Carpooling spart Geld und CO2! So teilst du in der Schweiz deinen Arbeitsweg Fabienne Leisibach Wer Mitfahrgelegenheiten nutzt, lernt neue Leute kennen, schont das Portemonnaie und tut erst noch nachhaltig etwas für die Umwelt. Welche Plattformen für Mitfahrgelegenheiten es in der Schweiz gibt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Nutze eine Mitfahrgelegenheit, wenn du privat oder geschäftlich auf das Auto angewiesen bist. Das spart viel Geld und CO2. Foto © CatLane / E+ So funktioniert Carpooling in der Schweiz In 7 Schritten zur Mitfahrt Account erstellen (Fahrer:in oder Mitfahrer:in) und Profil vervollständigen. Fahrt suchen oder anbieten: Start, Ziel, Datum, Uhrzeit, Anzahl Plätze. Matching: Anfrage senden oder Buchung bestätigen (je nach Plattform). Treffpunkt klären: gut auffindbar, beleuchtet, möglichst an einem öffentlichen Ort; Zeitpunkt und Notfallkontakt absprechen. Zahlung/Beitrag festlegen: Preis oder Kostenbeteiligung vorab transparent vereinbaren (inkl. allfällige Parkgebühren). Fahrt antreten: pünktlich sein, Gepäck/Kindersitz-Fragen vorher klären, respektvoll miteinander umgehen. Bewerten: Feedback geben (hilft anderen bei der Entscheidung und stärkt Vertrauen). Was du vor der ersten Fahrt checkst Profil und Bewertungen: Achte auf eine plausible Beschreibung, mehrere Bewertungen über längere Zeit und konsistente Infos (Name/Fotos/Route). Kommunikation: Klare Absprachen zu Abfahrtszeit, Zwischenstopps, Musik, Gesprächsbedarf und Pausen machen die Fahrt für alle angenehmer. Treffpunkt: Wähle einen Ort, an dem du dich wohlfühlst (z.B. Bahnhofvorplatz, Park-and-Ride, gut sichtbarer Supermarktparkplatz). Bei der ersten gemeinsamen Fahrt sind öffentliche Orte besonders sinnvoll. Gepäck und Plätze: Kläre vorab, wie viel Gepäck mitkommt (Kinderwagen, Sporttasche) und wie viele Sitzplätze wirklich frei sind. Mit Kindern unterwegs: Kindersitz/Booster und Gurte müssen passen. Sprich vorher ab, wer was mitbringt und wie der Einbau funktioniert. Wenn du unsicher bist, plane lieber extra Zeit ein oder wähle eine Fahrt, bei der du alles Nötige selbst dabei hast. Wenn du als Mitfahrer:in reist oder Mitfahrerinnen und Mitfahrer in deinem Privatauto aufnimmst, trägst du dazu bei, dass die einzelnen Autos besser ausgelastet sind und es weniger Verkehr auf unseren Strassen gibt. Dies führt zu weniger Stau, weniger Parkplatzproblemen und das Beste: zu weniger CO2-Emissionen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du zur Arbeit willst oder in den Urlaub, ob es nur die Hinfahrt betrifft, oder ob du retour fahren möchtest: Für fast jedes Bedürfnis gibt es ein passendes Angebot. Wir stellen dir die besten Anbieter für Mitfahrgelegenheiten in der Schweiz vor, zeigen, welche Möglichkeiten sie bieten und wofür sie sich besonders gut eignen plus wie das Mitfahren für die Nutzerinnen und Nutzer funktioniert. Mitfahrgelegenheiten Schweiz 1 Dank HitchHike mit der Fahrgemeinschaft zur Arbeit HitchHike ist eine Schweizer Carpooling-Plattform, die sowohl von Privatpersonen wie auch von Gemeinden, Regionen und Unternehmen genutzt werden kann. Um die Plattform zu nutzen, muss ein kostenloses Profil erstellt werden. HitchHike für Privatpersonen Carpooling für alle: Ob für die Party in der Stadt, einen Tagesausflug oder fürs Einkaufen – die schweizweite Plattform ist in allen Landesprachen kostenlos verfügbar. Erstelle dafür einfach ein Konto und suche nach deiner nächsten Mitfahrgelegenheit. Anmelden kannst du dich hier. HitchHike für Gemeinden, Regionen und Unternehmen HitchHike bietet auch Communitys Carpooling an. Dies ist vor allem für Gemeinden, Regionen und Unternehmen geeignet, um zu pendeln, einzukaufen oder Ausflüge zu machen. 