Ganz Frankreich schaltet nachts fürs Energiesparen die Lichter aus

Frankreich muss ab sofort nachts die Lichter ausschalten. Das Land will damit Energie sparen und die Lichtverschmutzung eindämmen. Viele Einheimische stehen dem neuen Licht-Aus-Gesetz aber sehr skeptisch gegenüber.

Ganz Frankreich schaltet nachts fürs Energiesparen die Lichter aus
Paris, die Stadt die niemals schläft, ist vom Beleuchtungsverbot ausgenommen. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Seit dem 1. Juli 2013 gibt ein neues Gesetz vor, dass ungenutzte Gebäude, Shoppingzentren, Schaufenster und Sehenswürdigkeiten in vielen französischen Städten von 1:00 Uhr nachts bis 7:00 Uhr morgens nicht mehr beleuchtet werden dürfen.

Beim Verstoss gegen das Beleuchtungsverbot droht eine hohe Geldbusse von bis zu 750 Euro. Die Hauptstadt Paris, Diskotheken, Bars und Apotheken sind bereits von diesem Gesetz ausgeschlossen. Zudem steht es Gemeinden frei eine Ausnahmeregelung zu beantragen.

Wie viel spart das Beleuchtungsverbot wirklich?

Durch die Lichteinsparungen sollen jährlich zwei Terrawatt-Stunden Strom eingespart werden, was dem Jahresverbrauch von 750.000 Haushalten gleich kommt. Viele Franzosen glauben aber nicht an die Einsparungen, denn «zwischen ein Uhr nachts und sechs Uhr morgens ist der Energieverbrauch ohnehin gering. 90 Prozent des Stroms wird tagsüber verbraucht»,  erklärt Gewerkschafter Jean-Michel Trouis laut tagesschau.de. Hinzu kommt, dass bereits viele Gemeinden eine Ausnahmebewilligung beantragt und bewilligt bekommen haben.

Licht-Aus-Konzept hilft gegen Lichtverschmutzung

Von Lichtverschmutzung spricht man, wenn künstliches Licht den Nachthimmel soweit erhellt, dass Mensch und Tier sich davon gestört fühlen. Die nächtliche Beleuchtung stört beispielsweise nachtaktive Tiere bei der Nahrungs- und Partnersuche, verschmutzt den Nachthimmel, so dass man die Sterne kaum noch sehen kann und stört unsern Tag-Nacht-Rhythmus.

 

Quellen: naturschutz.ch, klimaretter.info, darksky.ch, tagesschau.de

Text: Katharina Kehler