Neue Studie: Grossbanken investieren über 740 Mrd. Dollar in fossile Energie

05.04.2022 – Die grössten Finanzkonzerne der Welt investieren noch immer horrende Summen in Kohle, Gas und Öl. Eine neue Studie wirft der gesamten Branche vor, gegen globale Klimaziele zu verstossen.

Eine Ölpumpe bei Sonnenuntergang
Eine Ölpumpe bei Sonnenuntergang © welcomia / iStock / Getty Images Plus
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Eine Analyse der britischen Initiative InfluenceMap ergab, dass die 30 grössten Finanzkonzerne der Welt in den Jahren 2020 und 2021 rund 740 Milliarden Dollar in fossile Energie investierten.

Damit finanzieren sie etwa die Erschliessung neuer Gasfelder und Ölquellen sowie die Errichtung neuer Kohlekraftwerke.

US-Banken führen die Liste an

Ganz oben auf der Liste stehen die US-Firmen JP Morgan, Bank of America und Wells Fargo. Entscheidend für die Reihenfolge der Liste waren unter anderem Nettogewinne, Börsenwert und verwaltetes Vermögen der Banken.

Auch die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse investieren noch immer in fossile Energien und tauchen daher auf der Liste auf.

Hier kannst du die Studie einsehen.

4600 Milliarden Dollar in den letzten sechs Jahren

Zusätzlich zur Studie der InfluenceMap erschien am 30. März der Bericht «Banking on Climate Chaos», der sich ebenfalls auf die Investitionen von Grossbanken in fossile Energien fokussiert. Er nimmt die 60 grössten Banken der Welt unter die Lupe.

Im Zeitraum zwischen 2016 und 2021 flossen laut diesem Bericht rund 4600 Milliarden Dollar von den gelisteten Finanzkonzernen direkt in den Ausbau und die Produktion fossiler Energien.

Auch hier rangieren die Credit Suisse (Platz 19) und die UBS (Rang 34) auf der Liste.

Greenpeace fordert sofortige Beendung der Investitionen

Aus dem Bericht geht allerdings auch hervor, dass UBS und Credit Suisse sich um mehr Nachhaltigkeit bemühen: Innert der letzten sechs Jahre halbierten beide Banken ihre Investitionen in fossile Energie.

Dennoch investieren die zwei Schweizer Grossbanken noch immer in klimaschädliche Öl- und Gasunternehmen. Dies kritisiert Greenpeace Schweiz intensiv und fordert sie in einer Medienmitteilung dazu auf, die finanzielle Unterstützung von Öl- und Gasprojekten umgehend zu beenden. Des Weiteren heisst es in der Mitteilung, dass die Banken ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren müssten, um ihr 2050-Klimaziel zu erreichen.

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