Exotische Früchte im Garten ziehen ist anspruchsvoll

Ob Ananas, Mango, Banane oder Kiwi - exotische Früchte sind in Europa sehr beliebt. Wer sie nachhaltig mag, hält nach Fairtrade-Labeln Ausschau oder baut sie im Garten an. Mit etwas Glück kann Weihnachten mit eigenen Orangen gefeiert werden.

Exotische Früchte lassen sich auch in der der Schweiz ziehen.
Wer exotische Früchte selber ziehen will, muss sie gut pflegen und braucht viel Geduld. Foto: fotoedu, iStock, Thinkstock
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Exotische Früchte haben oft eine lange Reise hinter sich, bis sie in unserer Küche landen. Nicht selten hat man deshalb doppelt Pech: Wenig nachhaltig im Anbau und Transport sowie zudem fad sind sie in vielen Fällen. Bei Ersterem können Fairtrade-Label Abhilfe schaffen. Durch das MaxHavelaar-Zertifikat erkennt man in Schweizer Supermärkten Früchte aus fairem Handel, bei deren Produktion gegebenenfalls auch auf nachhaltigen Anbau geachtet wurde. In den Migros-Filialen findet man Max Havelaar-Bananen, -Mangos und -Avocados. Bei Coop ist die Bandbreite noch etwas grösser: Hier gibt es auch etwa fair gehandelte Limetten und weitere Früchte. Bis zum Weihnachtsfest 2011 will man das Angebot an frischen exotischen Früchten aus fairem Handel bei Coop nahezu verdreifachen. Auch Spar- und Volg-Märkte haben Bananen im Sortiment. Und wer auch hier Pech hat und eine fade Frucht erwischt, dem sei der eigene Anbau geraten.

Nachhaltige Früchte Zuhause

Zumindest im Geiste schmeckt die selbst gepflückte Ernte immer fantastisch. Zudem wird am wenigsten CO2 verbraucht, müssen die Früchte nur den kurzen Weg zwischen eigenem Garten und unserem Magen zurücklegen. Auch in heimischen Gefilden ist der Anbau von exotischen Früchten möglich, man muss nur einige Besonderheiten beachten. So ist es etwa wichtig, dass die Pflanzen im Haus überwintern können, denn nur wenige exotische Früchte vertragen harte Winter. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält exotische Pflanzen in Kübeln oder Töpfen, die erste Zeit am besten an einem warmen Standort im Haus.

So verhält es sich auch mit der wohl berühmtesten Frucht, die jedoch auch nicht die genügsamste ist: Bananen brauchen Zeit, Platz, Feuchtigkeit und Sonne. Kultiviert man den Bananenbaum in hiesigen landen, wird es rund sechs Jahre dauern, bis eine Bananenstaude heranwächst. Und am besten eignet sich als Standort ein Wintergarten oder ein Gewächshaus.

Pflanzen gedeihen, Früchte nicht immer

Ebenso kein Kinderspiel, doch möglich ist eine Ernte von Mangobäumen. Mangos sind bei uns als Früchte zwar sehr beliebt, über Mangobäume und ihre Anzucht wissen allerdings die wenigsten Pflanzenliebhaber Bescheid. Hat man den unversehrten Samen aus dem Kern geholt, kann die Pflanze gezogen werden und in Kübeln kultiviert werden. Die Mango ist immergrün und kann in ihrer Heimat Indien und Burma bis zu 30 Meter hoch werden. Bei uns werden die Pflanzen bei weitem nicht so gross. Wer sie regelmässig pflegt, kann Früchte in maximal Birnen- oder Grapefruitgrösse erhalten - sie sind nicht minder aromatisch, zumindest im Munde des Gärtners.

An zumindest einer exotischen Pflanze hat sich wahrscheinlich schon mal jeder versucht - der Avocado. Denn diese lassen sich relativ einfach aus einem Avocadokern ziehen. Dieser wird dazu mit dem Boden leicht in Wasser getaucht oder direkt in die Erde gesteckt. Aus dem sich spaltenden Kern wächst rasch eine hübsche Pflanze, die eine beachtliche Höhe erreichen und sehr gut als Zimmerpflanze gehalten werden kann, insofern es dort ausreichend Sonne gibt. Leider bleibt eine Avocadoernte bei Pflanzen, die auf diesem Wege gewonnen worden sind, aus. Doch zumindest wurde aus den Früchten neues Leben gewonnen.

Die Süssen Beeren sind bei Kindern sehr beliebt.

Ananaskirschen sind leicht zu pflegen und versprechen eine grosse Ernte. Foto: igorr1, iStock, Thinkstock

Eine reiche Ernte, dazu einfach anzupflanzen, das macht die Ananaskirsche bei Kennern so beliebt. Sie bildet kirsch-grosse Früchte in ballonartigen, knistrigen Hüllen, die sich bei Reife gelbbraun verfärben. Bei Voranzucht im März kann schon im Juni mit der ersten Ernte gerechnet werden. Wenn die Früchte durch Schütteln der Pflanzen auf den Boden fallen, ist der Zeitpunkt für das Naschen gekommen. Denn die süssen Beeren schmecken herrlich nach Ananas und sind besonders bei Kindern sehr beliebt. Der Anbau kann draussen oder im grossen Kübel erfolgen. Pflegearbeiten fallen fast keine an und oft sät sich die Ananaskirsche an Ort und Stelle aus, sodass im darauffolgenden Jahr mit einer weiteren Ernte gerechnet werden kann.

In unseren Gegenden hat sich auch die Kiwipflanze bestens bewährt. Auch sie verspricht eine reiche Ernte - allerdings erst nach einigen Jahren. Kiwi ist eine Schlingpflanze und der Rebe durchaus ähnlich. Ihre Früchte wachsen letztlich an bis zu zwei Meter langen, einjährigen Trieben. Kiwis mögen besonders warme, windgeschützte Standorte mit geringer Spätfrostgefahr. Analog zu den Reben eignen sich Kiwis auch für das Hochziehen an einer Wand oder einer Pergola.

Ein Hauch von Süden

Doch nicht zuletzt werden Orangen stets mit einer exotischen Vorstellung verbunden: Man denkt an Früchte, die gereift sind an einem Südhang irgendwo in Argentinien oder Uruguay oder man hat Orangen- und Zitronenplantagen auf Mallorca vor Augen. Doch heute werden Orangen in fast allen Teilen der Welt mit tropischem oder subtropischem Klima angebaut, aber die Hälfte der weltweiten Orangenernte stammt aus Brasilien und den USA. Auch hier müssen sich die Bauern gedulden, denn es dauert drei bis vier Jahre, bis nach der Pflanzung Orangenbäume erstmals Früchte tragen. Dafür sind jedoch beispielsweise die in Florida üblichen Bäume bis zu 40 Jahre aktiv. Doch Kritiker prangern unter anderem die Ausbeutung und Kinderarbeit insbesondere auf brasilianischen Orangenfarmen an.

Das ist mitunter ein Grund dafür, weshalb sich seit einigen Jahren immer mehr Hobbygärtner aus unseren Breiten an Zitrusfrucht-Pflanzen wagen. Orangenbäumchen werden inzwischen in jeder grösseren Gärtnerei angeboten. Vom Frühling bis in den Spätsommer darf beispielsweise der Orangenbaum im Garten oder auf dem Balkon verbringen. Wichtig ist, dass sie es warm und sonnig haben. Im Winter mag es der Orangenbaum zwar kühl, doch ihre Schmerzgrenze liegt bei 5 Grad Celsius, weshalb er besser in die Wohnung kommt. Und in den Herbst- und Wintermonaten sind auch ihre Früchte reif, die einem praktisch vom Baum in den Schoss fallen.

Text: Anna Birkenmeier

Hier gibt's Informationen, Pflanzen und Früchte:

Auflistung der Max-Havelaar-Früchte, die im Schweizer Detailhandel erhältlich sind: