Laufenten: So halten Sie die flinken Helfer im Garten

Laufenten beleben den Garten und nützen den Pflanzen gleich mehrfach. Was Sie über die Haltung von Laufenten wissen müssen, Tipps zum Kauf und zur Miete.

Laufenten im Garten
Laufenten sind willkommenen Nützlinge in jedem Garten. Foto © sestovic/ sestovic
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Schweizer Hobbygärtner halten wieder öfter Laufenten. Kein Wunder ist diese Enten-Art doch ein sehr guter Helfer im Garten: Als Leibspeise fressen sie gerne bis zu 30 Nacktschnecken am Tag und verachten auch Engerlinge und weitere Schädlinge nicht.

Laufenten stammen ursprünglich aus Südostasien und eroberten im 19. Jahrhundert nach den ersten Importen von England aus, den ganzen Kontinent. Die Ente mit dem aufrechten Gang stammt von der Stockente ab. Was sie von ihren Artgenossen unterscheidet: Sie kann nicht fliegen, dafür aber umso flinker laufen. Die etwa 1,5 bis zwei Kilo schweren Laufenten heissen auch Indische Laufente oder Flaschenente, was mit ihrem etwas bauchigen Körper und einem langen schmalen Hals mehr als zutreffend ist.

Laufenten im Garten halten: Die wichtigsten Anforderungen

Laufenten sind nicht sonderlich anspruchsvoll. Aber es gibt einige gesetzliche Anforderungen, die Sie auf Ihrem Grundstück für die Haltung der Enten erfüllen müssen, um ein artgerechtes Leben zu bieten.

Laufenten sind gesellig

Laufenten sollten Sie stets in kleinen Gruppen halten, denn Einsamkeit mögen die Tiere nicht. Ein Pärchen sollte es daher schon sein. Dabei ist es gleich, ob es Männlein und Weiblein sind oder zwei Erpel.

Halten Sie mehrere Laufenten, dann sollte der Weibchen- grösser als der Erpel-Anteil sein. Dann sind die ansonsten vergleichsweise leisen Laufenten angenehme Haustiere. Wo dann lediglich ein Enten-Erpel das Regime führt, ist oft der Haussegen gesichert. Wo indes eine Ente und mehrere Erpel sind, gibt es immer Streit.

Wenn Sie Ihren Schneckenvertilger-Gruppe erweitern möchten: Normalerweise sind sie mit anderen Tieren, also Neuankömmlingen, gut verträglich.

Weide für Enten obligatorisch & Wissenswertes zu Wasser und Futter

Es ist vorgeschrieben, dass die Enten eine Weide erhalten. Eine schöne Grasfläche reicht hierzu im Garten bereits aus. Dürfen Laufenten frei im Garten umherlaufen, freut sich ein Pärchen über einen grossen Garten. Selbst 1000 m² halten sie sehr sicher schneckenfrei, über insgesamt 500 m² sind sie aber auch mehr als glücklich. Nicht nur Schnecken oder Würmer gehören zu ihrer Nahrung, sondern auch Gras. Daher ist eine Mindestanforderung des Schweizer Tierschutzes, dass mindestens 5 m² pro Tier Grünfläche/Weide/Gehege (Mindestgrösse der Weide 10 m²) vorhanden sind. Aber gerne eben auch mehr. Tipp: Haben Sie eine eingezäunte Weide eingeplant, dann dürfen hier auch gerne Sträucher, Hecken oder Bäume stehen. Diese bieten Deckung gegen Fressfeinde.

Zudem sollten sie morgens und abends eine ordentliche Portion Körnerfutter erhalten. Hier gibt es spezielle Mischungen für Geflügel, die die Tiere gerne fressen. Tipps: Servieren Sie dieses Mahl am besten in grossen Schalen oder Eimern. Am Boden arbeiten die Enten das Futter in das Erdreich ein und wühlen den Untergrund auf. Idealerweise enthält die Mischung Kalk (zur Eierschalenbildung) und kleine Steinchen, die bei der Verdauung helfen.

