Weichmacher: Label schaffen Sicherheit

 

Spielzeuge aus PVC tragen oft den Weichmacher in sich.

Spielzeuge aus PVC tragen oft den Weichmacher in sich. Foto: © Hemera/thinkstockphotos.com

Weichmacher in Kinderspielzeug

Kinder sind Vielspieler. Sie verbringen durchschnittlich 15.000 Stunden mit Kinderspielzeug. Insbesondere Kleinkinder erkunden Teddy & Co mit dem Mund. Öko-Test untersuchte deshalb Beissringe, die nur teilweise speichel- und schweissecht waren. In einem fand man sogar Phtalate. Auch einige Modelle von Kinder-Stoppersocken waren mit dem gesundheitsschädigenden Weichmacher DEHP belastet. Deshalb raten Experten, neue Spielwaren im Freien zu lüften und Stofftiere vor dem Gebrauch zu waschen. Zudem sollt man kein billiges Kinderspielzeug kaufen, das aus Weichkunststoffen besteht oder chemisch oder parfümiert riecht. Weich-PVC erkennt man häufig auch am Recyclingcode «03» oder am aufgedruckten «PVC»-Schriftzug. Gummitiere oder aufblasbare Wasserbälle enthalten neben Weichmachern oftmals noch andere Schadstoffe und sind nicht zu empfehlen. Unlackierte Vollholzartikel bieten hingegen risikofreien Spielspass. Orientierung geben verschiedene Labels: GS-Zeichen, spielgut, der blaue Engel (textil- und Holzspielzeug) und das Öko-Tex-100-Siegel. Weitere Informationen geben Verbrauchermagazine Saldo, Öko-Test und Stiftung Warentest.

PET-Flasche ohne Weichmacher

PET-Flaschen werden ohne Weichmacher produziert, doch können die Stoffe bei der Flaschenherstellung oder beim Abfüllen hineingelangen. Dem gingen die Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) nach. Sie fanden zwar Weichmacher, doch nur in «äusserst geringen Mengen». Die  Konzentrationen lag weit unter den Grenzwerten für Trinkwasser, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Deutsche Forscher der Frankfurter Universität wiesen in getesteten Mineralwassermarken Umwelthormone nach. Sie vermuteten, dass die östrogenen Stoffe teilweise aus den PET-Flaschen austraten. Das konnte das Bundesamt für Gesundheit (BAG)  nicht bestätigen. Man liess 31 beliebte Mineralwässer auf Umwelthormone prüfen. Die Hälfte der Mineralwässer enthielt Weichmacher unterhalb der Grenzwerte, sodass aus Sicht des BAG keine gesundheitlichen Risiken für Schweizer Verbraucher bestehen.

Label

Wer sicher gehen möchte, sollte auf Gütesiegel und Öko-Label achten. Naturemade plus hilft, Baumaterialien ohne Schadstoffe und Weichmacher zu finden. Der Blaue Engel steht für emmisionsarme Produkte, was ein Minimum an Weichmachern miteinschliesst. Ferner sollte man auf Hinweise wie «phthalat-frei» ein Auge haben. Auch im Kleiderschrank verstecken sich Weichmacher, die man mit Hilfe des Öko-Tex-100-Siegeles und durch unbehandelte Bio-Mode umgeht. Wer zudem auf Kunststoffgefässe verzichtet und Glasverpackungen bevorzugt, kann den «Weichmacher-Konsum» ein wenig einschränken.

Links zum Thema Weichmacher:

  • ETHZ Studie - Weichmacher trotz ausgewogener Ernährung.
  • Phthalate  und hormonaktive Chemikalien - BAG informiert über Weichmacher.
  • Übersicht Kunststoffe im Alltag  - Global 2000 bietet eine Übersicht über alle Kunststoffe.
 

Quellen: BAG, ETHZ, Empa, WWF Schweiz, Kantonale Laboratorien der Schweiz, BfR saldo 20/2005, Umweltbundesamt, K-Tipp, Öko-Test 2012/1, BUND,  idw, WEFC  Text: Kerstin Borowiak

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