Kindergeburtstag: Heute bin ich grüner König!

Auch, wenn die Playstation und der Fernseher aus bleiben - ein Kindergeburtstag, der ökologisch nachhaltig gefeiert wird, macht letztlich sogar mehr Spass als ein Ausflug zum Fastfood-Restaurant. Wichtig sind die gemeinsame Vorbereitung und ein Funken Phantasie.

Ein Kindergeburtstag kann Spass machen und die Umwelt schonen.
Ein Kindergeburtstag kann Spass machen und die Umwelt schonen. Foto: Elena Schweitzer / iStock / Thinkstock
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Einmal im Jahr König oder Königin sein! Für die meisten Kids ist der Geburtstag der aufregendste und mit grösster Spannung erwartete Tag des Jahres. Umso grösser ist die Enttäuschung, wenn beim Fest etwas nicht so läuft, wie sie es sich erträumt haben. Wenn die Truppe eben nicht bei einer Fastfood-Kette einfällt, gar daheim geblieben wird und hier keine Chips auf dem Tisch stehen. Wenn Mama und Papa ihr Kind glücklich machen und trotzdem verantwortlich feiern wollen, ist Phantasie gefragt. Doch meist wenig Mehraufwand. Und flugs ist aus dem Kindergeburtstag vielleicht sogar ein Nachmittag geworden, an dem die Kinder etwas Neues über die Welt gelernt haben und dabei Spass hatten. Wichtig hierbei: Lassen Sie den erhobenen Zeigefinger in der Tasche. Schliesslich soll das Geburtstagskind im Mittelpunkt stehen. Und auch ein Blätter- oder Blumenkranz statt Burgerking-Krone macht den kleinen Gastgebenden zu König oder Königin.

Raus in die Natur

Ein Ausflug zu Ehren des kleinen Gastgebers mit Freunden kommt besonders gut an. Aber es muss nicht nur um Essen gehen und Kino können die Kinder ja fast alle Tage haben. Eins vorweg: Egal wohin, lässt es das Wetter zu, ist ein Veloausflug ein viel grösseres Erlebnis, als wenn die Kindergruppe nur in zwei Autos verladen wird. Wenn das Wetter übel mitspielt, stehen immer noch Zug und Bus zur Verfügung, auch wenn Rasselbanden hier etwas schwieriger zu bändigen sind.

Und an Zielen, an denen spielerisch Wissen weitergegeben wird, mangelt es nicht: So kann beispielsweise ein Ausflug in ein Erlebnismuseum wie das Technorama Winterthur organisiert werden, in dem ausprobiert werden darf. Weil man bei Kindern mit Tieren nie falsch liegt, bietet sich auch ein Nachmittag auf einem Bauernhof an, wo sich die Kinder ihre Zvieri-Milch direkt von der Kuh holen. Immer mehr Bauern organisieren dies. Oder man fragt in einer Bäckerei nach, ob man dort einen Backnachmittag organisieren könnte, denn selbstgemachte Geburtstagsbrötchen schmecken am besten. Und bei schönem Wetter ist Natur Pflicht: Etwas aufwändiger, dafür aber umso spannender, ist eine selbst organisierte Schnitzeljagd oder Rallye. Im Vorhinein geht das Geburtstagskind mit den Eltern einen Park oder Wald ab und sucht aussergewöhliche Punkte für zu erledigende Aufgaben. Letztlich treten Teams gegeneinander an. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch ein Tierpark, eine Kanu-Tour oder ein Ausflug auf eine Burg können damit verbunden werden, mehr über die Natur oder Geschichte spannend zu vermitteln.

Selbst gebastelte Dekorationen für den Kindergeburtstag machen Spass und sind umweltfreundlicher.

Benutzen Sie für die Dekoration selbst gebastelte Girlanden aus umweltfreundlichem Material. Foto: petrograd99 / iStock / Thinkstock

Gemeinsam vorbereiten

Wie bei der Rallye gilt auch in allen anderen Fällen: Der selbst organisierte Geburtstag ist der schönste. Regnet es aus Kannen und muss deshalb im Haus gefeiert werden, wäre es jedoch kontraproduktiv, dem grössten Spongebob-Fan der Welt farbige Motto-Plastik-Becher zu verbieten. Doch vielleicht ist er einverstanden, die Girlanden mit den Eltern selbst zu basteln oder letztlich auch die Porzellan-Tassen mit selbstgemachten Stickern zu bekleben. Die Ansprüche der Kinder sind jedoch meist gar nicht so hoch, wie man als Eltern annimmt. Chips sind Chips, wenn sie gleich aus der Tüte in die Schale kommen, merken sie vielleicht nicht, dass sie aus nachhaltig produzierten Kartoffeln hergestellt wurden. Und wenn doch, ist sicher am Ehrentag eine Ausnahme zu machen.

Generell ist jedoch heute nicht mehr schwierig, biologisch angebaute Lebensmittel zu servieren, ohne dass die Kinder nur Gemüse und Früchte essen dürfen. Fast zu jeder herkömmlich hergestellten Süssigkeit gibt es mittlerweile eine Bio-Alternative, die oft sogar noch besser schmeckt. Wenn mit dem Kind der Kuchen gemeinsam gebacken wird und vielleicht noch Obst aus dem eigenen Garten dabei ist, merkt es schneller, dass die Zutaten eine Herkunft haben. Auch sonst muss Süsses sein: In der Erdbeerzeit werden die Früchte einfach in heisse Schokolade getunkt. Mit Fairtrade-Schoggi überzogene Bio-Mangos machen wirklich jedem den Mund wässrig. Und keinem Gast macht es weniger Spass, aus einem Naturstroh-Strohhalm zu trinken. Auch hier gilt, dass sofort ersichtlich wird, woher der Strohhalm überhaupt seinen Namen hat. Essbares Einweggeschirr ist ohnehin ein Renner auf Kinderfesten, auch wenn sie diese nicht verschlingen werden, wird es jeder testen.

Spielen und Basteln

Da zuhause nicht nur gegessen und getrunken wird, muss ein Programm her. Und auch wenn die Kinder sich gegenseitig durch den noch cooleren Geburtstag übertreffen wollen – oder sind es die Eltern selbst? – kommen meist die einfachsten Dinge am besten an. Jemand im Bekanntenkreis, der sich als Clown verdingt? Wer ein kleines Handpuppen-Theater hat, kann die Bespielung selbst übernehmen. Beide Male sind offene Kindermünder vor lauter Spannung garantiert. Denn hier ist etwas echt statt nur in der Flimmerkiste. Das macht Eindruck. Eine altbekannte, jedoch sehr variable Möglichkeit ist das Raten mit verbundenen Augen. Auch, wenn man keinen Pelz im Schrank hat, ist es möglich, Tierfelle erraten zu lassen – Leder, ein Schaffell, einen Geldbeutel mit Ziegenfell und vielleicht ein Stofftier mit Hasenfell ist leicht zu finden. Auch Gemüse oder Hülsenfrüchte eignen sich prächtig. Wer will, kann danach mit den erratenen Erbsen und ein paar alten Schachteln Rasseln basteln. Wetten, die Kinder schwärmen noch lange von diesem Nachmittag?

Text: Alexa Scherrer