Im Winter oder bei Trockenheit im Sommer freuen Sie sich über zusätzliches Grün wie Salatblätter. In Sachen Wasser müssen Sie schauen, dass es bei Minusgraden zum Trinken stets eisfrei ist.

Schnecken & Schneckenkorn: Was zu beachten ist

  • Laufenten lieben Schnecken. Junge Enten, kurz nach dem Küken-Status, können sich da auch mal überfressen. Darauf sollten sie achten. Denn gerade kleine Enten könnten an grossen Schnecken ersticken, da sie auch mal im Hals steckenbleiben!
  • Auch daher müssen Sie regelmässig gereinigte Wassertränken anbieten. Das Wasser stillt nicht nur den Durst, sondern lässt die schleimige Leibspeise besser rutschen.
  • Zinkwannen sind hierfür bestens geeignet. Darin nimmt Frau Ente und Herr Erpel auch gerne mal ein erfrischendes Bad.
  • Schneckenkorn ist in einem Garten mit Indischen Laufenten tabu, da Schneckenkorn tödlich für die Enten ist. Auch die Nachbarn sollten keines auswerfen, profitieren sie doch auch von der laufenden Schneckenpolizei.

Ein Teich muss her für artgerechte Haltung

Laufenten-Weibchen mit jungen Laufenten im Garten mit Teich

Laufenten brauchen einen Teich im Garten. Foto © Margit Kluthke/ iStock / Getty Images Plus

Ein Teich oder eine Schwimmgelegenheit (ein grosses Wasserbecken) ist nicht nur laut Tierschutzverordnung Pflicht, die Tiere benötigen ihn auch, um ihrem Schwimm- und Plantschtrieb nachzugehen, dem Bedürfnis nachzugehen, Nahrung zu gründeln und für die Gefiederpflege. Die vorgeschriebene Mindestgrösse des Teichs bei 2 bis 5 Tieren: 2 m² bei mindestens 0,4 m Tiefe. Selbstredend darf diese Badegelegenheit auch grösser ausfallen.

Tipp: Legen Sie einen Teich so an, dass nur ein relativ schmaler Zugang besteht. Der Rest ist schön dicht bepflanzt und der Zugang ist zum Beispiel mit Kies angelegt. Das verhindert zu viel Schmutzeintrag. So muss der Teich seltener gereinigt werden.

Stall und Unterstand

Vorschriften zur Stallgrösse gibt es nicht. Doch dass es einen gibt, das ist obligatorisch. Dieser kleine Stall muss mindestens zu 20 % gemütlich mit Einstreu (gerne Stroh) ausgelegt sein. Als Richtlinie gilt: Alle Enten müssen hier ihr Nachtlager einrichten können. Zudem ist tagsüber eine Lichtstärke von 5 Lux vorgeschrieben.

Einen Nistplatz müssen Sie für die Laufente nicht einrichten. Sie nutzen das Einstreu oder irgendeinen schattigen Brutplatz im eigenen Jagdrevier, also in Ihrem Garten.

Gegen Sommerhitze und bei schlechtem Wetter ist ein schattenspendender Unterstand gemäss Tierschutzverordnung Vorschrift. Hier sollten alle Ihre gefiederten Gartenbewohner ausreichend Platz finden.

Tipps in Sachen Stall

  • Der Stall sollte gut verschliessbar sein und für Marder und Fuchs nicht erreichbar.
  • Bekommen es die gelehrigen Tiere beigebracht, dann gehen sie abends mit Herrchen/Frauchen freiwillig in den Stall. Die jungen Schneckenvernichter 'vergessen' dies aber auch wieder schnell, werden sie nicht täglich begleitet.
  • Die Tiere bleiben allerdings und bis zu 2-stelligen Minusgraden gerne auch nachts im Freien.
  • Fachleute empfehlen insbesondere im Frühjahr, Laufenten nachts einzusperren. Der Fuchs ist nun vermehrt auf Jagd, um seine Nachwuchs zu versorgen. Im Kampf gegen Räuber wie Füchse, Marder und Habichte haben die friedfertigen Tiere keine Chance.

