Wie gut ist unser Hahnenwasser eigentlich?

Aus der Leitung oder doch lieber aus der Flasche? Die Frage treibt noch immer viele um. Wir zeigen wie gut das Hahnenwasser in der Schweiz ist und wie Sie noch genauer die Qualität bei sich zuhause unter die Lupe nehmen.

Wie gut oder schlecht ist Schweizer Hahnenwasser?
Foto: © Dmitry Naumow, iStock, Thinkstock
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Grundsätzlich ist laut Jahresbericht der Schweizer Wasserversorger SVGW unser Trinkwasser das umweltfreundlichste Lebensmittel überhaupt. Nur ein geringer Teil hiervon muss aufbereitet werden, das meiste Hahnenwasser hat von Natur aus beste Trinkwasserqualität. Doch es gibt auch zunehmende Belastungen.

In unserem Wasser finden sich vermehrt Rückstände von Düngemitteln, Mikroplastik oder auch Reinigern und Arzneimitteln. Diese sind zwar noch immer innerhalb der gesetzlichen Grenzen. Zur Herausforderung bei der Wasseraufbereitung werden die Mikroverunreinigungen trotzdem. Ein Grund, warum die Schweiz bald auf eine neue Reinigungsstufe setzt, die Zusätze noch besser herausfiltert.

Einige Verunreinigungen hier, besonders frisches Quellwasser dort. Wie sieht es nun mit der Trinwasserqualität bei Ihnen zuhause aus?

So finden Sie heraus, wie gut Ihr Hahnenwasser ist

Wer mehr über die Qualität seines Trinkwassers wissen möchte, findet alle wichtigen Infos unter trinkwasser.ch. Auf der dreisprachigen Seite sind viele Gemeinden aufgelistet. Hier sehen Sie unter anderem, woher Ihr Hahnenwasser kommt, wer es aufbereitet und wie es gefiltert wird.

Warum Mineralwasser im Laden bleiben sollte

80 Prozent der Schweizer trinken heute täglich das frische Nass aus der Leitung. Vor allem im Tessin, generell im ländlichen Raum und im Eigenheim setzt man laut SVGW auf das kostengünstige Trinkwasser, und die Umwelt dankt es.

Die durchschnittlich pro Kopf getrunkenen 142 Liter Hahnenwasser belasten die Natur gerade mal so stark wie 0,3 Liter Mineralwasser aus der Flasche. Dieser Unterschied entsteht hauptsächlich durch Gewinnung, Flaschenproduktion und Transport.

Bei der Qualität muss sich unser Hahnenwasser denn auch nicht vor dem Mineral aus dem Supermarkt verstecken. Studien zeigen, dass sie vergleichbar viele Mineralien enthalten. Einen Minuspunkt kann es bei Hahnenwasser jedoch geben. Gelegentlich enthält es Ozon oder Chlor.

Wie wird unser Hahnenwasser aufbereitet?

Laut SVGW stammte 2013 das Trinkwasser zu 41 Prozent aus Quellwasser, zu 40 Prozent aus Grundwasser und zu 19 Prozent aus Schweizer Seen. Erfreulich ist, dass 40 Prozent des Quell- und Grundwassers so sauber und von hervorragender Qualität ist, dass es keinerlei Aufbereitung bedarf.

Dagegen müssen 30 Prozent zumindest desinfiziert werden. Dies geschieht in aller Regel aber lediglich durch UV-Licht, dessen natürliche Eigenschaft es ist, etwaige Keime abzutöten. Weitere 30 Prozent müssen in mehreren Schritten indes aufbereitet werden. Dies ist vornehmlich Oberflächenwasser, also Wasser aus Seen, die vermehrt mit Pestizidrückständen und Verunreinigungen belastet sein können.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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