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Wo du in der Schweiz Velos mieten kannst

Du hast kein eigenes Velo, möchtest gerne mal ein E-Bike testen oder brauchst ein Lastenvelo für den Wocheneinkauf? In der Schweiz ist das Angebot an Mietvelos gross. Ob Rennvelo oder Citybike, mit E-Antrieb oder ohne: Wir zeigen, wo du für deine nächste Tour ein Velo mieten kannst – und wie du Bike-Sharing alltagstauglich mit Familie, Arbeit und ÖV kombinierst.

Frau mit Rucksack mietet ein Velo
In der Schweiz gibt es einige Anbieter, bei denen du Velos mieten kannst. © PIKSEL / iStock / Getty Images Plus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um ein Velo zu mieten, brauchst du meistens eine App des entprechenden Anbieters.
  • Es gibt sogar Anbieter, die Velos kostenlos vermieten – beispielsweise Zürirollt.
  • Bei einigen Veloverleihen kannst du günstige Jahresabos abschliessen.
  • Auch für Lasten- oder Tourenvelos gibt es mittlerweile tolle Angebote in der Schweiz.

Du brauchst kein eigenes Velo, um flexibel und ohne CO2-Ausstoss unterwegs zu sein. Wer unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt fahren möchte, kann sich in der gesamten Schweiz über ein grosses Angebot an Mietvelos freuen – vom klassischen Citybike bis zum E-Bike oder Lastenvelo.

Gerade für Familien zählt im Alltag nicht nur der Preis, sondern auch: Passt das Velo zur Strecke, zum Wetter, zu Kindertransport und Termindruck? Gute Mietsysteme helfen dir, Wege zu überbrücken, die du sonst vielleicht automatisch mit dem Auto machen würdest.

Die Vorteile, wenn du dir ein Velo mietest, statt mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, liegen auf der Hand:

  • Du bewegst dich an der frischen Luft
  • Du tust etwas für die Umwelt und verringerst deinen CO2-Fussabdruck
  • Du trägst dazu bei, dass der motorisierte Verkehr in der Stadt entlastet wird
  • Du bist nicht an Abfahrtzeiten gebunden

Wichtig für Eltern: Plane realistisch. Eine kurze, gut machbare Strecke, eine sichere Abstellmöglichkeit und ein Backup (ÖV oder Sharing) machen den Umstieg leichter als ein «alles oder nichts».

Damit du weisst, wo du in deiner Nähe Velos mieten kannst, zeigen wir dir die wichtigsten Anbieter von Bike Sharing in der Schweiz.

Eine Woche Autoersatz testen: dein 7-Tage-Plan

Du willst herausfinden, ob du im Alltag weniger Auto brauchst, ohne gleich alles umzustellen? Ein 7-Tage-Test ist oft ideal: Du lernst Strecken, Zeitbedarf und Alltagstauglichkeit kennen – und merkst schnell, welche Kombination aus Mietvelo, E-Bike, Lastenvelo und ÖV zu dir passt.

Tag 1–2: Pendeln (E-Bike/Citybike)

Starte mit dem einfachsten, wiederkehrenden Weg: Arbeitsweg, Ausbildungsweg oder regelmässige Termine. Für viele ist ein E-Bike besonders motivierend, weil Steigungen und Gegenwind deutlich weniger ins Gewicht fallen.

  • Strecke checken: Gibt es ruhige Nebenstrassen, Velowege oder velofreundliche Routen? Plane lieber 5 Minuten mehr ein, wenn die Strecke dafür entspannter ist.
  • Steigung & Tempo: Wenn du stark schwitzt oder du danach direkt in Meetings musst: E-Bike testen oder Kleidung zum Wechseln einpacken.
  • Praktikabilität: Wo lässt sich das Velo sicher abstellen? Gibt es am Ziel eine Garderobe oder Duschmöglichkeit?
  • Laden: Bei E-Bikes lohnt sich ein Blick auf Ladeoptionen (zu Hause, am Arbeitsort oder unterwegs) – und auf den Akkustand vor der Rückfahrt.

Für Familien mit Schulkindern kann auch der «Schulweg + Weiterfahrt» ein gutes Test-Szenario sein: Du bringst dein Kind bis zu einem sicheren Punkt (oder ihr fahrt gemeinsam) und setzt dann deinen Weg fort.

Tag 3–4: Einkauf & Kinder (Cargo-Sharing oder Anhänger)

Jetzt kommt der echte Alltagstest: Wocheneinkauf, Kita/Schule, Spielplatz – plus Zeitdruck. Hier sind Lastenvelos (Cargo) oder ein Anhänger oft die angenehmste Lösung.

Szenario Wocheneinkauf: Plane eine Route mit möglichst wenig Stresspunkten (weniger Kreuzungen, weniger starke Steigung). Nimm Taschen oder eine Kiste mit, die sich gut ein- und ausladen lässt. Wenn du Tiefkühl- oder Frischwaren transportierst, hilft eine Kühltasche.

Szenario Kita/Schule: Kläre vorab, wie dein Kind mitfahren soll (Sitz, Bank im Cargo, Helm) und plane extra Zeit ein: Anhalten, anschnallen, nachziehen der Jacke – das ist normal.

