Tipps für Velo-Touren mit Rücksicht auf die Natur

Der Sommer lockt wieder viele Velo-Sportler in die Berge, mit dem Mountain-Bike rasen sie zu Tal. Doch dieser Fun-Sport ist nicht unproblematisch. Rücksichtsloses Fahren führt zu Streit mit Wanderern und schadet der Natur. Hier finden Sie Tipps für nachhaltige und umweltfreundliche Bike-Tours.

Mountainbiker
Foto: Ljupco / iStock / Thinkstock
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Was früher den Wandersleuten vorbehalten war, haben seit einigen Jahren auch die Velofahrer entdeckt: Dank immer besseren Bikes erklimmen sportliche Fahrer heute fast jeden Berg und geniessen die Landschaft vom Velosattel aus. Und die Schweiz ist für eingefleischte Biker ein Paradies. Sie bietet unzählige Möglichkeiten für Touren an: Von einfacheren Strecken mit moderaten Steigungen bis hin zu anspruchsvollen hochalpinen Routen. «Biken ist ein umweltfreundlicher Sport, wenn man mit dem Zug anreist oder - besser noch - in der eigenen Region unterwegs ist», sagt Markus Capirone von der Stiftung SchweizMobil. Dennoch drohen die Sportler oft Wanderern und auch der Natur in die Quere zu kommen. So hat erst im Frühjahr der WWF St. Gallen gegen eine geplante Bikestrecke Einsprache erhoben. «Wir haben zwar keine grundsätzlichen Einwände gegen den Bau der Waldegg-Trail-Bikestrecke, verlangen aber, dass gleichzeitig Massnahmen zum Schutz der Wildtiere getroffen werden», so Geschäftsführer Martin Zimmermann.

Tipps zum Wandern und Biken auf der gleichen Route

Mountainbike Fahren ist in der Schweiz grundsätzlich überall erlaubt, wo nichts Gegenteiliges signalisiert wird - also auch auf normalen Wanderwegen. Hier sind Konflikte mit Wanderern jedoch fast vorprogrammiert. «Es braucht die gegenseitige Rücksichtnahme», sagt Capirone, der das Problem aus der Perspektive beider Sportler-Kategorien kennt. Besser sei es, sich an die signalisierten Routen von SchweizMobil zu halten. Auf dem dazugehörigen Internetportal bietet die Organisation umfangreiche Tipps, Routenbeschreibungen, Unterkünfte, Reiseberichte und Karten zum kostenfreien Herunterladen an. Diese sind alle von den kantonalen Fachstellen geprüft und für gut befunden worden. Die empfohlenen Wege nehmen Rücksicht auf das Wild und führen nicht durch Naturschutzgebiete. Auch erosionsgefährdete Stellen werden umgangen. Eine komplette Trennung von Wanderwegen und Bikerouten sei aber nicht realistisch, sagt Capirone. «Dafür ist die Schweiz zu klein.» Die von SchweizMobil markierten Routen sind allesamt für den Langsamverkehr konzipiert - also nicht für Raser und Cracks. «Der Landschaftsgenuss steht bei uns im Vordergrund», sagt der Projektleiter bei SchweizMobil. Strikt auf eine getrennte Wegführung wurde jedoch an steilen und engen Stellen geachtet, wo Absturzgefahr besteht.

Mountainbiker und Kuh

Damit Tiere nicht aufgeschreckt werden, sollte man vorübergehend das Velo stossen. Foto: hipproductions / iStock Editorial / Thinkstock

Für Mountainbiker, die Wagnis und Abenteuer suchen, gibt es speziell abgesperrte Pisten mit diversen Hindernissen und Attraktionen, wie es bei der Waldegg-Trail-Bikestrecke der Fall sein soll. Dort sind die Sportler unter sich und können im Rahmen der getroffenen Vereinbarungen ans Limit gehen. Doch für die Bergregionen ist es natürlich interessant, wenn sie ihre Bahn-Infrastruktur auch im Sommer touristisch nutzen können. Auf Biker spezialisiert sind etwa die Regionen Scuol, Zweisimmen, Filzbach, Diemtigtal sowie Portes du Soleil.

Sonst sollten sich Mountainbiker, denen die Natur nicht egal ist, an Wege halten. Denn die stark profilierten Reifen können einer sensiblen Pflanzendecke erhebliche Schäden zufügen - besonders auf feuchtem Untergrund und beim Bremsen. Weil Biker meist schneller unterwegs sind als Fussgänger, ist auch die Gefahr etwas grösser, dass sie Tiere aufschrecken. Generell sollte sich der Mensch in der Natur als Gast verhalten, rät SchweizMobil. Eine Haltung, die wohl sämtlichen Outdoor-Sportlern nahezulegen wäre.

Das Sammeln der Kräuter und Pflanzen zum Eier färben lässt sich gut mit einem Ausflug der Kinder in die Natur verbinden. Im Frühling sind Wald und Wiesen ein grosser Abenteuer-Spielplatz und bieten Erlebnisse für alle Sinne an. Die Kinder können an einer Blume schnuppern, sich die glitschige Schnecken über die Hand kriechen lassen und können beim Pflanzen sammeln lernen, achtsam mit der Natur umzugehen und nur zu nehmen, was sie wirklich brauchen.

Text: Andrea Söldi

Planung einer Bike-Tour

  • Auf der Internetseite www.mountainbikeland.ch von SchweizMobil finden Sie umfangreiche Tipps, Routenbeschreibungen, Reiseberichte und gratis Karten zum Herunterladen für die Planung Ihres Mountainbike-Trips.
  • Der Bündner Bergführer Vital Eggenberger bietet auf seinem Portal www.climbandbike.ch geführte Touren an. Ausserdem hat er für mehrere Regionen einen Bike-Führer herausgegeben, der jeweils zum Preis von 38 Franken erhältlich ist.
  • Wie man sich auf dem Mountainbike verhält, ohne Pflanzen und Tieren zu schaden, verrät die Internetseite des deutschen Bundesamtes für Naturschutz unter www.bfn.de/natursport. Dort sind Verhaltensregeln und diverse Informationen für diverse Outdoor-Sportarten aufgelistet.

 

 

Verhaltensregeln für Mountainbiker und Wanderer im Gelände

Für friedliche Begegnungen von Wanderern und Velofahrern hat das Bundesamt für Umwelt folgende Regeln ausgearbeitet:

Wanderer:

  • benutzen die für sie bezeichneten Wege
  • tolerieren Mountainbike-Fahrten auf Wanderwegen
  • lassen Biker passieren, ohne ihre Fahrt unnötigerweise zu behindern

Mountainbiker:

  • benutzen die für sie bezeichneten Wege
  • fahren vorausschauend und machen sich bemerkbar (z.B. mit der Fahrradglocke)
  • reduzieren das Tempo, wenn sie sich Wandernden nähern oder in Situationen, in denen Wandernde anwesend sein könnten
  • lassen Wandernden den Vortritt

 

 

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