Allein im letzten Winter starb jedes vierte Schweizer Bienen-Volk

Seit Jahren sind in der Schweiz und auf der ganzen Welt die Bestände von Bienen durch ein grosses Bienensterben bedroht. Alleine im Winter 2012/2013 ist jedes vierte Schweizer Bienen-Volk gestorben. Insektizide, der Befall durch die Varroa-Milbe sowie eine ernste Nahrungsmittelknappheit setzen den Beständen von Wild- und Honigbiene weiter dramatisch zu.

Bienensterben: Wie steht es um die Bienen in der Schweiz?
Es herrscht weiterhin ein dramatisches Bienensterben. Alleine letzten Winter ist jedes vierte Volk der Honigbiene gestorben. Die Fakten und wie die Schweizer schon beim Einkauf den Bienen helfen können. Foto: DykyoStudio, iStock, Thinkstock
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In der Schweiz gab es 2010 etwa rund 160'000 Bienenvölker die von meist ehrenamtlichen Imkern gehalten wurden. Ein durchschnittliches Volk von Honigbienen besteht aus einer Königin, rund 1'000 Drohnen und aus bis zu 30'000 fleissigen Arbeiterinnen. Ein Volk produziert in nur einem Jahr etwa 15 Kilogramm Honig und pro Kopf werden in der Schweiz jährlich 1,4 Kilogramm Honig verspeist.

Die in Völkern lebende Honigbiene ist nur eine von 615 Arten von Bienen, die in der Schweiz beheimatet sind. Die fleissigen Honigsammler sind vor allem durch ihre unermüdliche Tätigkeit als Blütenbestäuber von essentieller Bedeutung. Und alle haben eines gemeinsam: Ihre Bestände leiden unter einem anhaltenden Bienensterben.

Bienensterben und die Wichtigkeit der Bienen

Weltweit setzte mit dem Ende der 90’er Jahre ein unerklärlich starkes Bienensterben unter Honigbienen-Völkern ein. Auch die Schweiz ist seitdem stark betroffen. Ginge das Sterben der Bienenvölker und der  Wildbiene in dem rasanten Tempo weiter, dann könnte hierdurch letztlich die Versorgung mit Lebensmitteln ernsthaft in Gefahr sein. Zumal der 2004 berechnete ökonomische Wert der fleissigen Wild- und Honigbiene bei knapp 270 Millionen Schweizer Franken nur im Bereich der Obst- und Beerenbestäubung liegt. Eine Dienstleistung, die die Bienen in der Schweiz ganz kostenlos anbieten.

Die Gründe für das Bienensterben

Erst im Frühling verbot der Schweizer Nationalrat drei Nicotinoide, die vorrangig auf Mais- und Rapsfeldern eingesetzt werden. Nicotinoide sind Insektizide, die die Pflanzen vor Schädlingen schützen sollen, als Nebeneffekt – und wie Pestizide - aber auch giftig für die emsigen Honigsammler sind. Greenpeace geht dieser Schritt allerdings noch nicht weit genug.

 Ein weiterer Grund für das massive Bienensterben ist die Varroatose, die durch die Varroa-Milbe ausgelöst wird. Der aus Indien eingeschleppte Parasit entkam aus einem Forschungsinstitut in Deutschland. Seitdem befällt die Varroa-Milbe jährlich tausende von Bienenvölkern. Durch den Befall mit der Varroa-Milbe wird die Honigbiene anfällig für verschiedene, tödliche Viruserkrankungen.

Ein dritter Grund für das Bienensterben und damit für den Rückgang der Bienen in der Schweiz sind überall zu findende Monokulturen, Stichwort «fehlende Biodiversität». Dies bezieht sich aber nicht nur auf Ackerland, sondern auch auf das Fehlen ganz einfacher Wiesen oder allzu aufgeräumte, weniger vielfältig gestaltete Gärten.

Wie die Schweizer dem Bienensterben beim Einkauf entgegenwirken können

Jeder Schweizer kann helfen das Bienensterben zu minimieren. So hilft es im Kampf gegen das Bienensterben, saisonal und regional produzierte Lebensmittel zu kaufen, möglichst in Bioqualität, um einen chemiefreien Anbau zu garantieren.

Wer auf Qualität setzt und noch dazu den Schweizer Imkern im Kampf gegen das Bienensterben helfen möchte, der kauft Honig mit dem Goldenen Honig-Qualitätssiegel. Dieser Honig wird unter strengen Auflagen artgerecht produziert und unterstützt die Schweizer Imker im Kampf gegen das Bienensterben. Bis dato ist jeder zweite in der Schweiz verspeiste Löffel Honig ein Importprodukt.

Quellen: Landwirtschaft.ch, VDRB, Swisshoney.ch, Greenpeace, Bienensterben.ch, Wildbee.ch, SRF, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann