Mit Schneeschuhen wandern als ökologischer Wintersport

Das Schneeschuhlaufen mausert sich zum Volkssport. Die Bewegung lockt gar Sportmuffel in den Schnee. Und wer ins Schwitzen kommen will, der braucht nur eine steile Route im frischen Schnee. Dabei ist der Sport so umweltfreundlich wie kaum ein anderer im Winter.

Schneeschuhlaufen ist ein besonders umweltfreundlicher Sport für den Winter.
Beim Schneeschuhlaufen können Sie auch im Winter Spass am Wandern haben. Foto: sodapix / Thinkstock
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Alles läuft Schneeschuh. In der Schweiz finden immer mehr Leute auch im Winter hinaus in die Natur, wo sie mithilfe von Schneeschuhen gemütlich über die Schneedecke spazieren. Im Jahr 2000 wurden noch rund 3.000 Paar Schneeschuhe verkauft. Acht Jahre später waren es bereits 8.000 Paar. An dieser Entwicklung lässt sich ablesen, wie populär das Schneeschuhlaufen als Wintersport tatsächlich geworden ist. Das haben natürlich auch die Wintersportgebiete nicht verpasst und so findet man inzwischen überall entsprechende Tour-Angebote. Diese Entwicklung betrachtet Ellen Leister vom Bundesamt für Sport in Magglingen mit Freude. «Das Schöne beim Schneeschuhlaufen ist ja, dass es jede und jeder machen kann», sagt sie. Man braucht nicht viel Material, es ist wie spazieren gehen im Schnee. Es braucht keine ausgeprägte Fitness. Auch Kinder und Senioren, weniger Aktive und Einsteiger können problemlos Schneeschuh laufen.

Gegen den Bewegungsmangel

Wer dabei ins Schwitzen kommen möchte, sucht sich eine strenge, kupierte Route im frischen Schnee und schlägt ein zackiges Tempo an. Wer es lieber leicht angehen möchte, geht in gemächlichem Tempo einer flachen, ausgetretenen Spur nach. «Schneeschuhlaufen hat dann auch etwas Meditatives und ist im Übrigen gelenkschonend», sagt Leister. Mit der Verbreitung des Schneeschuhlaufens werden die Leute dazu animiert, auch im Winter hinaus in die Natur zu gehen und sich, wenn nicht gerade sportlich zu betätigen, so wenigstens eine Zeit lang zu bewegen. «Bei den sogenannten Sportmuffeln kommt das Schneeschuhlaufen sehr gut an. Das ist natürlich positiv, um die Bewegung zu fördern und damit einen Beitrag zur Gesundheitsförderung zu leisten», sagt Leister.

Schneeschuhlaufen ist ein besonders umweltfreundlicher Sport für den Winter.

Zum besseren Naturschutz sollten Sie die Route vorher gut planen. Foto: © federicofoto / iStock / Thinkstock

Gelenkte Bahnen

Esther Hegglin von Mountain Wilderness ist ob dem Trend Schneeschuhlaufen nicht erstaunt. «Wir sind ein Volk von Wanderern. Wer gern wandert, läuft auch gern mit Schneeschuhen», sagt sie. Auch bezüglich der Umwelt können Schneeschuhläufer ein relativ gutes Gewissen haben. Im Gegensatz zum Skisport beispielsweise, der Landschaftsschäden verursacht und grosse Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist Schneeschuhlaufen einiges umweltfreundlicher. Es braucht keine präparierten Pisten und keine Bergbahnen. Natürlich kommt aber auch hier je nach Route die Umweltbilanz nicht nur zu einem positiven Ergebnis. Wer vor der Wanderung etliche Kilometer mit dem Auto zurücklegt, verursacht beispielsweise auch Emissionen. Dennoch bleibt im Vergleich die Belastung relativ tief.

Hegglin findet die Zunahme des Schneeschuhlaufens ebenfalls positiv, solange sie in gelenkten Bahnen stattfindet. «Problematisch wird es, wenn die Läufer kreuz und quer laufen», sagt sie. Denn wer von den Schneeschuhtrails abkommt oder quer durch einen Wald läuft, stört die Wildtiere. «Um den Winter zu überstehen, müssen die Wildtiere ihre Energiereserven schonen. Wenn sie aber im Schnee flüchten, verbrauchen sie enorm viel Energie», sagt Hegglin. Wenn die Tiere immer wieder von Schneeschuhläufern aufgeschreckt werden, ist das für sie darum ein Problem.

Die Wälder meiden

Doch die Wildtiere können sich auch an die Anwesenheit von Wintersportlern gewöhnen. Darum ist es wichtig, die Bewegungen zu kanalisieren, wie Hegglin sagt. Wenn also alle Schneeschuhläufer auf den vorgegebenen Routen bleiben, wissen die Wildtiere, dass die Menschen hier hin und wieder vorbeikommen und werden darum nicht mehr aufgeschreckt. Wichtig ist auch, dass die Routen sich nicht zu stark am Waldrand oder in den Wäldern befinden, denn hier halten sich die Wildtiere am liebsten auf. Hegglin ist zuversichtlich, dass die vielen Schneeschuhläufer aber auf längere Sicht kein grosses Problem mehr für die Wildtiere darstellen werden. «Die Schneesportler werden sich immer mehr bewusst, dass sie Rücksicht nehmen müssen. Es laufen dazu auch viele Sensibilisierungskampagnen», sagt sie. So kann das Volk auch weiterhin wandern und die Natur geniessen. Im Sommer wie im Winter.

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Vorbei am UNESCO-Welterbe durch verschneite Landschaften nach Feldis

Eine wunderschön verschneite Bündner Bergwelt bietet sich Ihnen auf dieser Schneeschuhwanderung von Brambrüesch zum Dreibündenstein und weiter nach Feldis. Das Hochplateau Brambrüesch ist bequem von Chur aus mit der Gondelbahn zu erreichen. Beim Grenzstein der ehemaligen drei rätischen Bünde erwartet Sie eine atemberaubende Sicht, die bei guter Witterung bis zu den Glarner Alpen reicht.

Beobachten Sie während des Schneeschuhlaufens die Gebirgsüberschiebung des UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona, die besonders eindrücklich vom Ringelspitz bis hin zu den Flimser Bergen zu erkennen ist. Wem der Aufstieg auf das Furggabüel zu anstrengend ist, der kann die Sesselbahn ab Hühnerköpfe benutzen. Am Zielpunkt in Feldis endet die als mittelschwer einzustufende Schneeschuhwanderung mit der Gondelbahn nach Rhäzüns und weiter mit dem ÖV nach Chur. Foto: © Graubünden Ferien / Stefan Schlumpf

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