Haare färben mit natürlichen Produkten

Die meisten Haarfärbemittel enthalten Substanzen, die Allergien auslösen können. Auch Naturprodukte im Kosmetik-Regal sind nicht immer schonend zum Haar. Um das zu umgehen, bleibt nur der wahre Griff in die Natur.

Haare färben kann gefährlich sein.
Durch Benutzung von Naturhaarfarben lässt sich das Risiko von Allergien beim Haare färben vermeiden. Foto: © yuriyzhuravov / iStock / Thinkstock
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Sich selbst zu ändern ist schwer. Die Haarfarbe hingegen ist schnell gewechselt. In anderen Fällen will man nur so bleiben, wie man bis zum Ergrauen der Haare aussah. So sind Haarfärbemittel unabhängig von der Mode immer aktuell. Doch Haare färben ist gefährlich. Auf diese Botschaft lassen sich die Ergebnisse der Untersuchungen von Öko-Test und ktipp zusammenfassen. So hat beispielsweise das Verbrauchermagazin Öko-Test mehr als 20 dauerhafte Haarfärbemittel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war niederschmetternd: In sämtlichen Fällen vergab die Zeitschrift die Note ungenügend. In allen getesteten Haarfärbemitteln fanden die Tester so genannte aromatische Amine, von denen viele als krebserregend gelten. Auch wenn der Präsident des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung ein Krebsrisiko durch Haarfärbemittel ausschliesst, liessen sich die Tester nicht beirren. Solange der Verdacht nicht ausgeräumt sei, gebe es für alle Haarfarben mit aromatischen Aminen Punktabzug.

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Pflanzenhaarfarben im Test: Welche schneiden gut ab?

Wer sich die Haare färben will, greift oftmals zu Pflanzenhaarfarben, um Haarstruktur und Kopfhaut zu schonen. Doch sind diese Färbemittel auf natrürlicher Basis wirklich besser als herkömmliche Färbungen? Wir haben uns die Inhaltsstoffe der Pflanzenfarben verschiedener Hersteller mal genauer angeschaut und so manche Überraschung entdeckt. Foto: © Digital Vision / Photodisc / Thinkstock

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Nicht alle Naturfarben sind wirklich natürlich

Besonders kritisch sind die aromatischen Amine auch, weil sie sensibilisierend wirken und heftige Allergien auslösen können. Deswegen bestehe in punkto Allergien durch Haarfärbemittel Forschungsbedarf, sagen Experten. Kontaktallergien auf Haarfarben können sehr unangenehm sein. Juckreiz der Kopfhaut, am Hals oder Nacken können auftreten. Aber auch extreme Rötungen, Schwellungen und Entzündungen der Gesichtshaut können Folgen der Kontaktallergie sein. «Man kann sich die Haare nicht ständig färben, wenn man nicht das Risiko von Allergien eingehen will», sagt der Basler Kantonschemiker Urs Hauri.

Wer glaubt, dass Pflanzenhaarfarben besser sind, der irrt. Zwar haben im Vergleich zu herkömmlichen Haarfarben und Tönungen die untersuchten Pflanzenhaarfarben deutlich besser abgeschnitten, doch auch hier fielen 16 der 34 getesteten Produkte bei Öko-Test mit «mangelhaft» oder «ungenügend» durch. Diese Produkte enthalten Chemikalien, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Schadstofffrei und deshalb sehr gut abgeschnitten haben alle Produkte der Gruppe «zertifizierte Naturkosmetik».

Mit Henna werden die Haare rot.

Henna ist ein natürlicher Haarfärbestoff, der sich nicht auswaschen lässt. Foto: bdspn / iStock / Thinkstock

Wer nach diesen Testergebnissen die Finger von Haarfärbemitteln lassen will, muss nicht unbedingt aufs Haarefärben verzichten. Eine Alternative zu den Produkten von Schwarzkopf und Co. sind Henna, Kamille oder Walnuss. So können beispielsweise Haare mit Henna oder Hennaextrakt rot getönt beziehungsweise gefärbt werden. Doch Vorsicht: Mit Henna gefärbtes Haar lässt sich nicht mehr umfärben. Auch lässt sich die Farbe nicht auswaschen, sondern muss auswachsen.

Ein Klassiker ist auch die Kamille. Mit ihr haben sich schon die Römerinnen ihre Haare aufgehellt. Mit Kamille behandelte helle Haare erhalten einen blonden Ton, der an Honig erinnert. Dazu braucht man drei Tassen Kamillenblüten, Saft einer halben Zitrone und einen halben Liter Wasser. Den Sud einfach auf die Haare verteilen, einwirken und trocknen lassen. Das Ergebnis lässt sich verbessern, wenn man sich mit den feuchten Haaren in die Sonne setzt und sie dort trocknen lässt. So lässt sich im Sommer der Besuch im Schwimmbad problemlos mit dem Haarefärben kombinieren. Einfach eine Flasche mit dem fertigen Sud mit ins Schwimmbad nehmen und die Haare immer wieder damit benetzen. So werden die Haare nicht ganz durchtränkt und es entstehen schöne Strähncheneffekte.

Walnuss für alle Haare

Ein weiteres Naturprodukt, das zum Färben der Haare benutzt werden kann, ist Walnuss. Sie gibt dunklen Haaren eine sattere Farbe und blonden Haaren einen dunkelgoldenen Schimmer. Wer eine leichte Tönung haben will, nimmt Walnussblätter und wer eine stärkere Tönung anstrebt, Walnussschalen. Die Walnussblätter oder Walnussschalen einfach pürieren und mit warmem Wasser vermischen und fertig ist die Tönung.
Wer es sich noch leichter machen will, nimmt anstelle von Walnussblättern oder Walnussschalen einfach Walnuss-Extrakt. Dieser lässt sich problemlos in die Shampoos und Spülungen einarbeiten.

Alle Naturhaarfarben aus der Gruppe «zertifizierte Naturkosmetik» haben die Note «sehr gut» erhalten. Fünf dieser sieben Produkte sind in der Schweiz erhältlich:

  • Logona Pflanzenhaarfarbe, Braun-Umbra
  • Logona Pflanzenhaarfarbe, Flammenrot
  • Logona Pflanzenhaarfarbe, Color Creme Teak
  • Sante 100% Pflanzenhaarfarbe, Naturrot
  • Sante 100% Pflanzenhaarfarbe, Maronenbraun

Sehr gute Noten gab es für folgende Farben, die nicht der Kategorie «zertifizierte Naturkosmetik» angehören:

  • Biokosma Henna Superintensiv, Hennarot
  • Lush Mama Caca Marron, Kastanienglanz
  • Müller Henna, pflanzliche Haarfarbe, Braun
  • Müller Henna, pflanzliche Haarfarbe, Rot intensiv

Quelle: Öko-Test

 

 

 

Text: Yildiz Asan

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