Was ist Biomasse?

Biomasse liefert Strom, Gas, Wärme sowie Treibstoff. Mit der Bioenergie deckt die Schweiz fast fünf Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs. Holz spielt dabei als Biomasse eine grosse Rolle und ist dadurch die zweitwichtigste, heimische Energiequelle.

Holz ist eine bedeutsame Art von Biomasse in der Schweiz
Holz - beziehungsweise Holzschnitzel oder Holzpellets - sind ein bedeutsamer Energie- und Wärmelieferant. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Ob Holz, Pflanzenreste oder Gülle -  Biomasse findet sich in Hülle und Fülle auf Schweizer Feldern, in Wäldern oder Ställen. Wir verstehen unter Biomasse alle pflanzlichen und tierischen Materialien, die vom Menschen energietechnisch verwertet werden können.

Welche ist die wichtigste Schweizer Biomasse?

Die Schweiz hat den grössten Holzvorrat in ganz Europa. Hier wächst in weniger als zwei Minuten genügend Holz für ein Einfamilienhaus nach. Somit gibt es auch ausreichend Biomasse für die Produktion von sauberer Energie. Doch es wird viel Treibhausgas freigesetzt, wenn eine etwa 20 Meter hohe und 100 Jahre alte Eiche verheizt wird. Schätzungsweise 50 Kilogramm Kohlendioxid entweichen dann in die Atmosphäre. Das ist die gleiche Menge an CO2, die der Baum während seines Wachstums mittels Sonnenenergie und Fotosynthese gespeichert hat. Darum gilt Holz als klimaneutraler Brennstoff.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten setzt die Schweiz kaum auf Energiepflanzen. Das können Raps oder Mais sein. Das sind Pflanzen, die Landwirte ausschliesslich zur Energiegewinnung anbauen.

Bioenergie aus Biomasse

Waldholz, holzige Reste, Hecken sowie biologische Abfälle werden in der Regel verbrannt oder vergast, um Bioenergie zu erzeugen. Mehr als zwei Drittel stammen allein aus der Holzverbrennung. Heizwärme und Strom werden auch durch die Abfallverbrennung, in Biogasanlagen und durch die Energienutzung von Abwasserreinigungsanlagen produziert. Darüber hinaus dient Biomasse auch als Basis für umweltfreundlichen Treibstoff.

Biogas

Biogasanlagen funktionieren ohne Licht- und Luftzufuhr. Silos sind mit typischen landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Mist, Gülle, Futterreste und Einstreu befüllt. Diese verfaulen bzw. vergären mit Hilfe fleissiger Methanbakterien, welche die Biomasse bei warmen 30 bis 40 Grad zersetzen. Biogas stammt nicht nur aus landwirtschaftlichen Betrieben, sondern auch aus kommunalen Kläranlagen, aus der Abwasserreinigung oder von Abfalldeponien. Deutlich mehr Biogas entsteht, wenn auch Lebensmittelabfälle, Obst- und Gemüsereste oder andere nachwachsende Rohstoffe wie Mais Einsatz finden.

Das entstandene Biogas kann direkt in das Gasnetz eingespeist oder in Strom und Heizwärme umgewandelt werden.