Pflanzen überwintern leicht gemacht

In den Wintermonaten wird es vielen Pflanzen Draussen zu kalt. Während winterharte Pflanzen problemlos im Freien überwintern, brauchen andere Gewächse ein geeignetes Winterquartier.

Pflanzen richtig überwintern: Sorten, Standort und Pflege
Manche Pflanzen brauchen im Winter besonderen Schutz. Foto  © yulyao / iStock / Getty Images Plus
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In der kalten Jahreszeit haben wir im Garten und auf dem Balkon weniger zu tun. Was nun wichtig ist: Die Temperaturen ganz genau im Auge zu behalten und gegebenenfalls rechtzeitig zu reagieren – denn wenn die Temperaturen unter Null Grad Celsius sinken, müssen manche Pflanzen in ein wärmeres Winterquartier umziehen.

Grundsätzlich haben heimische mehrjährige Pflanzen kein oder kaum ein Problem mit frostigen Temperaturen. Andere Pflanzen, etwa solche aus tropischen Gebieten, überlebt den Winter hierzulande im Freien nicht ohne Weiteres.

Im Artikel

Welche Pflanzen drinnen überwintern?

Für die Entscheidung, ob eine Pflanze draussen, im Wintergarten oder im Gewächshaus überwintern sollte, ist gut zu wissen, wo die Pflanze herstammt. Exotische Pflanzen und einige mediterrane Gewächse vertragen keinen oder nur sehr niedrigen und kurzfristigen Frost. Damit sich diese Gewächse leicht in ein wärmeres Winterquartier buxieren lassen, werden sie meist in Kübel oder im Topf gepflanzt.

Eine Faustregel für den richtigen Standort lautet: Je wärmer der Raum ist, umso mehr Licht brauchen die Pflanzen. Wobei dauerhafte Temperaturen zwischen zwei und sieben Grad Celsius bei mässiger Helligkeit für die meisten Kübelpflanzen optimal sind. Immergrüne Pflanzen müssen möglichst hell stehen. Jene, die im Herbst ihr Laub abwerfen, können auch halbdunkel stehen.

Diese Pflanzen gehören vor dem ersten Frost ins Haus

Gewächse, die im Winter austrocknen dürfen, kühl und dunkel stehen können und erst im Frühjahr wieder aktiv werden, sind bei der Überwinterung nicht sehr anspruchsvoll. Dazu zählen folgende Kübel- und Balkonpflanzen, die vor dem ersten Frost ins Haus müssen:

  • Geranien überwintern am besten an einem hellen Platz im ungeheizten Treppenhaus, im nicht beheizten Wintergarten oder im kalten Keller (unter 10 Grad). Bei der Vorbereitung solltest du alle Blüten und Blätter entfernen und die Stiele auf 10 cm kürzen. Die Geranie dann entweder aus dem Topf nehmen, die Pflanzerde entfernen und die Pflanze in Zeitungspapier einwickeln oder die Geranie im Topf lassen und bis zum Frühjahr nicht wässern.
  • Canna. Die Blattschmuckstaude macht es dem Hobbygärtner ganz einfach. Stelle einfach den Topf mit der Kübelpflanze in den kühlen Keller. Wichtig: Bis März nicht giessen. Das Laub erst entfernen, wenn es eingetrocknet ist. Dann ist das Rhizom gestärkt und es erfolgt der bodennahe Rückschnitt. Im Frühjahr treibt es erneut aus. Nimm es dann aus der alten Erde und pflanze es in neues Pflanzsubstrat. Nun mässig giessen und die Staude an einen hellen Ort stellen.
  • Dahlien solltest du spätestens nach dem ersten Frost rein holen. Es gilt: Je früher, umso besser. Nimm Dahlien vorsichtig mit einem Spaten oder einer Grabegabel aus dem Beet. Wachsen die Dahlien im Topf, dann die Knollen anheben, die Erde gut entfernen und das Laub ca. 5 cm über der Knolle abschneiden. Faule oder eingetrocknete Knollenteile wegschneiden. Nun zunächst in einer Holzkiste oder auf einer Kartonunterlage platzieren und einige Tage gut abtrocknen lassen. Die Dahlien anschliessend in Sand und/oder alter, trockener Pflanzerde in einer Kiste oder einem Karton lagern.

Mediterrane Kübelpflanzen überwintern

Mediterrane Pflanzen, die nicht frosthart sind, lassen sich ebenfalls einfach überwintern. Dafür eignet sich ein dauerhaft heller, kühler (5 - 10 Grad) und frostfreier Standort, am besten an einem Süd- oder Südwestfenster. Achtung: Nur mässig giessen.

Viele mediterrane Kübelpflanzen vertragen kurzfristig leichten Frost. Dennoch sollten die folgenden Pflanzen möglichst keine Temperaturen von dauerhaft unter -5 Grad Celsius abbekommen:

  • Oleander
  • Zitruspflanzen
  • Gewürz-Lorbeer
  • Oliven 

Zu dieser Kategorie zählen auch Schmucklilien. Sie mögen sogar etwas niedrigere Temperaturen zwischen zwei und sieben Grad. So kühl überwintert blühen sie im Folgejahr üppig. Stehen sie wärmer, schwächelt die Blühkraft. Andere Pflanzen dieser Kategorie: Fuchsien, Wandelröschen, Engelstrompeten.

Tipps:

  • Du hast besonders grosse mediterrane Pflanzen im eigenen Garten? Dann lohnt es sich, bei der nächstgelegenen Gärtnerei anzufragen, ob eine Überwinterung in deren Gewächshaus möglich ist.
  • Eventuell vorhandene Wasserschosse (lang, nach oben, keine Früchte tragend) bei Zitrusfrüchten sollten vor der Überwinterung zurückgeschnitten werden.
  • Oleander und Oliven sollten nach der Überwinterung im Frühjahr geschnitten werden.

Welche Pflanzen im Freien überwintern und wie?

Heimische, mehrjährige Gewächse und winterharte Pflanzen aus anderen Ländern können ebenfalls im Kübel überwintern. Zu ihnen zählen heimische oder nordamerikanische Stauden, mehrjährige Gräser, Sträucher und kleine Bäume.

Empfindlichere Pflanzen wie Lavendel, Hanfpalmen, Kamelien, junge Obstbäume sowie die meisten Rosen überstehen den Winter im Garten nur mit dem richtigen Schutz. Hierzu dient etwa eine dicke Mulchschicht oder Tannenreisig über der Erde oder - etwa bei der Hanfpalme - ein wärmender Vlies um den Stamm.

Für Kübelpflanzen im Garten ist eine wärmende Ummantelung des Topfes sinnvoll. Dafür kannst du dicken Vlies oder Kokosmatten fest um den Topf fixieren. Bei jungen oder mediterranen Bäumen fragst du am besten einen Gartenhändler, ob eine Haube aus locker sitzendem Vlies sinnvoll ist.

Pflanzen richtig durch den Winter bringen

Damit du dich im Sommer wieder an deinen Pflanzen erfreuen kannst, ist nicht nur die Überwinterung selbst, sondern auch die richtige Vorbereitung aufs Winterquartier wichtig. Diese Tipps von unserem Garten-Profi helfen dir dabei:

1 Nimm Kübelpflanzen aus ihrem alten Substrat und pflanze sie in neues. Das minimiert die Gefahr, dass sie von Schädlingen angegriffen werden.

2 Lästige Trauermücken, mit die häufigsten Schädlinge im Winterquartier, fängst du mit sogenannten Gelbtafeln.

3 Von Ende August bis März solltest du die Pflanzen nicht düngen.

4 Pflanzen nur mässig giessen und Staunässe unbedingt vermeiden.

5 Topfpflanzen, die im Freien stehen und mit einem Vlies oder einer Kokosmatte umwickelt sind, stellst du am besten auf Ziegel oder Tonfüsse, damit das Schutzmaterial keinen direkten Bodenkontakt hat und zu faulen beginnt.

6 Bei anhaltender Trockenheit und milden bis warmen Temperaturen solltest du Kübelpflanzen giessen. Jene, die im Winter draussen stehen, gehen eher an Trockenheit - sogenannter Frosttrocknis -, denn an Kälte ein, da sie auch bei Frost und Sonnenschein Wasser verdunsten.

7 Die Töpfe dürfen gerne in Gruppen oder an der Hauswand stehen. Dann kühlen die Töpfe nicht so schnell aus.

8 Kübelpflanzen nie zu früh einräumen und warm einpacken. Hierzu immer den Wettertrend im Auge behalten.

9 Stauden im Freien - ob Topf oder Beet - nie vor dem Winter zurückschneiden. Das macht sie frostempfindlicher und nimmt zahlreichen Insekten Überwinterungsmöglichkeiten.

10 Stelle Pflanzen, die im warmen überwintern, frühzeitig wieder raus. Ob sie nochmals reinmüssen, hängt von den Wetterbedingungen ab.

11 Eventuell eintrocknende Triebe kannst du einfach abschneiden.

12 Im Frühjahr düngst du Kübelpflanzen am besten mit Langzeitdünger wie Urgesteinsmehl, Hornspäne, Bio-Pferdepellets oder Kompost und pflanzt sie mit frischer Erde in einen grösseren Kübel.

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