Upcycling: Alte Idee neu und kreativ umgesetzt

Upcycling: Mit kreativen Ideen Abfall wieder verwerten

Upcycler wie Allison Patrick gehen schaffen mit viel Kreativität ganz eigene Dinge aus Abfall, wie diese Lampe aus Getränkedosen-Verschlüssen. Foto: The 3 R's blog

Cradle to Cradle: Nichts mehr verschwenden, sondern wieder verwenden

Michael Braungart und William McDonough verfassten das Basiswerk des Upcycling: "Einfach intelligent produzieren" (2002).  Die Autoren ließen sich beim so genannten Cradle to Cradle-Prinzip von der Natur inspirieren. Im natürlichen Kreislauf wird nichts verschwendet und alles wiederverwertet. Verluste bei der Produktion und beim Abfall sind vermeidbar, wenn man die Ressourcen effektiv zurückgewinnt. Das Design und die Materialwahl sind vorrausschauend auf die Wiederverwertung ausgerichtet. So wird biologischer Abfall kompostiert und andere Komponenten, die ihre Funktion verlieren, in den technischen Kreislauf zurückgeführt. Dafür übernimmt künftig nicht der Konsument die Verantwortung, sondern der Händler. Er verleiht das Produkt, nimmt es wieder zurück und übernimmt die Entsorgung. Mehr dazu: epeaswitzerland.com.

Upcycling: Geldbörse aus Stoff

Diese Geldbörse ist aus einem alten Fischsack hergestellt. Foto: Kerstin Borowiak

Upcycling: Mode, Möbel und Design

Die Praxis des Upcyclings ist an sich nicht neu. Menschen in armen Ländern zweckentfremden Müll bereits seit Jahrzehnten - aus der Not heraus. Aus Magazinstreifen entstehen Schüsseln, aus Flaschen baut man Häuser, Lebensmittelsäcke werden zu strapazierfähigen Taschen weiterverarbeitet und alte Flip-Flops verwandeln sich zu Obstschalen. Inzwischen gibt es weltweit Designer, Modeinteressierte und Bastler, die sich des Upcyclings annehmen. Als Pioniere gilt jedoch das Schweizer Brüderpaar Freitag. Sie schneiderten als Erste belastbare Kuriertaschen aus LKW-Planen. Auch die Kunst macht vor dem Trend nicht Halt: So entstehen beispielsweise aus Zeitungspapier oder aus Telefonbücherseiten neue Kunstdrucke. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Schöne an der Mode aus Abfall ist, dass jeder ein "Künstler" werden kann. Es genügen weggeworfene Dinge, ein wenig Geschick und Ideenreichtum, um diese dann zu neuen Alltagsgegenständen zu verwandeln. Wir haben Ihnen Linktipps zusammengestellt, die Sie mit unterschiedlichen kreativen Köpfen und Upcycle-Produkten in der Schweiz bekannt zu machen:

Frischfre – Carola Schaffner stellt Gürtel aus Feuerwehrschläuchen, Taschen und Jacken aus Fallschirmen und Etuis aus Baumwollzelten her.
Coup – Kreative Umweltschutzorganisation tauscht eigene Kreationen gegen Abfall. So entstehen aus Kaffeesäcken Geldbörsen oder aus Korken Schmuck.
Vargu – Vargu stellt aus Auto-Sicherheitsgurte, Reifenschläuch, Produktionsausschuss von Tetron und aus Abfallprodukten aus der Industrie fair produzierte Taschen her.
Collpart – Taschen aus Fischsäcken
Freitag – Die Pioniere des Upcycling

Weitere kreative Upcycler:

ok-Versand – Der ok-Versand bietet seit 1997 Alltagsgegenstände, die oft geupcycelt sind, z.B. eine Lampe aus alten Kassetten.
Mode aus Abfall – Deutscher Blog über Upcycling in der Mode.
Kettenglück - Schmuck aus Fahrradteilen
Bike Furniture - Möbel aus Fahrradteilen

Quellen: Freitag, Wikipedia, indyupcycle, www.c-o-u-p.org, www.plasticgarbageproject.org, energie-blog.at, epeaswitzerland, gabarage.at, cradletocradle.at, kvr-rheintal.com

Text: Kerstin Borowiak