Kräuter überwintern: Jedes Kraut ein bisschen anders

Vor dem ersten Frost sollte man sich Gedanken darüber machen, wie die Kräuter aus dem Garten überwintern können. Wer auch im Winter gern frisches Grün ernten möchte, hat bei einigen Arten die Möglichkeit, die Kräuter zum Überwintern auf die Fensterbank umzusiedeln.

Die verschiedenen Arten von Kräuter überwintern
Manche Kräuter sind schwer zu überwintern! Der zarte Lavendel kann bei harten Wintern schnell erfrieren. Foto © iStock / Thinkstock
  • 17

Kräuter haben beim Überwintern unterschiedliche Ansprüche

Einige unserer aromatischen Gartenkräuter sind ursprünglich in wärmeren Klimagebieten beheimatet und deshalb eher forstgefährdet. Manche sind gar keine Kräuter im eigentlichen Sinne, sie sind aufgrund ihrer holzigen Stängel und Zweige eher zu den Sträuchern zu zählen. Ausserdem gibt es unter den Gartenkräutern einjährige, zweijährige und ausdauernde Arten. All diese Voraussetzungen müssen bedacht werden, wenn man Kräuter überwintern will.

Verschiedene Kräuter richtig überwintern

Absolut winterharte Kräuter sind z. b. Petersilie, Liebstöckel (Maggikraut), Thymian, Minze und Schnittlauch. Letzterer benötigt sogar Frost, um im kommenden Jahr wieder austreiben zu können. Minze wird zurückgeschnitten.

Bedingt winterhart sind Lavendel, Salbei, Estragon, Lorbeer und Rosmarin. Besonders Rosmarin und Lorbeer erfrieren in strengen Wintern immer wieder. Diese Kräuter überwintern besser, wenn man sie mit Fichtenzweigen oder Stroh abdeckt.

Im Kübel können Rosmarin und Lorbeer an einem frostfreien kühlen und hellen Ort, zum Beispiel am Kellerfenster, überwintert werden. Man muss nur darauf achten, dass der Wurzelballen nicht über längere Zeit austrocknet. Salbei und Lavendel sind holzige Sträucher. Sie sollten rechtzeitig vor dem Winter nicht zu tief zurückgeschnitten werden. Dill und Basilikum sind dagegen einjährig, sie müssen jedes Jahr neu ausgesät werden.

Frische Kräuter überwintern und in der Küche ernten

Wer Petersilie ausgräbt und eintopft, kann im Winter frische Kräuter direkt von der Fensterbank ernten. Schnittlauch eignet sich ebenso, er muss allerdings zuvor Frost abbekommen haben. Man kann das imitieren. Die Schnittlauchzwiebelchen werden dann über Nacht in einem Beutel eingefroren und am nächsten Tag wieder in die Erde gesetzt.

Zu viel Ernte? So können Sie Kräuter haltbar machen

Wenn Sie doch einmal eine zu reiche Ernte haben, finden Sie hier einige Tipps, wie Sie Kräuter weiter verarbeiten und haltbar machen können.

Bild: 2 von 6

Kräuter durch Trocknen haltbar machen

Getrocknete Kräuter sind ideal zum Würzen im Winter. Die Kräuter werden zu kleinen Bündeln zusammengebunden und kopfüber aufgehängt. Der Trocknungsort sollte schattig, durchlüftet und trotzdem gute 30-35 Grad warm sein. Nach einer Woche können Sie die Kräuter herunter nehmen, die Blätter von den Stängeln trennen und in Schraubgläser abfüllen. Diese sollten an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt werden.

Alternativ-Tipp bei Platzmangel: Sie können die Kräuter auch im 50 Grad warmen Backofen trocknen und haltbar machen. Da verlieren sie jedoch schneller an Aroma. Für eine gute Luftzufuhr können Sie einen Holzlöffel zwischen die Backofentür klemmen. Foto: © dianazh / iStock / Thinkstock
 

Weitere Bilder anschauen