Aloe Vera: Wie du die Pflanze pflegst und das Gel erntest

Aloe Vera wächst hierzulande am besten in warmen Räumen und sonnigen Gärten. Wie du die Pflanze richtig pflegst, überwinterst und das heilsame Gel erntest.

Aloe Vera: Pflege, vermehren und den Saft ernten | Nachhaltigleben
Aloe Vera ist pflegeleicht und das Gel vielseitig einsetzbar. Foto © serezniy / iStock / Getty Images Plus
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Aloe Vera ist eine Unterart der Gattung Aloe und gehört zu den Grasbaumgewächsen. Sie wächst hauptsächlich in Afrika.
  • Eine Aloe Vera ist nicht nur ein Wundermittel für Sonnenbrand oder trockene Haut, sondern macht auch sprödes Haar wieder geschmeidig.
  • Die Aloe Vera speichert viel Saft in ihren Blättern und muss daher nur alle ein bis zwei Wochen gegossen werden.
  • Das Fruchtfleisch der Aloe Vera kann gegessen werden. Die Blätter enthalten allerdings giftige Stoffe, weshalb Vorsicht geboten ist. Wie du die Giftstoffe entfernen kannst, liest du weiter unten.

Im Artikel

Aloe Vera ist nicht nur ein richtiges Anti-Aging-Wundermittel, sondern das wertvolle Gel pflegt auch sensible Haut, schützt sie vor freien Radikalen und vermindert oxidativen Stress. Mit dem Gel lässt sich sogar sprödes Haar wieder geschmeidig zaubern. Kaufen ist aber nicht nötig! Wir zeigen, wie du die Aloe-Vera-Pflanze richtig pflegst, vermehrst und das wirksame Gel erntest und nutzt.

Aloe Vera: Fakten zur Pflanze

Die Aloe Vera – auch Echte Aloe, Wüstenlilie oder botanisch Aleo barbadensis genannt – ist eine Unterart der Aloe Gattung und gehört zu den Grasbaumgewächsen. Die Grossgattung umfasst über 450 Unterarten. Zu den besonders beliebten und pflegeleichten Zimmerpflanzen gehören etwa die Aloe arborescens oder die Aloe aristata. Die Pflanzen wachsen hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas sowie in Südafrika, aber auch in den Mittelmeerländern und auf der arabischen Halbinsel.

Die Aloe Forex wächst in Afrika

Die Aloe Forex ist eine Aloe-Art und wächst etwa in Afrika. Foto © Winston Fowler / iStock / Getty Images Plus

Die Aloe Vera ist eine Sukkulente, was bedeutet, dass sie sehr saftreich und damit an besondere Boden- und Klimaverhältnisse angepasst ist. Sie speichert Wasser in den dicken Blättern, weshalb sie auch lange Dürreperioden übersteht und lange auf nährstoffarmen Böden wie etwa in grobem Sand überlebt.

Echte Aloe erkennen

Erkennbar ist die Aloe-Vera-Pflanze an ihren grau-grünen, fleischigen Blättern, die sich in Rosetten anordnen und am Rand leicht gezackt sind. Die Blätter werden zirka 40 Zentimeter lang. Die Blüten der Aloe sind gelblich bis orange und blühen in spitz zulaufenden Blütentrauben.

Wann blüht die Aloe Vera?

Etwa ab dem dritten Lebensjahr bekommt die Echte Aloe Vera einmal jährlich orangefarbene Blüten. Wenn die Pflanze in einem kühlen Raum (zwischen 10 und 15 Grad) überwintert wird, begünstigt das die Blüte im Frühjahr. Bei viel Sonne und mit den wärmer werdenden Temperaturen zwischen März und Mai bildet die Pflanze einen aufrecht wachsenden Blütenstand.

Welche Aloe Vera Art ist giftig?

Aufgrund der giftigen Anthrachinone in den Blättern der Aloe Vera, sind alle Aloe Vera Arten, auch die essbaren, giftig.

Wie pflege ich meine Aloe Vera Pflanze richtig?

Als Zimmerpflanze

Da die Aloe-Vera-Pflanze aus den tropischen Gefilden stammt und an hohe Temperaturen angepasst ist, sollte sie hierzulande als Zimmer- oder Kübelpflanze gepflanzt werden. Optimal ist ein warmer, sonniger oder halbschattiger Standort. 

Wenn die Blätter der Aloe Vera flach über der Erde wachsen, ist das ein Zeichen für zu wenig Licht. Dann solltest du die Pflanze an einen helleren Ort in der Wohnung oder im Garten stellen. Pralle Sonne hingegen kann bei jungen Pflanzen die Blätter angreifen, was sich an braunen Verfärbungen sichtbar macht.

Die Echte Aloe Vera braucht als Sukkulente nicht viel Feuchtigkeit, weshalb eine lockere, wasserdurchlässige Erde am besten geeignet ist. Hier bietet sich etwa Kakteenerde oder mit Sand aufgelockerte, herkömmliche Blumenerde an.

Im Garten

Im Sommer kann die Aloe Vera auch auf dem Balkon oder im Garten an einen sonnigen Platz gedeihen. Da die exotische Pflanze nicht frostresistent ist, muss sie im Winter aber in ein frostfreies Winterquartier umziehen. Dafür eignen sich Fensterbänke oder Wintergärten sowie mässig warme aber helle Hausflure. Beim Übergang vom Winterquartier in den Garten muss aufgepasst werden, dass die Blätter sich nicht verbrennen. Dies erkennt man, wenn sich die Blätter leicht bräunlich färben.

Wann sollte man die Aloe Vera giessen?

Die Echte Aloe speichert viel Saft in ihren fleischigen Blättern und muss daher nur alle ein bis zwei Wochen gegossen werden. Wie oft du die Pflanze bewässerst, hängt auch von den Temperaturen und der Lichtzufuhr ab: In den warmen Monaten und bei viel Sonnenlicht solltest du die Aloe Vera öfter giessen als im Winter und bei wenig Sonnenlicht. In der kalten Jahreszeit benötigt die Pflanze kaum Wasser und es reicht aus, sie zu giessen, wenn das Substrat sehr trocken ist.

Tipp: Aloe-Pflanzen sollten möglichst nah an den Wurzeln gegossen werden. Achte darauf, dass die Blätter der Pflanze dabei nicht benetzt werden.

Da die Echte Aloe zu viel Wasser nicht verträgt, sollte sie unbedingt in einen Untertopf gepflanzt werden, in dem überschüssiges Wasser durch Löcher im Boden ablaufen kann. Andernfalls ensteht Staunässe und die Wurzeln der Pflanze beginnen zu faulen. Für einen durchlässigen Boden sorgen etwa Kieselsteine in der untersten Erdschicht im Topf.

Gut zu wissen: Junge Pflanzen der Aloe Arten benötigen mehr Wasser, da sie in den kleinen Blättern nur wenig Wasser speichern können.

Wie du die Aloe Vera umtopfst

Wie oft die Echte Aloe umgepflanzt werden sollte, hängt von der verwendeten Erde ab. Humose Topferde etwa zersetzt sich und lässt mit der Zeit immer weniger Luft an die Wurzeln der Pflanze. Wer dieses Substrat verwendet, sollte die Aloe Vera etwa alle drei Jahre umtopfen. Sehr durchlässiges Substrat wie etwa Kakteenerde bleibt länger locker, weshalb die Pflanze dann nur alle vier bis fünf Jahre umgetopft werden muss.

Aloe Vera umtopfen

Die Wurzeln der Aloe Vera müssen mit Erde bedeckt sein. Foto © Pinkybird / E+

Umtopfen in 7 Schritten:

  • Greife die Pflanze möglichst wurzelnah und ziehe sie vorsichtig aus dem Topf.
  • Bevor die Aloe Vera in den neuen Topf gesetzt wird, sollte die alte Erde so gut wie möglich aus dem Wurzelballen abgeklopft werden.
  • Alte, abgestorbene Blätter können mit einem scharfen Messer entfernt werden.
  • Setze die Aloe Vera nun in den neuen, etwa zur Hälfte mit Erde befüllten Topf.
  • Wenn die Aloe schon leicht verholzt ist und einen kurzen Stamm hat, kann sie etwas tiefer in die Erde gesetzt werden.
  • Anschliessend die Wurzeln der Pflanze vollständig bedecken und das Substrat leicht festdrücken.
  • Angiessen nicht vergessen!

Aloe Vera vermehren

Aloe Vera vermehren

Die Kindel wachsen an der Mutterpflanze. Foto © Pinkybird / iStock / Getty Images Plus

Besonders einfach lässt sich die Aloe Vera mit den Ablegern, sogenannten Kindeln, vermehren. Schon nach etwa zwei Jahren bildet die Pflanze kleine Pflanzenableger. Diese können einfach von der Mutterpflanze abgetrennt werden, sobald sie gross genug sind und etwa fünf Zentimeter lange Wurzeln gebildet haben.

