Dolce vita hinterm Haus: So erhält der Garten mediterranes Flair

Die nächste Reise nach Italien könnte bald direkt in Ihren Garten oder auf den Balkon führen. Der sonnige Süden lässt sich schon mit wenig Aufwand nach Hause holen. Welche Pflanzen und Deko mediterranes Flair verleihen.  

Mediterraner Garten: Planen, anlegen und die richtigen Pflanzen
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Um einen mediterranen Garten anzulegen, muss man nicht unbedingt weit im Süden wohnen. Viele mediterrane Pflanzen sind erstaunlich frosthart und wachsen auch in unseren Breitengraden. Andere können Sie einfach als Topfpflanzen in den Garten oder auf dem Balkon integrieren. Sie überleben dann unter Umständen den Winter, indem sie im Haus überwintern.

Unbedingt achten sollte man für die gewählten Pflanzen unbedingt auf die richtige Zusammensetzung der Erde. Mediterrane Böden sind meist wasserdurchlässig, eher sandig. Dagegen ist das Erdreich in der Schweiz oft recht lehmhaltig, was schnell für Staunässe sorgt. Und die mögen Mittelmeer-Gewächse meist so gar nicht. Deshalb gilt es entweder die passende Erde zu kaufen oder Sie arbeiten unter die Erde im Garten einfach etwas Sand, Humus, gegebenenfalls sogar feinen Kies.

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Wie im Süden: Zitronen und Orangen direkt von den Bäumen pflücken

Wer schon in Italien oder Spanien war, kennt die Zitrusfrüchte, die dort oft direkt am Weg wachsen. Orangen- oder Zitronenbäumchen bringen daher  wie kaum eine andere Pflanze den Süden in Ihren Garten oder auf den Balkon.

Gezogen werden sie in der Regel am besten im Kübel, damit sie im Haus überwintern können. Im Fachmarkt erfahren Sie mehr darüber, wie die Zitronen- und Organgenbäumchen gepflegt werden sollten und welche Sorten auch geniessbar sind. Foto: © AnikaSalsera / iStock / Thinkstock

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Welche mediterranen Pflanzen winterhart sind

Ein «Must-Have» im mediterranen Garten ist Lavendel, der mit seinem beruhigenden Duft und leuchtender Farbe typisches, südländisches Flair bringt. Wählen können Sie hier zwischen ganz verschiedenen Lavendelarten, von  kleinwüchsig bis üppig wachsend. Die Farben reichen vom klassischen violett bis zu wunderschönen Varianten in hellrosa oder gar weiss. Die meisten davon sind mediterrane Sorten des Echten Lavendel, Lavandula angustifolia, die man als gut winterhart bezeichnen kann. Ein eher zartbesaiteter Verwandter ist der Schopflavendel, Lavandula stoechas. Leider ist diese Lavendelart im alpinen Klima nicht winterhart, wodurch er einjährig kultiviert werden kann oder, gut eingetopft, in der kalten Jahreszeit frostfrei überwintern sollte.

Auch Fetthennen und Dachwurz sind für den mediterranen Garten bestens geignet, da sie sich in dem sandigem Boden wohlfühlen und, wie andere südliche Gewäschse, auf Trockenheit nicht empfindlich reagieren. Ein besonderer, noch dazu schmackhafter Clou, ist das Pflanzen einer Feige. Denn es gibt nicht nur jene, die ausschliesslich von der südlichen Sonne verwöhnt gedeihen, sondern auch Sorten, die sich im Schweizer Garten wohlfühlen. Mercato Verde, Churer Spezialist für südländische Pflanzen, empfiehlt unter anderem Feigensorten wie Abicou, Bakor oder Brown Turkey.

Diese und andere Feigen sind auf das alpine und mitteleuropäische Klima mit kalten Wintern angepasst und tragen trotzdem reichlich wohlschmeckende Früchte. Voraussetzung für das Gedeihen einer Feige: Durchlässiger Boden am wärmsten Standort im Garten mit Südausrichtung, kräftiges Mulchen im Winter und gegebenenfalls einen Windschutz. Der Feigenbaum kann sowohl im Freiland als auch im Kübel wachsen.

Winterhart und bestens für einen mediterranen Garten geeignet sind zudem etwa Pinie, Hibiskus, Mandelbaum, Sommerflieder, Wollziest, der mit seinen silbrig schimmernden Blättern die Blicke auf sich zieht, Blauraute und die Bartblume. Letzteres ist ein kleiner, lavendelfarben blühender Strauch, der bis in den Oktober hinein blüht.

Mediterrane Pflanzen, die besser im Kübel wachsen

Ein weiterer Klassiker unter den mediterranen Pflanzen, der Olivenbaum, sollte nur im Blumentopf gezogen werden. Im Freiland ist es ihm in der Regel über den Winter hinweg zu kalt in unseren Breitengraden. Als Alternative für das Beet bietet sich aber die Weidenblättrige Birne an, ein Baum, dessen Wuchs und Blattform – inklusive der silbrig-schimmernden Unterseite -, dem Olivenbaum in ihrem mediterranen Charme sehr nahekommt.

Manch andere zarte Südländerin mag auch nicht so recht die oft frostigen Winter jenseits von Italien. Da wäre der Klassiker, der Zitronenbaum sowie der auswuchernd blühende Oleander und die Bougainvilleen, die aufgrund ihrer drei farbigen Hochblätter auch Drillingsblume genannt wird.  Sie alle sind im Kübel besser aufgehoben, da sie so bei Frost ins Haus geholt werden können, in einen kühlen, hellen Raum zum Überwintern. Oleander und Olive können noch leicht frostige Temperaturen von bis zu - 5 Grad tolerieren.

Kräuter dürfen im mediterranen Garten nicht fehlen

Zu den beliebtesten und auch für unsere Breitengrade durchaus geeigneten Kräutern gehören Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano. Sie duften herrlich, gerade Thymian und Salbei sind zudem wahre Bienenmagnete, und alle bereichern sie auch den Speiseplan. Gerade die holzigen, mediterranen Kräuter kommen auch gut mit kalten Wintertemperaturen zurecht, wobei Rosmarin dann in den ersten Jahren eine dicke Mulchschicht um die Basis bekommen sollte. Als mehrjährige Pflanze ist Rosmarin am besten im Beet aufgehoben, denn er braucht viel Platz, nach ein paar Jahren kann er durchaus weit über einen Meter hoch werden. Wer ihn nicht zu sehr auswuchern lässt, kann ihn, wie die anderen mediterranen Kräuter auch, ebenso im Kübel heranziehen.

Tipp: Die Kräuter im mediterranen Garten machen sich übrigens auch herrlich in einem Steingarten oder einer Kräuterspirale.

Die Kür im mediterranen Garten: Steine, Statuen und sprudelnde Brunnen

Ein geschwungener Kiesweg entlang duftender Kräuter und Lavendel, eine Terracottastatue als Blickfang oder ein barock anmutender Brunnen können zur Gestaltung eines mediterranen Gartens beitragen. Aber auch mit Dekorationen wie Kissen oder Kerzenständern in warmen Farbtönen lassen sich ganz einfach mediterrane Akzente setzen.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann