Heisses Date für kalte Tage: Die schönsten Thermalquellen Europas

  • 16

Das Baden in Wasser aus Thermalquellen ist gerade während der kalten Jahreszeit entspannend und kann sogar die Gesundheit fördern. Welche besonders schönen natürlich heissen Quellen hierzulande und im Rest Europas zu finden sind.

Heisse Quellen in der Schweiz: Eintauchen und abschalten
Foto: © Leukerbad Therme / leukerbad-therme.ch

Heisse Quellen oder Thermalquellen bestehen aus Wasser, das deutlich wärmer ist als normales Grundwasser. Der Grund hierfür ist entweder eine vulkanologische Aktivität unter der Erde oder die Tatsache, dass das Wasser sehr tief in Gesteinsschichten vordringt, in denen es sich merklich erwärmt. Bis zu 80 Grad kann sich hier das Thermalwasser natürlich erhitzen, wie etwa im französischen Chaudes-Aigues. Ist es danach auf dem Weg an die Oberfläche abgekühlt, kann man bei lauschigen Temperaturen darin baden.

Es liegt aber nicht nur an der Wärme, dass Baden in Thermalquellen als sehr angenehm empfunden wird. Mitverantwortlich ist auch der hohe Mineralgehalt. Denn beim Aufsteigen aus der Tiefe löst das Wasser der heissen Quellen eine Vielzahl von Mineralien aus den Gesteinen. Diese natürlichen Zusätze können zur Entspannung beitragen, aber teilweise auch Beschwerden lindern. Ist das Wasser der heissen Quellen schwefelhaltig, hilft es etwa gegen Hautkrankheiten, eher salzhaltige Thermalquellen stärken dagegen Muskeln und Gelenke.

Bild: 1 von 12

Als Heilquelle anerkannt: Schwefeltherme Aqua Dome im Tirol

Auf 3'000 Metern über dem Meer in Österreich sickert Gletscherwasser durch das Tiroler Gestein bis in eine Tiefe von 1'800 Metern, von wo das Thermalwasser mit einer Temperatur von 40 Grad Celsius in die heissen Quellen des Längenfelder Aqua Dome sprudelt. Das Badl weist einen zweiwertigen Schwefelgehalt auf und ist als Natrium-Chlorid-Sulfat-Schwefeltherme offiziell als Heilquelle anerkannt.

Besonders eindrücklich für die Badegäste sind die drei Schalenbecken, die in der freien Luft mit Blick auf die verschneiten Gipfel fast zu schweben scheinen. Die Soleschale mit einem Salzgehalt von fünf Prozent lässt einen leicht durch das Wasser treiben und sorgt mit Unterwassermusik sowie Lichteffekten für ein wohliges Gefühl im bis zu 36 Grad Celcisus warmen Aussenbecken. Foto: © AQUA Dome / aqua-dome.at

Weitere Bilder anschauen

Heisse Quellen Baden: Mineralreichstes Wasser der Schweiz

Baden besitzt die mineralreichste heisse Quelle der Schweiz und ist nachweislich von den Römern 14 n. Chr. zur ersten Wellnessoase hierzulande gekürt worden. Die damaligen Besatzer kamen in Heerscharen zu den Badener Thermalquellen und genossen schon damals die wohltuende Wirkung des heute 47 Grad warmen Wassers. Gebadet wird hier allerdings bei lediglich 37 Grad, wobei die überschüssige Energie anderweitig Verwendung findet.

So richtig mineralreich ist das Wasser der Badener Thermalquellen vor allem aus dem Grund, dass es sich mehrere Tausend Jahre unter Fels und Gestein in etwa 1'200 Metern Tiefe befindet, ehe es mit bis zu 900'000 Litern am Tag aus einer der 18 Quellen in Baden sprudelt.

Das Angebot rund um diese Quellen reicht vom kostenfreien bis zum eleganten Private SPA. Umsonst ist beispielsweise die Thermalbank, welche ein wohlig warmes Fussbad bietet. Auch das Ellenbogenbad ist gratis. Es soll Linderung bei Arthrose bringen.

Thermalbad Vals: Heisse Quelle im coolen Design

Heisse Quellen treffen in der Graubündner Therme Vals auf einmalige Architektur. Der renommierte Architekt Peter Zumthor hat für die Thermalquellen eine schlichte aber beeindruckende Hülle geschaffen. Kein überladenes Design lenkt hier den Entspannungssuchenden ab, der das über 30 Grad warme Wasser in ruhiger Umgebung geniessen kann.

Schon lange trinken die Gemeindebewohner das Wasser der Thermalquellen, um etwa Blasenkrankheiten zu heilen. Heute wird das Wasser hälftig – immerhin strömen 350 Liter die Minute aus den heissen Quellen – für das Bad und die Valser Mineralquellen AG verwendet.

150 Besucher können gleichzeitig das Thermalbad nutzen und dort die Seele baumeln lassen. Für Hotelgäste ist das Angebot gratis, Bewohner von Vals bekommen einen ermässigten Eintritt und auswärtige Gäste müssen sich vorher anmelden.

Heisse Quellen in Bad Ramsach geniessen

Im Tafeljura des Kantons Baselland entspringt eine heisse Quelle oberhalb von Läufelfingen auf etwa 740 Metern Höhe. Im Kurhotel Bad Ramsach kann man in dem mineralreichen Wasser baden und einen schönen Wellnesstag geniessen.

Das Wasser der Thermalquelle ist besonders calcium-, magnesium- und sulfathaltig und wird hier auch für Trinkkuren angeboten. Die Kombination der Mineralien wirkt entwässernd, entquellend und festigt das Gewebe wie auch die Knochen.

Quellen: Lifeline.de, badi-info.ch, baden.ch, swisstherme.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann