Label gegen Leid: So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik

  • 18

Eigentlich sind Tierversuche für Kosmetik in Europa verboten. Doch es gibt Ausnahmen. Für Cremes und Make-Ups mit diesen Labels mussten aber garantiert keine Tiere leiden.

Tierversuchsfreie Kosmetik in der Schweiz: So ist sie zu erkennen
Foto: © imaginasty / iStock / Getty Images Plus

Seit 2013 verbietet die EU Tierversuche, wenn damit Kosmetik getestet werden soll. In der Schweiz haben die meisten Unternehmen diese Regelung übernommen. Doch das muss nicht viel nutzen.

«Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass sich das EU-Verbot nur auf Bestandteile bezieht, die ausschliesslich in Kosmetikprodukten zum Einsatz kommen», erklärt der Schweizer Tierschutz STS in seinem Report «Kosmetik ohne Tierleid – Das Angebot in der Schweiz».

Somit deckt das Verbot nur geschätzte 10 Prozent aller Kosmetikrohstoffe ab. Die restlichen 90 Prozent der Inhalte werden auch in anderen Bereichen verwendet, etwa für Putzmittel oder Farben. Deshalb dürfen viele davon weiter an Tieren getestet werden.

Doch welche Kosmetik ist dann wirklich tierversuchsfrei? Einige Labels helfen dabei, sie zu erkennen.

Diese Siegel garantieren tierversuchsfreie Kosmetik

BDIH Siegel für Kosmetik

Zahlreiche Schweizer Kosmetikhersteller lassen sich nach den Standards des Bundesverbands Deutscher Industrie und Handelsunternehmen (BDIH) zertifizieren, der Tierversuche strikt ablehnt. Zu erkennen ist diese Kosmetik an einem blauen Label, in dem «BDIH – zertifizierte Natur-Kosmetik» geschrieben steht.

Tierversuchsfreie Kosemtik

© natrue.org

Das gräuliche NATRUE-Siegel steht ebenfalls für tierversuchsfreie Kosmetik ein. Die Organisation bezeichnet sich mti dem Untertitel «True Friends of Natural and Organic Cosmetics».

Das Label von NATRUE zeigt ein Gesicht im Profil und die Aufschrift www.natrue.org.

Tierversuchsfreie Kosmetik

© IHTN

Produkte, die mit dem Hasen unter der schützenden Hand vom Deutschen Tierschutzbund ausgezeichnet sind sowie jene mit dem springenden Hasen, müssen ebenfalls tierversuchsfrei sein.

Tierversuchsfreie Kosmetik

© Vegane Gesellschaft Österreich

Trägt Kosmetik eine Veganblume oder ist mit dem in der Schweiz von Swissveg vergebenem V-Label als vegan gekennzeichnet, wurden dafür auch keine Tierversuche durchgeführt. Ausserdem enthält sie dann auch keine Milchprodukte oder Honig.

Tierversuchsfreie Kosmetik

© v-label.eu

Diese Siegel geben zwar Sicherheit, wenn Sie tierversuchsfreie Kosmetik kaufen möchten. Aber ohne eines der Label bedeutet nicht gleich, dass die Kosmetik an Tieren getestet wurde. Es gibt viele weitere Siegel, die das ebenfalls versprechen. Und manche Hersteller drucken den Hinweis auch direkt auf ihre Produkte. Wenn Sie bei Ihrer Creme oder dem Lippenstift zweifeln, sollten Sie deshalb am besten nach dem Standpunkt des speziellen Herstellers zu Tierversuchen im Internet suchen.

Viele Schweizer Hersteller verzichten auf Tierversuche

Zu den Schweizer Kosmetikherstellern, die keine Tests an Tieren dulden, gehört etwa Farfalla. Ausgezeichnet vom Schweizer Tierschutzbund, setzt das in den 1980’er Jahren in Zürich gegründete Unternehmen zusätzlich auf rein natürliche Inhaltsstoffe sowie auf Fairness und Nachhaltigkeit.

Weleda legt aus Tradition ebenso Wert darauf, dass seine Produkte tierversuchfrei geprüft werden. Zudem setzt sich das Unternehmen ebenso für Nachhaltigkeit und die Verwendung natürlicher Inhaltsstoffe ein.

Weitere in der Schweiz vertretene Kosmetikhersteller, die Tierversuche nicht tollerieren, sind etwa Biokosma, Lush, Dr.Hauschka, Speick Naturkosmetik, Primavera oder Benecos.

Mehr Infos zu Tierversuchen in der Kosmetik finden Sie unter anderem in dem oben genannten STS-Report.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann