Napfschnecke verfügt über das härteste Bio-Material der Welt

Die Napfschnecke ist an den algenreichen Felsenküsten heimisch. Sonst eher unbeachtet, hat ein Forscher sie jetzt ins Rampenlicht gerückt. Denn ihre Zähne sind härter als alle anderen natürlichen Materialien, und das aus gutem Grund.

Napfschnecke verfügt über das härteste natürliche Material
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Die Zähne der Napfschnecke bestehen aus einer Mischung von Goethit und Chitin, die mehr aushält als eine kugelsichere Weste, wie Untersuchungen eines Materialwissenschaftlers der University of Portsmouth herausfand. Auch die Zugfestigkeit der Zähne ist enorm. Ihre Widerstandskraft übertrifft die der Spinnenseide, die in etwa so stabil ist wie Karbonfasern. 

Napfschnecken-Zähne müssen hohe Anforderungen erfüllen

Für ihr Futter kriechen die kleinen Napfschnecken über die algenbesetzten Steine der Felsküsten und raspeln mit ihren Zungen, der Radula, die Algen ab. Dafür ist die Radula mit unzähligen kleinen, aber scharfen Zähnen besetzt. So ein Zahn ist ca. 1 mm lang und in etwa so dick wie ein Fünfräppler.

Wo die Napfschnecke auf Futtersuche war, bleibt nur der abgegraste und zerkratze Fels zurück. Um solche Spuren zu hinterlassen, müssen die Zähne der Napfschnecke härter sein als der Stein.

Quelle: spiegelonline.de, 20Minuten.ch, Text: Regina Rohland