Aloe Vera richtig pflegen & das heilsame Gel ernten

Aloe Vera wächst hierzulande am besten in warmen Räumen und sonnigen Gärten. Wie Sie die Pflanze richtig pflegen, überwintern und das heilsame Gel ernten.

Aloe Vera richtig pflegen & das heilsame Gel ernten
Aloe Vera ist pflegeleicht und das Gel vielseitig einsetzbar. Foto © serezniy / iStock / Getty Images Plus
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Aloe Vera ist nicht nur ein richtiges Anti-Aging-Wundermittel, sondern das wertvolle Gel pflegt auch sensible Haut, schützt sie vor freien Radikalen und vermindert oxidativen Stress. Mit dem Gel lässt sich sogar sprödes Haar wieder geschmeidig zaubern. Kaufen ist aber nicht nötig! Wir zeigen, wie Sie die Aloe-Vera-Pflanze richtig pflegen, vermehren und das wirksame Gel ernten und nutzen.

Im Artikel:

Wissenswertes zur Aloe Vera

Die Aloe Vera - auch Echte Aloe, Wüstenlilie oder botanisch Aleo barbadensis genannt - ist eine Unterart der Aloe Gattung und gehört zu den Grasbaumgewächsen. Die Grossgattung umfasst über 450 Unterarten. Zu den besonders beliebten und pflegeleichten Zimmerpflanzen gehören etwa die Aloe arborescens oder die Aloe aristata. Die Pflanzen wachsen hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas sowie in Südafrika, aber auch in den Mittelmeerländern und auf der arabischen Halbinsel.

Die Aloe Forex wächst in Afrika

Die Aloe Forex ist eine Aloe-Art und wächst etwa in Afrika. Foto © Winston Fowler / iStock / Getty Images Plus

Erkennbar ist die Aloe-Vera-Pflanze an ihren grau-grünen, fleischigen Blättern, die sich in Rosetten anordnen und am Rand leicht gezackt sind. Die Blüten der Aloe sind gelblich bis orange und blühen in spitz zulaufenden Blütentrauben.

Die Aloe Vera ist eine Sukkulente, was bedeutet, dass sie sehr saftreich und damit an besondere Boden- und Klimaverhältnisse angepasst ist. Sie speichert Wasser in den dicken Blättern, weshalb sie auch lange Dürreperioden übersteht und lange auf nährstoffarmen Böden wie etwa in grobem Sand überlebt.

Aloe Vera als Zimmerpflanze oder im Garten richtig pflegen

Da die Aloe-Vera-Pflanze aus den tropischen Gefilden stammt und an hohe Temperaturen angepasst ist, sollte sie hierzulande als Zimmer- oder Kübelpflanze gepflanzt werden. Optimal ist ein warmer, sonniger oder halbschattiger Standort. Im Sommer kann die Aloe Vera auch auf dem Balkon oder im Garten an einen sonnigen Platz gedeihen. Da die exotische Pflanze nicht frostresistent ist, muss sie im Winter in ein frostfreies Winterquartier umziehen. Dafür eignen sich Fensterbänke oder Wintergärten sowie mässig warme aber helle Hausflure.

Wenn die Blätter der Aloe Vera flach über der Erde wachsen, ist das ein Zeichen für zu wenig Licht. Dann sollten Sie die Pflanze an einen helleren Ort in der Wohnung oder im Garten stellen. Pralle Sonne hingegen kann bei jungen Pflanzen die Blätter angreifen, was sich an braunen Verfärbungen sichtbar macht.

Die Echte Aloe Vera braucht als Sukkulente nicht viel Feuchtigkeit, weshalb eine lockere, wasserdurchlässige Erde am besten geeignet ist. Hier bietet sich etwa Kakteenerde oder mit Sand aufgelockerte, herkömmliche Blumenerde an.

Weniger ist mehr: Aloe Vera richtig giessen

Die Echte Aloe speichert viel Saft in ihren fleischigen Blättern und muss daher nur alle ein bis zwei Wochen gegossen werden. Wie oft Sie die Pflanze bewässern, hängt auch von den Temperaturen und der Lichtzufuhr ab: In den warmen Monaten und bei viel Sonnenlicht sollten Sie die Aloe Vera öfter giessen als im Winter und bei wenig Sonnenlicht. In der kalten Jahreszeit benötigt die Pflanze kaum Wasser und es reicht aus, sie zu giessen, wenn das Substrat sehr trocken ist.

Tipp: Aloe-Pflanzen sollten möglichst nah an den Wurzeln gegossen werden. Achten Sie darauf, dass die Blätter der Pflanze dabei nicht benetzt werden.

Da die Echte Aloe zu viel Wasser nicht verträgt, sollte sie unbedingt in einen Untertopf gepflanzt werden, in dem überschüssiges Wasser durch Löcher im Boden ablaufen kann. Andernfalls ensteht Staunässe und die Wurzeln der Pflanze beginnen zu faulen. Für einen durchlässigen Boden sorgen etwa Kieselsteine in der untersten Erd-Schicht im Topf.

Gut zu wissen: Junge Pflanzen der Aloe Arten benötigen mehr Wasser, da sie in den kleinen Blättern nur wenig Wasser speichern können.

Aloe Vera richtig umtopfen

Wie oft die Echte Aloe umgepflanzt werden sollte, hängt von der verwendeten Erde ab. Humose Topferde etwa zersetzt sich und lässt mit der Zeit immer weniger Luft an die Wurzeln der Pflanze. Wer dieses Substrat verwendet, sollte die Aloe Vera etwa alle drei Jahre umtopfen. Sehr durchlässiges Substrat wie etwa Kakteenerde bleibt länger locker, weshalb die Pflanze dann nur alle vier bis fünf Jahre umgetopft werden muss.

Aloe Vera umtopfen

Die Wurzeln der Aloe Vera müssen mit Erde bedeckt sein. Foto © Pinkybird / E+

Umtopfen in 7 Schritten:

  • Greifen Sie die Pflanze möglichst wurzelnah und ziehen sie vorsichtig aus dem Topf.
  • Bevor die Aloe Vera in den neuen Topf gesetzt wird, sollte die alte Erde so gut wie möglich aus dem Wurzelballen abgeklopft werden.
  • Alte, abgestorbene Blätter können mit einem scharfen Messer entfernt werden.
  • Setzen Sie die Aloe Vera nun in den neuen, etwa zur Hälfte mit Erde befüllten Topf.
  • Wenn die Aloe schon leicht verholzt ist und einen kurzen Stamm hat, kann sie etwas tiefer in die Erde gesetzt werden.
  • Anschliessend die Wurzeln der Pflanze vollständig bedecken und das Substrat leicht festdrücken.
  • Angiessen nicht vergessen!

Die Aloe Vera vermehren

Aloe Vera vermehren

Die Kindel wachsen an der Mutterpflanze. Foto © Pinkybird / iStock / Getty Images Plus

Besonders einfach lässt sich die Aloe Vera mit den Ablegern, sogenannten Kindeln, vermehren. Schon nach etwa zwei Jahren bildet die Pflanze kleine Pflanzenableger. Diese können einfach von der Mutterpflanze abgetrennt werden, sobald sie gross genug sind und etwa fünf Zentimeter lange Wurzeln gebildet haben.

Am besten ist es, die Kindel beim Umtopfen von der Mutterpflanze zu trennen, da diese dafür aus dem Topf genommen werden sollte. Nach kurzem Antrocknen können die Ableger in neue Töpfe gepflanzt werden. Der richtige Standort für neue Pflanzen ist ein warmer Platz im Halbschatten oder in einem kleinen Gewächshaus.

So überwintern Sie die Aloe Vera

Wenn die Aloe Vera als Zimmerpflanze gehalten wird, muss der Standort im Winter nicht geändert werden. Es ist in der kalten Jahreszeit lediglich wichtig, die exotische Pflanze nur selten zu bewässern.

Für die Überwinterung von Kübelpflanzen ist es wichtig, die Aloe Vera ins Haus zu holen, sobald die Temperaturen im Herbst auch tagsüber unter 10 Grad Celsius sinken.

Wann blüht die Aloe Vera?

Etwa ab dem dritten Lebensjahr bekommt die Echte Aloe Vera einmal jährlich orangefarbene Blüten. Wenn die Pflanze in einem kühlen Raum (zwischen 10 und 15 Grad) überwintert wird, begünstigt das die Blüte im Frühjahr. Bei viel Sonne und mit den wärmer werdenden Temperaturen zwischen März und Mai bildet die Pflanze einen aufrecht wachsenden Blütenstand.

Die Heilpflanze richtig nutzen

Die Aloe Vera ist nicht nur eine schöne Pflanze für Zimmer und Balkon, sondern ist auch als Heilpflanze sehr beliebt. Insbesondere für Anwendungen auf der Haut eignet sich die Pflanze, weshalb Auszüge der Aloe Vera häufig in Naturkosmetik enthalten sind. Sie können das wertvolle Gel aber auch pur gegen verschiedene Beschwerden auf der Haut anwenden.

Die Aloe-Vera-Pflanze zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Welt und wird zur Behandlung von Wunden, Hautkrankheiten und Sonnenbrand verwendet. Der Aloe-Saft hat eine kühlende Wirkung und kann nach dem Sonnenbaden pur auf die Haut aufgetragen werden. Aber auch gegen Juckreiz bei Insektenstichen oder bei leichten Verbrennungen ist das Aloe-Gel eine Wohltat. Ausserdem eignet sich das Aloe-Gel für gereizte Kopfhaut, wirkt gegen Schuppen und spendet trockenem Haar viel Feuchtigkeit. 

Die heilende Wirkung ist auf die Inhaltsstoffe der Pflanze zurückzuführen: Neben Wasser enthält das Gel Salicylsäure und Aminosäuren, die entzündungshemmend, schmerzstillend und antibakteriell wirken.

Ausserdem enthält die Pflanze einen Bitterstoff, das sogenannte Aloin. Dieser Pflanzliche Inhaltsstoff wirkt zwar abführen, jedoch ist der Saft kaum zur Einnahme geeignet, da Aloin zu Nebenwirkungen wie Vergiftungserscheinungen, Magenkrämpfen und Störungen des Wasserhaushalts führen kann.

Aloe Vera richtig ernten

Das wirksame Aloe-Vera-Gel steckt in den Blättern der Echten Aloe. Um den Saft und das Mark aus den Blättern zu gewinnen, schneiden Sie ein Blatt mit einem scharfen Messer ab. Hierfür eignen sich die unteren Blätter der Pflanze am besten, da sie am dicksten sind.

Das Gel der Aloe Vera ernten

Das Gel lässt sich etwa mit einem Löffel einfach abschaben. Foto ©Madeleine_Steinbach / iStock / Getty Images Plus

Um das Gel von der festen Blattrinde zu trennen, schneiden Sie das abgetrennte Blatt der Länge nach auf. Das Gel lässt sich dann etwa mit einem Teelöffel ganz einfach abschaben.

An der Stelle, an der das Blatt abgeschnitten wurde, verheilt die Aloe Vera schnell. Das Gel trocknet nach wenigen Minuten und verschliesst die offene Stelle. Wenn Sie nur wenig Aloe-Vera-Gel benötigen - etwa für einen Mückenstich - reicht es aus, eine Blattspitze abzuschneiden. Indem Sie immer nur kleine Stücke abschneiden, können Sie mehrere Male frisches Gel vom gleichen Blatt gewinnen.

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