CO2 kompensieren und das Klima dadurch schützen

Manche CO2-Ausstösse können nicht vermieden werden. Damit die Treibhausgasemissionen jedoch in der Summe abnehmen, kann man seinen eigenen Verbrauch kompensieren. Beim Fliegen oder Tanken kann man mit einem Geldbetrag CO2-Emissionen an einem anderen Ort vermindern.

Komepnsieren Sie CO2 Ausstoss und schützen Sie die Umwelt.
Foto: amanalang / iStock / Thinkstock
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Für das Klima spielt es im Gegensatz zur Luftverschmutzung eigentlich keine Rolle, wo auf der Erdoberfläche die Gase in die Atmosphäre gelangen, respektive wo sie reduziert werden. Wichtig ist jedoch, dass die Treibhausgasemissionen weltweit in der Summe abnehmen.

Wird der Treibhausgas-Ausstoss an einem Ort durch Einsparungen an anderer Stelle wieder ausgeglichen, spricht man von Klimakompensation, einem Instrument zum Klimaschutz. Durch die Kompensation soll unter dem Strich kein Treibhausgas freigesetzt werden.

Die gemeinnützige Stiftung myclimate bietet diese Möglichkeit, unvermeidbare Emissionen mit Klimaschutzmassnahmen an einem anderen Ort auszugleichen. Es wird die Menge an klimawirksamen Emissionen berechnet und dafür dann ein bestimmter Geldbetrag bezahlt, welcher in Klimaschutzprojekte investiert wird. Nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Europa und Neuseeland realisiert myclimate mit Hilfe des Geldes Energieeffizienzmassnahmen oder ersetzt fossile, klimabelastende Energiequellen durch erneuerbare Energien. Nebst Unternehmen, die ihre Unternehmens- und Veranstaltungsemissionen berechnen und ausgleichen können, kann auch jeder Haushalt oder jede einzelne Person die entstandenen Emissionen aus Haushalt, Autofahren oder Fliegen kompensieren.

Beim Autofahren die Umwelt schutzen mit dem neuen Komensationsmodel.

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Bei Flugreisen ist es schon seit längerem möglich, seinen eigenen CO2-Ausstoss zu kompensieren. Je nach Strecke, kann man den entsprechenden Betrag an die Klimaschutzprojekte spenden. Dieser Beitrag ist jedoch keine Gebühr, die zwingend anfällt. Seit Ende des letzten Jahres wird das Kompensationsmodell in Deutschland auch fürs Autofahren angeboten.

Hamburger Unternehmer haben die Arktik-Karte für klimaneutrales Tanken erfunden. Arktik-Mitglieder bezahlen direkt beim Tankstellenbesuch einen Aufpreis von 2 Cent pro Liter. Zusätzlich beteiligen sich die kooperierenden Tankstellenunternehmen mit weiteren 2,5 Cent pro Liter. «Die 4,5 Cent pro Liter sorgen für einen vollständigen CO2-Ausgleich. Die verursachten Emissionen können an anderer Stelle durch Klimaschutzprojekte wieder eingespart werden», sagt Florian Skiba, Arktik-Gründer und Geschäftsführer. Dabei könne der Kunde auch wählen, welche angebotenen Projekte er unterstützen wolle.

In der Praxis wird die CO2-Kompensation oft kritisiert, da viele Projekte eine lange Laufzeit hätten, bis die Emissionen schliesslich eingespart würden. Skiba will jedoch für einen zeitnahen Ausgleich sorgen und garantiert, dass dies innerhalb von vier Wochen geschieht. «Wir investieren das Geld in Projekte, die bereits bestehen.» Nichts desto trotz wäre es klimatechnisch gesehen natürlich sinnvoller, ganz aufs Autofahren zu verzichten. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Das Ziel von Arktik sei es weniger, aber auch sparsamer zu fahren und die restlichen Emissionen auszugleichen.

Für diejenigen, die nicht regelmässig auf ein ökologischeres Verkehrsmittel wie die Bahn umsteigen können, gibt es auch andere Möglichkeiten einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Dies zum Beispiel mit dem Kauf eines kleineren  Autos, Energiesparreifen oder auch einem Kurs für effizientere Fahrweise.

Vermeiden Sie lange Autofahren und schützen Sie somit die Umwelt.

Schützen Sie effektiv das Klima und nutzen Sie ab und an den Zug. Foto: ynamaku / iStock / Thinkstock

Die Möglichkeit, seinen eigenen CO2-Austoss zu kompensieren darf kein Freipass für einen höheren Ausstoss sein oder gar so verstanden werden, dass zum Beispiel zusätzliches Autofahren gut fürs Klima sei. Arktik glaubt nicht, dass Autofahrer dank der Karte vermehrt auf ihren fahrbaren Untersatz zurückgreifen. Mitte dieses Jahres hätten 12 Prozent der Kunden angegeben, dass sie seit der Karte sogar weniger fahren als vorher.

Wer in der Schweiz das Klima trotz Autofahren schützen will, kann das auch über myclimate tun. Eine Strecke von 100 Kilometern in einem Mittelklassewagen (8 Liter Benzin pro Kilometer) bedeutet einen Franken als Kompensation für 0,028 Tonnen CO2. Auch mit den Mobility-Autos kann CO2 kompensiert werden. Dies mit einem Aufpreis von 2 Rappen für jeden gefahrenen Kilometer. Mobility leitet das Geld vollumfänglich an myclimate weiter. Die Mobility-internen Geschäftsfahrten sind bereits seit vier Jahren CO2-kompensiert

Trotz Kompensations-Modellen, müssen Vermeidung und Reduktion von Treibhausgasemissionen weiterhin Vorrang haben. Sie können mit der Kompensation von unvermeidbarem CO2-Ausstoss jedoch sinnvoll ergänzt werden. Die grösste Möglichkeit der Einsparung liegt jedoch im bewussten Konsum von Produkten und Dienstleistungen. Das bedeutet also, dass alle eigentlich überflüssigen Emissionen vermieden oder zumindest reduziert werden sollten und nur jene Emissionen kompensiert werden, die tatsächlich nicht vermeidbar sind. Im Haushalt können kleine Veränderungen einen Beitrag zu einem beispielsweise niedrigeren Stromverbrauch führen. So ist es in den meisten Fällen unnötig den Backofen vorzuheizen. Auch der Herd ist wenn immer möglich dem Backofen vorzuziehen, er braucht nämlich nur ungefähr halb so viel Strom.

Quelle: nachhaltigkeit.org
 

Informationen zum Klimaschutz finden Sie hier:

Die gemeinnützige Stiftung myclimate – The Climate Protection Partnership ist eine internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln. Sie wurde im Jahr 2002 als Spin-off der ETH gegründet. Heute zählt myclimate zu den weltweit führenden Anbietern von freiwilligen Kompensationsmassnahmen. Zu den drei Grundpfeilern zählen die Schlagwörter vermeiden, reduzieren und kompensieren. Da es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt, können sämtliche Kompensationszahlungen, Spenden und Mitgliederbeiträge von den Steuern abgezogen werden.

Weitere Tipps zum Thema Klima schützen finden Sie hier:

  • myclimate bietet unter www.myclimate.org die Möglichkeit, seine CO2-Emissionen zu berechnen und kompensieren.
  • Informationen zur Arktik-Karte erhalten Sie unter www.arktik.de.
  • Das Bundesamt für Energie bietet unter www.bfe.admin.ch ein PDF mit Tricks und Tipps zur Senkung des Treibstoffverbrauchs als Download an.