Spektakuläre Aussichten: Die schönsten Höhlen der Schweiz

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Höhlen oder Grotten sind faszinierende Zeitzeugen der Erdgeschichte und immer einen Besuch wert. Sie beherbergen Tropfsteine, Wasserfälle oder unterirdische Seen und bieten einzigartige Anblicke.

Höhlen und Grotten der Schweiz: Spektakuläre Ein- und Aussichten
Foto: © hoellgrotten.ch

Klein aber fein: Grotten in der Schweiz

Das Wort Grotte stammt aus dem Italienischen und heisst nichts anderes als «Höhle». Trotzdem gibt es die Tendenz, kleinere Höhlen als Grotten zu bezeichnen. Die Feengrotte von St. Maurice ist hierbei eine der faszinierendsten Grotten in der Schweiz, welche die urwüchsige Kraft der Natur eindrucksvoll offenbart.

Über 63 Windungen geht es tief in den Berg, bis man vor einem 50 Meter hohen Wasserfall steht. Dieses Wasser hat wohl über unzählige Jahrtausende die Windungen und damit den Grottengang Zentimeter für Zentimeter mit unbändiger Energie in den Stein gefräst. Auch schön: Der sagenhafte Feenbrunnen der St. Mauricer Grotte. Der Sage nach soll ein Wunsch in Erfüllung gehen, wenn man die linke Hand hinein hält.

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Der gösste unterirdische See Europas: Bootfahrt in der Wassergrotte St-Léonard

Die Wassergrotte St-Léonard beinhaltet den grössten, befahrbaren unterirdischen See Europas. Erst vor 50 Jahren begann man diese Schweizer Höhle genauer zu erforschen, weil der unterirdische See aus Aberglaube davor lange Zeit gemieden wurde.

Heute kann man aber sogar an einer Bootstour teilnehmen, die durch den See führt, während die Bootsführer über Geschichte und Geologie der Höhle informieren. Das 300 Meter lange und gegen 20 Meter breite unterirdische Gewässer gilt zudem als Ort der Kraft. Foto: © Lac Souterrain de St-Léonard

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Eine nicht minder begeisternde Grotte ist die Höllgrotte in Baar. Mehrere Seen und meterhohe Tropfsteine sind hier zu sehen. Eine eindrucksvolle LED-Beleuchtung rückt diese Kunstwerke der Natur ins rechte Licht. Ein schönes Angebot für Kinder in dieser Grotte: Ein Audio-Guide, in dem das «Höllgrottetüüfeli» die einmalige Entstehungsgeschichte dieser Schweizer Grotte beschreibt.

Künstlichen Ursprungs ist die Grotte von Mont Vully, eine künstliche Höhle im Jura. Sie wurde von Menschenhand anlässlich des 1. Weltkrieges als Schutzeinrichtung geschaffen und ist heute ein wahrer Abenteuerspielplatz für Kinder.

Sehr lehrreich und einzigartig ist ein Besuch der Grotte mit dem grössten unterirdischen See Europas. Die Wassergrotte St. Leonard zwischen Sion und Sierre wartet mit einem 6.000 Quadratmeter grossen See auf, der sich unter einer atemberaubenden, bis zu zehn Meter hohen Felskuppel befindet. Er kann mit einem Boot befahren werden, auf dem der Fährmann die Entstehung dieser Schweizer Höhle eindrücklich erklärt.

Die grossen Höhlen der Schweiz

Wie die phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne mutet der 1,5 Kilometer lange Rundgang durch die grosse Höhle Réclère an, eine der beeindruckendsten Höhlen des Jura. Der Weg erobert 500 Treppenstufen und bei jedem Schritt und Tritt sieht man sich bis zu 15 Meter hohen Stalagmiten und Stalaktiten gegenüber. Ebenso interessant ist der angegliederte Préhisto-Park, in dem über 40 rekonstruierte, lebensgrosse Dinosaurier und andere ehemalige Schweizer Bewohner aus dem Tierreich zu bestaunen sind.

Auf eine ganz andere Zeitreise begibt man sich in einer der grossen Höhlen der Ostschweiz, genauer in dem Eisenbergwerk Gonzen bei Sargans. Rein geologisch gesehen sind diese von Menschen geschaffenen Hohlräume zwar keine Höhlen, dennoch mehr als sehenswert. Hier erlebt man auf einer Führung und teils auf einer Stollenbahn fahrend die über 2.000-jährige Geschichte des Eisenerzabbaus in der Schweiz.

Glanzvoller wird es in der künstlich geschaffenen Höhle unweit der Grenzstadt Gondo, eine der grossen, künstlichen Höhlen des Wallis. In dem alten Bergwerk kann man erleben wie einst in mühevoller Handarbeit in der Schweiz Gold abgebaut wurde. Und wer es mal versuchen möchte, der kann sich zur Erinnerung mit Hammer und Meissel selbst an einer Goldader versuchen. Diese Höhle erreicht man nach Begehung des berühmten Stockalperwegs.

Quellen: MySwitzerland.com, Wikipedia, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann