für weitere Strecken, wie bei Pendlern zum Beispiel, etwa zwischen 30 und 60 Kilometern, sind Elektro-Velos mit Tretunterstützung die ideale Alternative zum Roller oder Auto.


Quellen: presseportal.ch, TCS-E-Bike-Vergleichstest

Text: Katharina Kehler

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