Weniger Nachwuchs bei der Schleiereule wegen Landwirtschaft

Schleiereulen leben gerne in der Nähe von Menschen, doch vertragen sich ihre Gewohnheiten nicht gut mit intensiver Landwirtschaft in ihrem Lebensraum. Eine Untersuchung zeigt, dass dies für den Nachwuchs zu Problemen führt.

Schleiereule reagiert sensibel auf Landwirtschaft
Foto: © iculizard / iStock / Thinkstock
  • 1

Untersuchungen der Vogelwarte Sempach und der Universität Lausanne haben gezeigt, dass der Nachwuchs der Schleiereule auf höhere menschliche Aktivitäten sensibel reagiert. Die Forscher haben die Konzentration von Stresshormonen bei jungen Schleiereulen gemessen, deren Nistkästen in Scheunen hängen. Viele der Jungtiere schütten vermehrt Stresshormone aus, die unter anderem ihr Wachstum hemmen können.

Zudem wirkt sich die landwirtschaftliche Nutzung in den Lebensräumen der Schleiereule negativ auf ihre Jagderfolge aus. Durch die menschliche Nutzung der freien Flächen können die Schleiereulen schlechter Mäuse erbeuten und bringen so dem Nachwuchs auch weniger Futter ins Nest. Somit waren die untersuchten jungen Schleiereulen leichter und weniger gut entwickelt.

Schleiereulen helfen durch Aufhängen von Nistkästen

In der Schweiz leben ungefähr noch 1'000 Brutpaare der Schleiereule. Sie gilt damit als potenziell gefährdet.

Die Vögel brüten fast ausschliesslich in Scheunen und Kirchtürmen, die in Kleinstädten oder Dörfern gelegen sind. Auch jagen Schleieraulen gerne am Rand von Siedlungen, entlang von Strassen oder Böschungen und vielfältigen Landschaftsteilen mit Hecken.

Wer den Vögeln helfen möchte, kann einen Nistkasten in einer von Menschen weniger gestörten Umgebung anbringen, wo die Tiere es nicht weit bis zur nächsten Hecke oder Böschung haben.

Quellen: landbote.ch, vogelwarte.ch, Text: Regina Rohland