Eine Umzäunung ist wichtig

Es ist kein hoher Zaun nötig (1 m hoch reicht aus), aber eine Umzäunung sollte schon sein, denn die flinken Gartenhelfer sind nur allzu schnell ausgebüxt oder in Gartenbereichen, in denen man sie vielleicht nicht haben möchte. Für die Haltung dieser Enten ist ein stabiler Metallzaun geeignet. Dieser muss Maschen- oder Stangenabstände aufweisen, in die die Enten keinen Kopf oder Extremitäten stecken können. Das könnte nämlich bei den neugierigen Tieren Verletzungen verursachen.

Optimal sind sogenannte Geflügel-Flexinetze, die bei Bedarf unter Strom gestellt werden können. So können Sie das Haustier auf ihrer Weide oder in bestimmten Gartenbereichen halten. Übrigens: Selbst ein 1,8 m hoher Zaun hält nicht unbedingt Füchse ab.

Nebenprodukt: Enteneier

Früher wurden diese Tiere hauptsächlich wegen ihrer Enten-Eier gehalten. Immerhin legen sie 50 - 150 davon im Jahr. Als Frühstücksei sind die Eier, die etwas grösser als Hühnereier sind, nicht so beliebt. Das rührt auch daher, dass ihnen nachgesagt wird, dass sie empfänglicher für Salmonellen sind. Wenn doch, dann sollten Sie die Eier 8 Minuten kochen, so die Empfehlung. Dafür sind sie eine Delikatesse in der Pfannkuchen- und Kuchenbäckerei. Ihr Dotteranteil ist übrigens vergleichsweise gross.

Sie können die Eier auch den Enten zur Naturbrut überlassen. Doch Vorsicht: Solche Gelege können unter optimalen Bedingungen 12 und mehr Eier enthalten. Das gäbe jede Menge Nachwuchs!

Laufenten kaufen in der Schweiz

Sie haben ausreichend Platz und möchten Laufenten kaufen? Der Preis liegt bei Inseraten wie auf tier-inserate.ch in der Regel bei CHF 20 bis CHF 30.

Halbwüchsige Laufenten auf Wiese

Indische Laufenten fühlen sich am wohlsten in der Gruppe. Foto © Leo Malsam/ iStock / Getty Images Plus

Tipps zum Kauf

  • Schauen Sie sich auch die Zucht an. So sehen Sie nicht nur, woher die Tiere stammen, sondern erhalten viele wissenswerte Informationen über die Haltung, individuelle Besonderheiten oder Futtervorlieben.
  • Mancher Züchter fordert übrigens auch mal 400 m² Auslauf für ein Paar, das er abgibt.
  • Um Inzucht zu vermeiden, sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die Enten nicht miteinander verwandt sind.
  • Die Küken sollten nicht zu jung sein. a) sieht man das Geschlecht erst nach etwa 8 Wochen, b) gilt wie bei allen Jungtieren: Sie sollten eine Zeit lang mit den Eltern aufgewachsen sein.

Laufenten mieten

Neugierig geworden oder wirklich eine massive Schneckenplage im abgesicherten Garten? In der Schweiz gibt es Anbieter wie 'Rent en Ent' von Pia Öchslin, die Laufenen  für ein paar Wochen oder eine Gartensaison verleihen (Preis um die CHF 15). Sind Sie nach dieser Zeit ganz vernarrt in die neuen Familienmitglieder und wollen sie nicht mehr abgeben, dann gibt es oftmals die Option, die Leihtiere zu erwerben. Manchmal wird die Leihgebühr auf den Kaufpreis angerechnet.