Fahren mit Erdgasautos: umweltfreundlich Gas geben

Erdgasfahrzeuge gelten als umweltfreundlich und günstig. Kann ein Erdgas-Auto mit den gleichen Pferdestärken wie ein Benziner wirklich weniger CO2 ausstossen? Welche Erdgasautos sind empfehlenswert? Die Antworten liefert Ihnen der Beitrag.

Erdgasfahrzeuge: Umweltfreundlich und energieeffizient.
Im Erdgasauto ist man umweltfreundlich und energieeffizient unterwegs. Foto: © gasmobil ag
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Schweizer können mit Erdgasautos umweltfreundlich Gas geben. Fahren mit Erdgas ist eine günstige Alternative zu teuren Benzinern und Dieselautos. Deshalb düsen immer mehr Erdgasfahrzeuge auf Schweizer Strassen.

Wie funktioniert ein Erdgas-Auto?

In der Schweiz gibt es hauptsächlich bivalente Erdgasfahrzeuge (VCS), die sowohl Benzin als auch Erdgas tanken. Das Erdgas-Auto schaltet automatisch auf Benzinreserve um. Somit erreicht man trotz leeren Gastanks noch die nächste Zapfsäule. Erdgasautos fahren mit einer Füllung maximal 570 Kilometer weit. Sie schaffen mit einem zusätzlichen Benzintank eine Strecke von bis zu 1000 Kilometern. In beiden Fällen ist ein Verbrennungsmotor die «treibende Kraft» und der Wechsel von Erdgas zu Benzin verläuft reibungslos. Der grösste Unterschied: Es wird nicht in Litern sondern in Kilogramm getankt. Je nach Fahrzeugmodell passen zwischen neun und 37 Kilogramm in den Tank.

Monovalente besser als bivalente Erdgasfahrzeuge

Bei monovalenten Erdgasautos, die also nur Erdgas tanken, kann der Motor optimal auf den Treibstoff abgestimmt werden. Das wirkt sich positiv auf Leistung, Verbrauch und Ökobilanz aus. Doch alltagstauglicher ist die bivalente Lösung. Zudem schneiden sie im Vergleich zu reinen Benzinern besser ab. «Das getankte Biogas-Erdgasgemisch verringert den CO2-Ausstoss,» bestätigt Gerhard Tubandt, Mediensprecher vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS).

Woraus besteht der Treibstoff für Erdgasfahrzeuge?

Methan ist der Hauptanteil von Erdgas und Biogas. Damit es als Treibstoff einsetzbar ist, muss es aufbereitet werden. Elektrofahrzeuge fahren auf Schweizer Strassen mit einem Gemisch aus 80 Prozent Erdgas und 20 Prozent Biogas, was die Umweltbilanz zusätzlich verbessert. Nachteilig ist, dass es hierzulande keine Erdgasvorkommen gibt. Deshalb sind die Schweizer vom Import des fossilen Energieträgers abhängig. Das Biogas wird in einheimischen Anlagen aus Grünabfällen, Klärschlamm, Gülle und Mist produziert. Zudem belastet es als CO2-neutrales Gas deutlich weniger die Umwelt (EMPA 2007). Das Biogas-Erdgas-Gemisch verursacht weniger Schadstoffe als andere Treibstoffe, was der Gesetzgeber mit einer geringeren Mineralölsteuer belohnt.

 

Die Auto-Umweltliste 2011: Erdgasautos unter den Top Ten

Jedes Jahr vergleicht der VCS hunderte Modelle nach der jeweiligen Umweltbelastung. Dabei bestimmen CO2-Verbrauch, Lärm und Euro-Norm-Schadstoffklasse die Gesamtpunktzahl. Ausgeschlossen sind alle Autos, die mehr als 180 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Punktesieger ist in diesem Jahr ein Erdgasauto: Der Fiat 500 TwinAir erdgas turbo verbraucht mit maximalen 85 PS weniger als 3 Kilogramm Treibstoff. Zudem stösst der Mini nur 63 Gramm CO2 pro Kilometer aus und lässt sogar Hybridfahrzeuge weit hinter sich. Weitere vier Erdgasfahrzeuge sind in der Top Ten der Auto-Umweltliste zu finden. Ein gutes Zeichen, dass immerhin die Hälfte der umweltfreundlichsten Schweizer Autos Erdgasfahrzeuge sind. 

Anbieter von Erdgasautos

Mehr als 9.600 Erdgasfahrzeuge sind auf Schweizer Strassen unterwegs. Personenwagen, Lastkraftwagen, Busse, leichte Nutzfahrzeuge und Stapler sind mit Erdgastanks ausgerüstet und von bekannten Marken wie Fiat, Citroen, Mercedes Benz, Opel, Peugeot, VW und Volvo erhältlich. Heute stehen 23 verschiedene Modelle von Personenwagen und 13 Modelle von Lieferwagen und Kleinbussen zur Auswahl. Im letzten Monat stellte Ford die Produktion jedoch komplett ein, weil die Nachfrage laut des Autoherstellers stark gesunken sei.

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