Kosten im Blick behalten: Vergleiche für diese zwei Tage grob, was du sonst fürs Auto ausgeben würdest (z.B. Parkgebühren, kurze Fahrten, eventuell Taxi/Carsharing als Backup) und was dich Cargo-Sharing kostet (Stunden- oder Tagesmiete). Oft entscheidet nicht «billiger oder teurer», sondern: Wie planbar und stressarm ist es?

Wenn du Carvelo2go nutzt: Denk in konkreten Mini-Missionen. Zum Beispiel «Kita → Einkauf → nach Hause» oder «Baumarkt → kurz laden helfen → zurück». Cargo ist besonders stark, wenn du mehrere Erledigungen zu einer Runde bündelst.

Tag 5–7: Multimodal (Zug/Postauto + Mietvelo am Ziel)

Zum Schluss testest du die Kombination aus ÖV und Mietvelo: Das ist in der Schweiz oft der grösste Hebel, weil du längere Distanzen ohne Auto schaffst und am Ziel trotzdem mobil bleibst.

Mini-Workflow: Prüfe am Vorabend in der App, ob am Ziel genügend Velos verfügbar sind und wo Stationen liegen. Plane Puffer ein (z.B. wenn ein Velo defekt ist oder die Station leer ist). Wenn du mit Gepäck reist: Rucksack statt Tasche macht das Umsteigen leichter.

Alternativen, wenn es knapp wird: Ein Faltvelo (falls vorhanden), ein Mietvelo am Ziel (Station/Hotel/Camping), oder die Strecke am Ziel zu Fuss/mit Bus überbrücken. Multimodal ist nicht «perfekt», aber sehr robust, wenn du Alternativen mitdenkst.

Schweizrollt

Der Verein Schweizrollt stellt in verschiedenen Städten ein günstiges, teilweise sogar kostenloses Veloverleihsystem zur Verfügung. Betrieben werden die Ausleistationen in Zürich, Genf, Neuenburg und im Wallis von gemeinnützigen Institutionen, die Asylsuchenden oder Langzeitarbeitslosen einen Arbeitsplatz bieten.

Bei diesen Mitgliedern von Schweizrollt kannst du in der entsprechenden Stadt E-Bikes, Transprotvelos oder normale Velos mieten:

Genèveroule

Neuchâtelroule

Zürirollt

Alltagstipp für Familien: Wenn du ein Velo nur gelegentlich brauchst (z.B. in den Ferien oder am Wochenende), kann ein solcher Verleih günstiger und unkomplizierter sein als ein Abo. Kläre vorab Öffnungszeiten und ob Zubehör wie Kinderhelm, Kindersitz oder Gurte verfügbar sind.

PubliBike

Mit bereits mehreren hundert Stationen in den Regionen Zürich, Bern, Genfersee und Tessin trägt das Bike-Sharing-Unternehmen PubliBike einen Teil zur Entwicklung nachhaltiger Mobilität bei. Die E-Bikes, die an Stationen via App ausgeliehen und bei einer anderen Station wieder abgegebene werden können, tanken hauptsächlich erneuerbare Energie.

Praktisch mit ÖV kombinieren: Wenn du pendelst oder Ausflüge machst, lohnt sich oft «ÖV bis in die Nähe – Mietvelo für die letzten Kilometer». Das kann entspannter sein, als ein eigenes Velo mitzunehmen (Tragen in Unterführungen, Platz im Zug, Umsteigen). Umgekehrt kann die Velomitnahme sinnvoll sein, wenn du am Ziel sicher ein eigenes Velo brauchst (z.B. Kindersitz/Anhänger) oder wenn du mehrere Stopps planst und nicht von Stationen abhängig sein willst.

Nextbike

Zwei Personen auf einem Mietvelo von Nextbike
Foto © nextbike / Unsplash

Der Bike-Sharing-Marktführer Nextbike bietet in über 300 Städten weltweit Velos zum Mieten an. Um flexibel Velos auszuleihen, kannst du dich auf der Website oder noch einfacher per App registrieren und nach Standorten in deiner Nähe suchen. Aktuell gibt es in 25 Städten und Gemeinden der Zentalschweiz Nexbike-Stationen, darunter etwa in Stans, Luzern, Sempach und Sursee.

Wenn du mit Kindern unterwegs bist: Prüfe in der App, ob du am Ziel sicher eine Station findest, damit du nicht «unter Zeitdruck» nach einem Abstellpunkt suchen musst. Für den Autoersatz-Test ist Nextbike besonders nützlich für kurze Wege in Städten oder als «letzte Meile» ab Bahnhof.

Pick-e-Bike

Mit den E-Bikes von Pick-e-Bike bist du bequem in der Region Basel unterwegs. Die App kannst du kostenlos herunterladen und damit das nächste Velo orten. Besonders praktisch: Feste Rückgabeorte gibt es nicht.

Für den Familienalltag kann das Free-Floating-System Vorteile haben: Du kannst näher am Ziel parkieren (z.B. bei Spielplatz oder Einkauf). Achte dafür besonders darauf, dass du das Velo korrekt und rücksichtsvoll abstellst, damit Fusswege frei bleiben.

