Leihen statt kaufen: Erster Schweizer Leihladen eröffnet in Bern

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Bohrer, Gummiboot oder Partyausstattung: Im Leihladen der Stiftung für Konsumentenschutz in Bern können Sie Dinge ausleihen statt teuer kaufen. Das spart Geld, Ressourcen und ist ziemlich einfach.

Ausleihen statt kaufen: Konsumentenschutz eröffnet ersten Leihladen
Foto: © M_a_y_a/ iStock / Getty Images Plus

Wer einen Bohrer kauft, wird ihn durchschnittlich 11 Minuten benutzen, aber Jahre besitzen. Das zeigen Erhebungen des Bundes. Da ist nicht nur das Geld verschwendet, sondern vor allem die Ressourcen, um den Bohrer überhaupt herzustellen.

Die Lösung: Im Leihladen ausleihen statt kaufen. Das schont den Geldbeutel, spart Platz und ist nachhaltig für die Umwelt.

Doch was in Metropolen wie London, Berlin oder Wien längst gang und gäbe ist – nämlich ausleihen statt kaufen – musste hierzulande noch auf die Umsetzung warten. Bis jetzt.

Die Stiftung für Konsumentenschutz eröffnet in Bern den ersten Leihladen der Schweiz. Hier können Kunden die Campingausrüstung, das Gummiboot oder die Partyausstattung einfach mit nach Hause nehmen, benutzen und wieder zurückgeben.

Der Leihladen soll noch dieses Jahr eröffnen, wobei die Stiftung noch einen geeigneten Standort für ihre Leihbibliothek sucht.

Ausleihen für einen Kafi pro Monat

Wer eine Bohrmaschine oder ein Zelt ausleihen möchte, kann entweder eine Schnuppermitgliedschaft lösen oder er wird Mitglied des Leihladens. Für rund 5 Franken im Monat kann man sämtliche Gegenstände ausleihen, ohne dafür zusätzlich zu bezahlen.

 

Steffan Wüthrich, Projektleiter Leihladen. Foto: zVg

Mitglieder können auf der Website des Leihladens die Gegenstände reservieren. Je nach Gegenstand dürfen sie länger oder kürzer ausgeliehen werden.

Sollte mal etwas kaputt gehen, verweist Projektleiter Raffael Wüthrich vom Konsumentenschutz auf die Haftpflichtversicherung und fügt an: «Wir werden auch mit dem Repair Café Bern zusammenarbeiten, um Dinge kostengünstig reparieren zu können.» 

Um ein breites Sortiment zu haben, wird die Stiftung auch Gegenstände von Privatpersonen annehmen. «Die Gegenstände werden von Leuten gespendet, die realisiert haben, dass ihre Gegenstände die meiste Zeit nur rumliegen, verrosten und verstauben. Leute, denen es wichtig ist, dass Ressourcen sinnvoll verwendet werden und Dinge verwendet statt vergessen werden», sagt Raffael Wüthrich.

Der Verein wird aber auch Gegenstände kaufen, um ein attraktives Sortiment bieten zu können. «Auch denkbar sind Sponsoring-Schenkungen von Firmen.»

Verläuft das Pilotprojekt in Bern gut, will der Konsumentenschutz auch in anderen Schweizer Städten Leihbibliotheken eröffnen.

Kleben statt im Schrank vergessen

Ausleihen statt kaufen: Konsumentenschutz eröffnet ersten Leihladen pumpipumpe.ch

Foto:  Sreenshot Pumpipumpe.ch

Wer sich an der Sharing-Community aktiv beteiligen möchte und Dinge zum Ausleihen hat, kann sich auch Sticker auf den Briefkasten kleben mit den Gegenständen, die er teilen möchte. Der Verein Pumpipumpe.ch bietet ganze Sticker-Bögen an, die man bestellen kann. Auf den Bögen finden sich etwa Nähmaschinen, Bücher, Rasenmäher oder Schlitten.  

Nachbarn wissen auf diese Weise, wo sie sich melden dürfen, wenn sie den Schlitten oder die Nähmaschine ausleihen möchten.

Ausleihen beim Kulturpool

Foto-, Video-, Audio- und Filmequipment  kann man beispielsweise beim Kulturpool ausleihen. 

Autor: Sabina Galbiati, August 2018