Sexy die Umwelt schützen: Trend Bio-Unterwäsche

Altbackene Feinripp-Höschen waren gestern. Der Trend der Bio-Unterwäsche geht nun in Richtung «sexy Dessous». Inzwischen gibt es neben Bio-Baumwolle-Unterwäsche, auch Seide, Soja oder Bambus im Angebot.

Dessous in Bio-Qualität
Bio-Unterwäsche gibt es inzwischen in allen Variationen. Auch schöne Dessous sind im Angebot. Foto: © Hessnatur
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Oh là là oder eher leger? Ob String, Panty, Slip oder Boxershorts – die meisten Schweizer tragen am liebsten schwarze Unterwäsche. Dafür geben sie durchschnittlich 200 Franken im Jahr aus. Das ergab die Umfrage eines Dessousherstellers. Dabei wurde eine wichtige Frage nicht gestellt: Wie sexy finden Sie Bio-Unterwäsche?

Trend Bio-Unterwäsche

Wer Naturwäsche hört, denkt automatisch an Feinripp & Co. Sexy sieht anders aus?! Neben alltäglicher Lingerie gibt es inzwischen auch Bio-Dessous im Angebot. Es sind trendige Höschen aus Hanf, Bambus, Seegras, Holz, Soja, Bio-Baumwolle oder auch natürlicher Seide erhältlich. Diese schmeicheln besonders empfindlicher Haut, weil dabei auch auf verträgliche Farbstoffe geachtet wird. Man darf nicht vergessen, dass Lingerie direkten Hautkontakt hat. Ob Bio-Baumwolle-Unterwäsche oder Soja-Slip – die Stoffe werden aus ökologisch angebauten Pflanzen hergestellt. Dafür verzichten die Produzenten auf synthetische Insektizide, Pestizide oder Düngemittel. Das englische Label Enamore vermeidet zusätzlich CO2, indem es ausschliesslich in Grossbritannien produzieren lässt. Der Dessoushersteller achtet ausserdem darauf, dass alle Arbeiter entlang der Produktionskette fair entlohnt werden. Somit sieht Bio-Unterwäsche nicht nur gut aus, sondern hat auch einen «Mehrwert», der Umwelt und Produzenten zu Gute kommt.

Schlicht, klassisch und aus biologischer Baumwolle

Dieser Klassiker in Weiss besteht zu 95 Prozent aus Baumwolle. Foto: © Migros

Naturwäsche aus Hanf

Aus diesem Naturmaterial entsteht langlebige, atmungsaktive und pflegeleichte Unterwäsche, die auch empfindliche Haut tragen kann. Diese entstehen oftmals unter fairen Bedingungen, da der Anbau einfach ist und die Pflanzen sich gut verarbeiten lassen.

Trendy Bio-Unterwäsche aus Bambus

Bambus ist als Leibspeise des Pandas bekannt. Daraus stellt man inzwischen auch Material für atmungsaktive Kleidung her. Bambus-Unterwäsche eignet sich gut für Allergiker und hat einen sehr guten Tragekomfort.

Seiden- und Bio-Baumwoll-Unterwäsche

Bio-Baumwolle und Seide sind oft verwendete Stoffe, um Stücke für «Drüber» und «Drunter» zu fertigen. Obwohl die heranwachsende Bio-Baumwolle Unmengen an Wasser verschlingt, schonen die Bauern die Umwelt, indem sie auf Pestizide & Co verzichten. Bei der natürliche Seide werden die Puppen nicht mehr durch Wasserdampf getötet. Die Wildseide entsteht wiederum aus Kokons von geschlüpften Faltern. Seide ist ein leicht kühlender Stoff und verspricht einen hohen Tragekomfort.

Trend: Bio-Unterwäsche aus Soja und Algen

Die Soja-Unterwäsche entsteht aus Abfällen, die bei der Herstellung von Tofu oder anderen Sojaprodukten übrig bleiben. Man verwendet für die Bio-Faser keine genmanipulierten Bohnen. Der Stoff ist luftdurchlässig und speichert gleichzeitig Wärme – so wie Sie es auch von Wolle kennen. Wer unter Neurodermitis oder sehr empfindlicher Haut leidet, kann Naturwäsche aus Cellulose und Algen anziehen. Dieser Materialmix soll hautberuhigend wirken.

Schöne Bio-Unterwäsche mit Borten

Noch nachhaltiger: Die Spitze dieser Bio-Unterwäsche ist aus recycelter Baumwolle. Foto: © Waschbär

Bequeme Basics mit Fairtrade-Siegel oder aus Bio-Baumwolle finden Mann und Frau in Onlineshops der Caritas, Helvetas, Switcher, Hessnatur, Waschbär,
H & M, oder Sawaco. Speziell Schweizer Männer können sich zudem mit nachhaltiger Unterwäsche von Paul Kehl, Migros oder Manor einkleiden.

Bio-Dessous im Angebot

Sie wollen nicht immer bloss Panties oder schmucklose BHs tragen? Wenn Ihnen Bio-Dessous vorschweben, dann müssen Sie oftmals in Onlineshops stöbern. Sehr bekannt ist inzwischen das englische Label Luva Huva. Das übersichtliche Londoner Team fertigt verspielte Teile aus zertifizierter Bio-Baumwolle, Soja, Hanf, Bambus und recycelten Fasern. Alle Bio-Dessous sind in Handarbeit gefertigt.

Das eingangs erwähnte Label Enamore ist für sexy-provokante Bio-Unterwäsche bekannt. Der Shop bietet jedoch in der neuen Kollektion eher bequeme und gut geschnittene Dessous an.

Das französische Label Peau Ethique achtet bei seinen Bio-Dessous auf die Einhaltung ethischer Standards – so wie es der Name bereits vermuten lässt. Sie unterstützen mit dem Kauf von sexy Höschen oder Hemdchen unter anderem Projekte in Entwicklungsländern.
 
Babygod produziert ausschliesslich für «ihn». Das englische Label schneidert aus fair gehandelter Bio-Baumwolle unkonventionelle Unterwäsche.

Worauf sollte ich beim Kauf von Bio-Unterwäsche achten?

  • Schauen Sie auf das eingenähte Textil-Gütesiegel. Sie finden oft das internationale Global Organic Textile Standard (GOTS). Weitere Labels können sein: Baumwollen aus kontrolliert biologischem Anbau (k.b.A.), Bio-Seide (k.b.T.) oder bioRe-Baumwolle. Ferner gibt es auch Eigenmarken wie Switcher, die zertifizierte Naturmaterialien verwenden.
  • Um fair gehandelte Produkte zu kaufen, können Sie auf das Schweizer Label Max Havelaar achten.
  • Wenn Sie bei Schweizer Modemachern kaufen, finden Sie häufig keine Labels, obwohl diese auf zertifizierte Naturmaterialien und soziale Produktionsbedingungen Wert legen. Dann informieren Sie sich im Internet oder fragen Sie im Laden aus welchen Materialien die Lingerie besteht oder wo diese produziert wurde.
  • Viele Onlineshops stellen die Dessous-Label vor. Sie erfahren mehr darüber mittels der Selbstdarstellung im Internet oder über Blogs oder Informationen, die das «Netzwerk faire Mode», die «Erklärung von Bern» oder «CI Romero» bereit stellen.

Linktipps

Hier gibt es eine Übersicht verschiedener Designer und Labels für Bio-Unterwäsche.

Bio-Dessous auf dem Catwalk können Sie in diesem Video bewundern.

 

Quelle: Max Havelaar,  world-of-eco-fashion.de, Netzwerk faire Mode, hessnatur, waschbär, innovations-report.de, blick.ch, eco-kleidung.com, Luva huva, Babygod, Enamore, Peau Ethique, Frau Toebben

Text: Kerstin Borowiak