Mit dem Zug den Ressourcen-Verbrauch reduzieren

Der Mensch lebt heute sehr ressourcenintensiv.

Bei ressourcenschonende Ferien wird mit dem Zug angereist und die Landschaft genossen. Foto: SerrNovik / iStock / Thinkstock

Die menschlichen Aktivitäten sind nicht strikt zu trennen von der natürlichen Entwicklung, die den Wandel hervorrufen. Lüthi ist aber überzeugt, dass die Schwierigkeiten mit der Mentalität des «Immer schneller und immer intensiver» der Gegenwart zusammenhängen. «Unsere Beschäftigungen sind sehr ressourcenintensiv», sagt er. Wenn wir alles etwas ruhiger und bewusster machten, sagt Lüthi, dann würden wir dazu weniger Ressourcen verbrauchen und hätten noch eindrucksvollere Erlebnisse. «Man kann sich für den Weg in die Berge im Zug Zeit nehmen und dabei die Landschaften geniessen», so Lüthi. In den Ferien könne man, anstatt übereifrig Sport zu treiben, winterwandern und sich in der Umgebung mit den Menschen auseinandersetzen. «Man hat doch viel mehr Erlebnisse, wenn man mit den Leuten in Kontakt tritt. Man lernt den Ort schätzen, an dem man ist, konsumiert lokale Produkte und erfährt etwas über die örtliche Kultur. Auf die Skipiste kann ich überall. Auf den Ort kommt es da kaum an», sagt Lüthi. Doch wer sich Zeit nehme und sich auf einen Ort einlasse, der entwickle eine Beziehung zu ihm.

Nachhaltiger Tourismus: Ferien seltener dafür länger

«Wir sollten viel weniger oft in die Ferien fahren und dafür länger bleiben, um die Zeit dort wirklich geniessen zu können. Nicht einfach am Wochenende schnell einmal hin und einmal zurück fahren.» Den Bergen und den Menschen wäre damit gedient, glaubt Lüthi. «Auch der Tourismus muss beginnen, nachhaltig zu denken und entsprechende Angebote zu schaffen, anstatt bei jedem Hype mitzumachen.»

Das Schöne an den Schweizer Bergen ist dabei, dass die Dorfgemeinschaften tatsächlich noch bestehen. Es gibt kaum verlassene «Geisterdörfer» - ganz im Gegensatz zu den Bergdörfern in anderen Ländern, wo die Abwanderung gross ist. «Bei uns besteht in vielen Bereichen noch eine gute Grundversorgung und somit auch die Möglichkeit, sich lokal zu engagieren, zum Beispiel in nachhaltigen Projekten», sagt Lüthi. Immerhin zwei Drittel der Schweiz bestehen aus Bergen. Da bleibt kaum eine Wahl, als ihnen Sorge zu tragen.

Text: Elena Ibello

Die Alpenkonvention

Zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes wurde am 7. November 1991 die Alpenkonvention unterschrieben und trat 1995 in Kraft. Es beteiligen sich Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, die Schweiz, Slowenien und Monaco. Die Alpenkonvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag für den umfassenden Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen. Sie ist auf Anregung und nach langer Vorarbeit der CIPRA entstanden. Durchführungsprotokolle in zwölf Bereichen wie Bergwald, Tourismus oder Energie konkretisieren die allgemein gehaltene Rahmenkonvention. Und 2009 wurde der Aktionsplan «Die Alpen als Vorbildregion für Prävention und Anpassung an den Klimawandel» ins Leben gerufen.

  • Alpenkonvention mit nützlichen Links und Infos: www.alpconv.org
  • CIPRA, Leben in den Alpen: www.cipra.org
  • Econnect-Projekt für Schutz, Erhaltung und Wiederherstellung der ökologischen Vernetzung in den Alpen: www.econnectproject.eu