2 In die Ferien mit Blablacar Ob für eine spontane Fahrt in die nächste Stadt oder für den Urlaub ins nahe Ausland: Das Angebot von Blablacar bietet unter mitfahrgelegenheit.ch Carpooling in über 20 Ländern. Allerdings erhebt Blablacar in Abhängigkeit vom Preis der Mitfahrgelegenheit Reservationsgebühren. Den Preis für die Fahrt bestimmt, wer das Auto fährt. In der Regel entspricht diese einer Entschädigung pro Kilometer und Mitfahrer. Um im Vorfeld zu sehen, mit wem man fahren wird, stehen Portraits und Bewertungen der Nutzer zu Verfügung. Sicherheit & Fairness Vertrauenssignale: Verifikation, Bewertungen, Kommunikation Gerade wenn du mit fremden Menschen fährst, zählt ein gutes Bauchgefühl – und klare, überprüfbare Signale. Diese Punkte helfen dir, das Risiko zu senken und die Fahrt entspannter zu machen: Verifikation nutzen: Wenn eine Plattform Identitäts- oder Kontakt-Verifizierungen anbietet, ist das ein Plus. Bewertungen lesen: Achte nicht nur auf Sterne, sondern auf Inhalte: Pünktlichkeit, Fahrstil, Kommunikation, Zuverlässigkeit. Vorab kurz telefonieren oder gezielt schreiben: Unklare Antworten, Widersprüche oder Druck («schnell zusagen!») sind Warnzeichen. Treffpunkt und Route transparent: Seriöse Fahrer:innen nennen einen klaren Treffpunkt, eine realistische Abfahrtszeit und kommunizieren Verspätungen. Grenzen respektieren: Du darfst jederzeit absagen, wenn du dich unwohl fühlst – besonders bei kurzfristigen Änderungen (anderes Auto, anderer Treffpunkt, zusätzliche Mitfahrende ohne Ankündigung). Red Flags (lieber nicht einsteigen): unrealistisch niedriger Preis, wechselnde Angaben zu Auto/Route, drängende Kommunikation, unklarer Treffpunkt («ich hol dich irgendwo ab»), keine Bewertungen bei gleichzeitig «sehr vielen Fahrten», Bitte um Zahlung ausserhalb der Plattform ohne plausiblen Grund. Kostenaufteilung transparent machen Damit Carpooling fair bleibt, hilft eine einfache Regel: Kosten vorher absprechen, nicht nachher diskutieren. Kläre vorab: Beitrag pro Person (oder Gesamtpreis) und ob er fix ist. Zusatzkosten wie Parkgebühren, Autobahnvignette im Ausland, Maut oder Tunnelgebühren. Abhol-Umwege: Wenn die Route deutlich länger wird, ist ein leicht höherer Beitrag nachvollziehbar – aber er sollte transparent sein. Mini-Beispiel (1 Pendelstrecke pro Woche): Stell dir vor, du fährst einmal pro Woche eine Hin- und Rückfahrt von je 25 km zur Arbeit (also 50 km total). Wenn du diese Strecke statt allein zu zweit fährst, verteilst du die Fahrtkosten. Gleichzeitig sinken die Emissionen pro Person deutlich, weil ein Auto statt zwei Autos unterwegs ist. Wie gross der Effekt konkret ist, hängt vom Fahrzeug (Benzin/Diesel/Hybrid/Elektro), der Auslastung und deinem Fahrstil ab – aber das Grundprinzip ist klar: Mehr Personen pro Auto senken Kosten und Emissionen pro Kopf. Recht, Versicherung & Datenschutz Was passiert bei Unfall/Schaden? Bei einem Unfall greift in der Schweiz grundsätzlich die bestehende Motorfahrzeug-Haftpflicht für Schäden gegenüber Dritten; für das eigene Fahrzeug ist je nach Situation die Kasko-Versicherung relevant. Für dich als Mitfahrer:in ist es sinnvoll, vorab zu klären, ob es sich um eine private Mitfahrt mit Kostenbeteiligung handelt (und nicht um gewerbsmässigen Transport). Wenn du regelmässig Personen mitnimmst, lohnt sich zudem ein kurzer Check deiner Police und Bedingungen. (Vertiefung folgt: eigener Artikel zu Versicherung & Mitfahrgelegenheiten.) Welche Daten du besser nicht teilst Je weniger sensible Daten unterwegs sind, desto besser. Das hilft dir (und auch deinen Kindern), Privatsphäre zu schützen: Adresse: Teile lieber einen Treffpunkt in der Nähe statt deine genaue Wohnadresse. Alltagsroutinen: Keine detaillierten Infos wie «Ich bin jede Woche alleine mit Kind zu Hause» oder genaue Abwesenheitszeiten. Dokumente und sensible Daten: Keine Ausweisnummern, keine Fotos von Tickets/IDs, keine Versicherungs- oder Kontodaten im Chat. Kinderinfos: Beschreibe nur, was für die Fahrt nötig ist (z.B. «mit Kindersitz, 1 Kind, wenig Gepäck»), nicht mehr. Fazit: Carpooling passt besonders gut in den Familienalltag, wenn du es einfach hältst Carpooling ist eine praktische Lösung, wenn du (noch) aufs Auto angewiesen bist: Du kannst Kosten teilen, Emissionen pro Person senken und manchmal sogar entspannter pendeln. Wenn du Profil, Treffpunkt und Kosten transparent klärst und auf Vertrauenssignale achtest, wird aus einer Mitfahrgelegenheit schnell eine zuverlässige Routine – ob zur Arbeit, zum Sport oder für den Wochenendausflug.