Warum nachhaltig investieren immer populärer wird

Nachhaltige Geldanlagen tragen zu einer zukunftsfähigen und stabilen Entwicklung bei. 56 Prozent der betrieblichen Anlagen für die Vorsorge der Mitarbeiter berücksichtigen dies bereits. Dieser Hauptanteil wird nämlich laut einer europaweiten Studie schon jetzt in nachhaltige Anlagen investiert.

Nachhaltige Geldanlagen sind stabiler und zukunftsfähiger.
56 Prozent der Pensionskassen in Europa legen ihr Geld nachhaltig an. Foto: Ridofranz, iStock, Thinkstock
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Pensionsfonds oder auch Pensionskassen verwalten die Gelder der betrieblichen Altersversorgung (2. Säule). Sie sind zuständig für eine gewinnbringende Investition der finanziellen Mittel, ebenso für die spätere Auszahlung der Rente und des Alterskapitals.

Für die erste Studie zu diesem Thema wurden 169 Pensionsfondsverwalter aus zwölf europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse der Untersuchung von Eurosif, dem Europäischen Forum für Nachhaltige Investments, zeigen, dass europaweit 56 Prozent dieser Anlagen in nachhaltige Aktien, Anleihen oder Immobilien investiert werden. Die Schweiz liegt im europäischen Vergleich etwas unter dem Durchschnitt. Hierzulande berücksichtigen nämlich erst rund 30 Prozent der Pensionskassen bei ihren Anlagen Nachhaltigkeitskriterien.

Nicht nur bei der Häufigkeit der nachhaltigen Investitionen unterscheidet sich die Schweiz vom direkten Nachbarn Deutschland, bei dem die Pensionsfonds bereits rund 40 Prozent der Altersvorsorge in nachhaltige Anlagen investieren. Auch die Art der Investments unterscheidet sich. Während in der Schweiz am häufigsten in «grüne» Aktien oder Immobilien investiert wird, fokussiert sich Deutschland eher auf Anleihen.

Mit dem schweizweit besten Beispiel voran geht die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank (PKZKB). Rund ein Drittel der Eigenkapitalanlagen werden in der Studie als «sustainable», also nachhaltig eingestuft. Eines der Ziele der PKZKB ist zudem, 20 Prozent ihrer Immobilien-Investitionen in nachhaltige Projekte zu stecken. Es besteht darüber hinaus eine Partnerschaft mit dem WWF Schweiz. Ein Komitee des WWF prüft monatlich die Investitionen der Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank auf Nachhaltigkeitsaspekte und kann bei Geldanlagen, die diese nicht genügend beachten, ein Veto einlegen.

Gute Aussichten für die Zukunft

Neben den 56 Prozent, die bereits Aspekte der Nachhaltigkeit in ihren Anlage-Plänen integrieren, haben 25 Prozent der befragten europäischen Pensionsfonds vor, noch im Jahr 2012 Nachhaltigkeitskriterien in ihren Investitionsentscheidungen mit einzubeziehen. Insgesamt 66 Prozent denken, dass die Beachtung der Aspekte von SRI (Socially Responsable Investment) zur Treuhands-Pflicht der Investoren gehört. «Die Studie zeigt ganz klar auf: Die betrieblichen Pensionsfonds Europa nehmen ihre treuhänderische Verantwortung ernst. Nachhaltige Investments sind im Begriff, Mainstream zu werden», so der Geschäftsführer der Eurosif François Passant.

François Passant schaut zuversichtlich in die Zukunft: «Bald wird die Debatte nicht mehr darüber sein, ob Pensionsfonds überhaupt eine Nachhaltigkeitspolitik verfolgen sollten, sondern wie die Pensionsfonds am nachhaltigsten gestaltet werden können.»

Kriterien für die Entscheidung zur nachhaltigen Geldanlage

Der Studie zufolge sind für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Anlagepolitik von Unternehmen zwei Punkte entscheidend. Einerseits müssen die Fondsgesellschaften entsprechende Empfehlungen vornehmen, andererseits muss das Mutterunternehmen eine umfangreiche und konsequente Nachhaltigkeisstrategie verfolgen.

 

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: «Eurosif 2011 Corporate Pension Funds & Sustainable Investment Study»

Quelle: FNG, Eurosif

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