Artensterben: Die Überlebenschance dieser Tiere ist am geringsten

Eine Studie zum Artensterben untersuchte über 800 Tierarten, die es nur noch an einem einzigen Ort auf der Welt gibt. Für die Mehrheit sieht die Zukunft sehr düster aus, 15 Tierarten haben besonders geringe Chancen auf ein Überleben.

Neue Studie zum Artensterben: Ursachen und bedrohte Tiere
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Unter anderem 17 Reptilienarten, 165 Vogelspezies, 157 Säugetier- und 502 Amphibienarten wurden laut dem Fachmagazin «Current Biology» von Forschern der University of Southern Denmark unter die Lupe genommen.

Zwar haben die Wissenschaftler auch festgestellt, dass mehr als ein Drittel der untersuchten Tierarten trotz ihrer Gefährdung gute Überlebenschancen hat, für insgesamt 510 Arten sieht es aber düster aus, wie Spiegel.de den Bericht zusammenfasst. Am stärksten gefährdet sind laut der Studie drei Säugetierarten sowie jeweils sechs Vogelarten und Amphibien.

Ursache für das Artensterben ist der Mensch

Die Wissenschaftler der dänischen Studie, wie auch zahlreiche andere Forscher, sind sich einig, dass der Mensch verantwortlich ist für das verstärkte Artensterben. Ganz vorne bei den Gründen sei der Klimawandel, der die Lebensräume vieler Tierarten verändert. Ein Beispiel dafür ist die Versauerung der Weltmeere, die aufgrund des hohen CO2-Ausstosses immer weiter voranschreitet. Besonders Korallen leiden unter diesen veränderten Bedingungen, aber auch Plankton, die Hauptnahrung unzähliger Meeresbewohner, wird hierdurch knapp. Darüber hinaus tragen Überfischung und Plastikabfälle zum Artensterben in den Ozeanen bei. Mehr dazu in dem Beitrag Tatort Weltmeere: Zahl der bedrohten Fischarten steigt.

An Land sorgt, neben ebenfalls Plastikmüll, der Verlust von Lebensräumen durch Abholzung, etwa für den Palmölanbau, der Ausbau der Landwirtschaft, Gifteinsatz auf den Feldern und die Neuentstehung von Siedlungen für Artensterben. Aber auch viele weitere Faktoren sind mit dafür verantwortlich, dass die Zahl der gefährdeten sowie bereits ausgestorbenen Tiere weiter steigt.

Um das Artensterben einzudämmen, wäre laut der dänischen Forscher ein jährlicher Betrag von 1,3 Milliarden US-Dollar nötig. Damit könnten Schutzprojekte vor Ort finanziert werden. Zudem schlagen die Wissenschaftler vor, Zoos durch gezielte Züchtung von bedrohten Arten in die Gegenmassnahmen zum Artensterben zu integrieren.

Diese Tierarten sind besonders stark gefährdet

Zu den Arten mit den wenigsten Überlebenschancen gehören Säugetiere wie die mexikanische Chiapan-Kletterratte, dieMount-Lefo-Bürstenhaarmaus oder dieTropische Flachland-Taschenratte.

Auf der Liste der am stärksten gefährdeten Vogelarten steht unter anderem der Amsterdam-Albatros, derTahiti-Monarch und der Wilkins-Fink.

Vom Artensterben am stärkste bedrohte Amphibien sind unter anderem der Lykische Salamander, der Campo-Grande-Baumfrosch oder der Froschlurch Allobates juanii.

Die Daten zu allen über 800 untersuchten Arten finden Sie anhand einer interaktiven Weltkarte unter arcgis.com.

Quellen: Stern.de, Sueddeutsche.de, Tagesanzeiger.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann