Warum lohnt es sich, Honig in Bioqualität zu kaufen?

Wie selbstverständlich wird oft auch Honig in Bio-Qualität gekauft. Denkt man jedoch einmal nach, kommt die Frage auf: Sind nicht alle Honige ein bisschen bio? Oder sammeln Bio-Bienen anders?

Flüssiges Gold: Qualitativer Bio-Honig
Flüssiges Gold: Farbe und Geschmack des Bio-Honigs hängen von der Art und Vielfalt der «Bienenweide» ab. Foto: OmegaTransFer, iStock, Thinkstock
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Von einer Blüte zur anderen sollen Bienchen wandern. Nur: Diese Blüten wachsen überall. Während etwa Bio-Salat eigens angebaut wird, gibt es keinen unsichtbaren Zaun, der den Nektar-Sammlerinnen Grenzen weist: Halt! Konventioneller Anbau! Was also macht Honig aus, der die Bezeichnung «Bio» trägt?

Nicht nur bei Bio-Honig: Bienen filtern Schadstoffe

Es ist richtig, dass sich die Bienen bei der Nektarsuche nicht nur auf «Bio-Blüten» beschränken, räumt die Schweizer Arbeitsgruppe naturgemässe Imkerei (AGNI) ein. Für die Qualität von Honig und Wachs sei dies jedoch zweitrangig. «Untersuchungen im In- und Ausland zeigen nämlich, dass Honig und Wachs nur sehr gering durch Gifte aus der Umwelt belastet werden», heisst es auf der AGNI-Homepage. Demnach sind Bienen so etwas wie fliegende Schadstofffilter.

Zertifizierter Honig: Vor allem aus Bio- und Wildpflanzen

Dennoch spielt die Umgebung der Bienenstöcke eine wesentliche Rolle. Denn die Art und Vielfalt der «Bienenweide» ist massgeblich für die Zusammensetzung, die Farbe und den Geschmack des Honigs und damit schliesslich auch für die Qualität. Aus diesem Grund enthält die Bio-Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) hierzu strikte Vorgaben: Das Gebiet im Umkreis von drei Kilometern um den Bienenstock darf im Wesentlichen nur aus Pflanzen der biologischen Landwirtschaft und/oder Wildpflanzen, dazu zählen auch Wald und Hecken, bestehen. Kulturpflanzen sind erlaubt, sofern ihre Pflege den ökologischen Leistungsnachweis des Bundes erfüllt (entspricht der integrierten Produktion IP). Sie dürfen die biologische Qualität der Imkereierzeugnisse jedoch nicht nennenswert beeinträchtigen. Wo Gefahrenpotenzial vorhanden ist, etwa durch eine Intensivobstanlage, sorgt eine strenge Kontrolle des Honigs dafür, dass die Bio-Qualität stimmt.

Bio-Honig aus der Schweiz

Um sich als «bio» ausweisen zu dürfen, muss in der Schweiz erhältlicher Honig strengen gesetzlichen Bestimmungen genügen. Grundlage hierfür ist die Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) über die biologische Landwirtschaft. Sie enthält unter anderem Vorschriften über die Bienenhaltungspraxis, den Standort der Bienenstöcke, die Qualität des Wachses, die Fütterung sowie die Behandlung gegen Varroa-Milben und Wachsmotten. Die unabhängige Kontroll- und Zertifizierungsstelle bio.inspecta in Frick überprüft regelmässig, ob die Vorschriften eingehalten werden. Die zertifizierten Mitglieder imkern zudem nach den spezifischen Richtlinien von apibio, demeter oder Bio-Suisse.

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