Geheimtipp: Velo mieten oder teilen mit der App Match my Bike

Match my Bike ist kein Veloverleih, sondern die erste private Bike Sharing App der Schweiz. Sie kann etwa fürs Velo-Sharing innerhalb einer geschlossenen Gruppe genutzt werden, also zwischen Freundinnen und Freunden oder auch Mitarbeitenden.

So funktioniert es: Bei Anmeldung bekommst du von Match my Bike ein elektronisches Bügelschloss. Dieses lässt sich via Bluetooth mit dem Smartphone öffnen. Die Besitzerin oder der Besitzer eines Velos kann dieses mit dem Schloss anschliessen und in der App angeben, wo das Velo steht. Mitglieder der Community können dieses Velo dann buchen und innert der vorgegebenen Zeit wieder zurückbringen.

Lastenvelos von Carvelo2go

Es steht ein Umzug bevor, ein Einkauf im Baumarkt oder ein Ausflug mit der Familie? Statt mit dem Auto kannst du solche Fahrten auch mit einem eCargo-Bike erledigen. Mit den Lastenvelos von Carvelo2go kannst du 100 Kg transportieren, und zwar bis zu 60 km weit.

Das Bike-Sharing-Angebot gibt es in zahlreichen Schweizer Städten. Um ein Lastenvelo zu mieten, musst du lediglich ein Nutzerkonto anlegen und mit der App nach dem nächsten freien Bike suchen. Dann kannst du das Carvelo beim ausgewählten Host abholen, zu dem zu es nach dem Gebrauch auch wieder zurückbringst.

Typische Familien-Szenarien mit Carvelo2go: (1) Wocheneinkauf mit grossen, schweren Taschen, (2) Kinder + Laufrad/Helm/Spielzeug für den Park, (3) Baumarkt- oder Brocki-Runde, (4) Ausflug an den See, wenn du nicht alles im Zug tragen willst. Plane beim ersten Mal etwas Extra-Zeit fürs Einstellen (Sattel, Unterstützungsstufe, Einweisung beim Host).

E-Bikes von Rent a Bike

Die Mietvelos von Rent a Bike findest du in der Schweiz an vielen Bahnhöfen sowie in der Nähe von Hotels und Campingplätzen. Hier kannst du verschiedenste E-Bikes für die Strasse oder zum Mountainbiken für mehrere Stunden, Tage oder Wochen ausleihen. Online kannst du einfach die Abhol- und Rückgabestation auswählen, den Tarif angeben (mit Halbtax gibt’s Rabatt), dich registrieren und das Velo mieten.

Praktisch mit ÖV kombinieren: Wenn du mit Kindern reist, kann «Zug/Postauto + Mietvelo am Ziel» sehr entlastend sein: Du musst kein eigenes Velo schleppen und kannst die Route am Ziel flexibel planen. Eine Velomitnahme im Zug kann dagegen sinnvoll sein, wenn du Spezialausrüstung brauchst (z.B. eigener Kindersitz, Anhänger, spezielles Touring-Setup) oder wenn du in Regionen unterwegs bist, wo Mietstationen seltener sind.

Tourenvelos von Pedalmondo

Wer eine längere Tour mit dem Velo plant, kann bei Pedalmondo einen Drahtesel mit bis zu 5 Velotaschen ab 25 Franken pro Tag mieten. Das Depot, sowie der Sitz des jungen Unternehmens ist in Bern. Wer möchte, kann einen flexiblen Annahme- und Rückgabeort inklusive Gepäcktransfer dazubuchen.

Für Familien, die mehrtägig unterwegs sind: Eine realistische Tagesetappe, Pausenplätze und «Schlechtwetter-Optionen» (ÖV, kürzere Etappen) machen den Unterschied. Wenn du erstmals mit Gepäck fährst, hilft es, vorher eine kurze Testfahrt zu machen, um Balance und Bremsweg mit beladenen Taschen einzuschätzen.

ÖV-Planung fürs Velo: Regeln, Reservationen und sichere Routen

Damit dein Velo-Tag mit Familie entspannt bleibt, lohnt sich vorab ein kurzer Check:

  • ÖV-Regeln & Reservationen: Prüfe je nach Strecke und Tageszeit, ob für die Velomitnahme eine Reservation nötig ist und ob es Einschränkungen gibt (z.B. zu Stosszeiten). Wenn du nicht sicher bist, ist «Mietvelo am Ziel» oft die einfachere Alternative.
  • Velovorzugsrouten und sichere Wege: Gerade mit Kindern ist eine ruhige, sichere Strecke oft wichtiger als die schnellste. Plane wenn möglich über velofreundliche Achsen, separate Wege und verkehrsarme Quartierstrassen.

Wenn du den Autoersatz-Test machst: Notiere dir nach jeder Fahrt kurz, was gut lief und was schwierig war (z.B. Abstellen, Kindertransport, Umsteigen). Schon nach einer Woche hast du meist ein klares Bild, welche Mobilitätsmix-Variante zu eurem Alltag passt.

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