Am besten ist es, die Kindel beim Umtopfen von der Mutterpflanze zu trennen, da diese dafür aus dem Topf genommen werden sollte. Nach kurzem Antrocknen können die Ableger in neue Töpfe gepflanzt werden. Der richtige Standort für neue Pflanzen ist ein warmer Platz im Halbschatten oder in einem kleinen Gewächshaus.

Aloe Vera Pflanze überwintern: So geht’s

Wenn die Aloe Vera als Zimmerpflanze gehalten wird, muss der Standort im Winter nicht geändert werden. Es ist in der kalten Jahreszeit lediglich wichtig, die exotische Pflanze nur selten zu bewässern.

Für die Überwinterung von Kübelpflanzen ist es wichtig, die Aloe Vera ins Haus zu holen, sobald die Temperaturen im Herbst auch tagsüber unter 10 Grad Celsius sinken.

Aloe Vera Saft ernten

Das wirksame Aloe-Vera-Gel steckt in den Blättern der Echten Aloe. Um den Saft und das Mark aus den Blättern zu gewinnen, schneidest du ein Blatt mit einem scharfen Messer ab. Hierfür eignen sich die unteren Blätter der Pflanze am besten, da sie am dicksten sind.

Das Gel der Aloe Vera ernten

Das Gel lässt sich etwa mit einem Löffel einfach abschaben. Foto ©Madeleine_Steinbach / iStock / Getty Images Plus

Um das Gel von der festen Blattrinde zu trennen, schneidest du das abgetrennte Blatt der Länge nach auf. Das Gel lässt sich dann etwa mit einem Teelöffel ganz einfach abschaben.

An der Stelle, an der das Blatt abgeschnitten wurde, verheilt die Aloe Vera schnell. Das Gel trocknet nach wenigen Minuten und verschliesst die offene Stelle. Wenn du nur wenig Aloe-Vera-Gel benötigen – etwa für einen Mückenstich – reicht es aus, eine Blattspitze abzuschneiden. Indem du immer nur kleine Stücke abschneidest, kannst du mehrere Male frisches Gel vom gleichen Blatt gewinnen.

Anwendung: Aloe Vera Gel nutzen

Aloe Vera Saft: Wirkung

Die Aloe Vera ist nicht nur eine schöne Pflanze für Zimmer und Balkon, sondern ist auch als Heilpflanze sehr beliebt. Insbesondere für Anwendungen auf der Haut eignet sich die Pflanze, weshalb Auszüge der Aloe Vera häufig in Naturkosmetik enthalten sind. Du kannst das wertvolle Gel aber auch pur gegen verschiedene Beschwerden auf der Haut anwenden.

Die heilende Wirkung ist auf die Inhaltsstoffe der Pflanze zurückzuführen: Neben Wasser enthält das Gel Salicylsäure und Aminosäuren, die entzündungshemmend, schmerzstillend und antibakteriell wirken.

Ausserdem enthält die Pflanze einen Bitterstoff, das sogenannte Aloin. Dieser Pflanzliche Inhaltsstoff wirkt zwar abführend, jedoch ist der Saft kaum zur Einnahme geeignet, da Aloin zu Nebenwirkungen wie Vergiftungserscheinungen, Magenkrämpfen und Störungen des Wasserhaushalts führen kann.

Anwendung auf der Haut

Die Aloe-Vera-Pflanze zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Welt und wird zur Behandlung von Wunden, Hautkrankheiten und Sonnenbrand verwendet. Der Aloe-Saft hat eine kühlende Wirkung und kann nach dem Sonnenbaden pur auf die Haut aufgetragen werden. Aber auch gegen Juckreiz bei Insektenstichen oder bei leichten Verbrennungen ist das Aloe-Gel eine Wohltat.

Für die Haare

Aloe Vera eignet sich ausserdem für gereizte Kopfhaut, wirkt gegen Schuppen und spendet trockenem Haar viel Feuchtigkeit. 

Kann man die Aloe Vera essen?

Das Fruchtfleisch der Aloe Vera kann man durchaus essen. Es eignet sich beispielsweise für in Smoothies oder für im Müsli. Auch einer Sauce kann es einen leckeren und einzigartigen Geschmack verleihen.

Allerdings ist vorsicht geboten: die Blätter der Aloe Vera enthalten giftige Anthrachinone, weshalb die Blätter zuerst entfernt und das Fruchtfleisch anschliessend mit ausreichend Wasser abgespült werden sollte. Die giftigen Stoffe der Blätter müssen komplett entfernt werden, andernfalls ist es besser, wenn man auf Fertigprodukte zurückgreift.

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