Roter Reis: So bereiten Sie die Delikatesse aus der Camargue zu

Roter Reis ist eine Spezialität aus der südfranzösischen Camargue, die seit geraumer Zeit die Spitzengastronomie erobert. Wie Sie roten Reis kochen und warum er häufig mit Rotschimmelreis verwechselt wird.

Roter Reis - Camargue-Reis
Roter Reis oder Camargue Reis schmeckt nussig und gehort zu den Vollkornreissorten. Foto © iStock / Getty Images Plus
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Die Camargue in Frankreich begeistert seine Fans mit wunderschönen Landschaften. Der Gourmet schätzt indes eine Besonderheit, die ursprünglich nur hier wächst: roter Reis auch Camargue-Reis genannt.

Was genau ist Camargue-Reis?

Roter Reis oder Camargue-Reis mit seiner rotbraunen Farbe wächst auf mineralienreichen Tonböden, was dieser edlen Reissorte einen nussigen Geschmack und die einmalige Farbe verleiht. Der spezielle Boden versorgt den Reis zudem mit gesunden Inhaltsstoffen. Camargue-Reis ist eine Delikatesse. Das Rot durchfärbt zwar lediglich die Schale, doch da diese am Reiskorn verbleibt, ist der rote Reis ein Vollkornreis, der übrigens auch noch rot auf den Teller kommt.

Camargue-Reis ist ein Langkornreis, der nach dem Kochen noch recht locker und fest bleibt. Wer Reis nicht mag, weil konventioneller eher weich ist und zum Verkleben neigt, hat mit dem roten Langkornreis eine tolle Alternative.

Kochen sollten Sie diesen Reis, wie auch den schwarzen Reis, bei niedrigen Temperaturen. So platzt er nicht auf und behält rundum seine Ursprungsform ohne Risse in der Schale.

Gut zu wissen: Weil die Anbaukapazitäten für den Camargue-Reis in seiner ursprünglichen Heimat nicht ausreichen, wird er heute nicht nur in der Camargue, sondern auch im Piemont angebaut. Auch in Bio-Qualität.

Roten Reis Kochen: So bereiten ihn die Profiköche zu

Roten Reis kochen

Gekochter roter Reis behält seine intensive Farbe. Foto © iStock / Getty Images Plus

Wie bei ganz normalem Vollkornreis, kann auch der rote Reis aus der Camargue aufplatzen. Um dies zu verhindern, wird der Reis mit wirklich sanfter Hitze gekocht. Küchenprofis machen das nach folgendem Rezept:

  1. 200 g roter Reis mit kaltem Wasser abspülen.
  2. 500 ml Wasser (etwa die 2 bis 2,5-fache Menge Wasser) ohne Salz zum Kochen bringen.
  3. Nun den Reis zugeben und Deckel auflegen
  4. Die Temperatur so reduzieren, dass nur wenige Bläschen im Wasser aufsteigen
  5. Der Camargue-Reis bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel 35 – 40 Minuten (gerne ein paar Minuten länger) kochen.
  6. Nun den Reis auf die Seite stellen und weitere 5 Minuten ziehen lassen.
  7. Erst jetzt etwas Salz unterrühren.
  8. Fertig ist der feine Reis mit vielen verbliebenen, gesunden Inhaltsstoffen.

Tipp: Für den Extraschmelz ein wenig Butter oder gutes Öl einrühren.

Roten Reis im Salat

Camargue-Reis eignet sich für Salate und Currys.Foto © iStock / Getty Images Plus

Roten Reis können Sie für allerlei Rezepte in der Küche verwenden. Es ist ein Hingucker, wenn Sie Ihr Rezept für Reis-Salat mit einem roten Farbtupfer umsetzen oder ihn zum Hauptakteur in einem Auflauf machen. Die Spezialität aus Frankreich ist aber auch einfach als Beilage zu Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichten ein Genuss. Vielleicht mit ein paar frischen Kräutern darin, die einen schönen Farbkontrast mit dem Rot ergeben.

Zudem profitieren asiatische Gerichte und Rezepte wie Currys von seinem nussigen Aroma.

Warum ist Camargue-Reis so gesund?

Roter Reis ist gesund, da er mit 350 Kalorien auf 100 Gramm kalorientechnisch ein Leisetreter ist. Zudem enthält der Reis mit acht Gramm besonders viel pflanzliches Eiweiss. Das wenige Fett – etwa 3 Gramm im Schnitt – besteht hauptsächlich aus den 'guten' Fetten, den ungesättigten Fettsäuren. Diese gelten als zellschützend und positiv für das Herz-Kreislauf-System.

Roter Reis ist zudem reich an Mineral- und Ballastoffen sowie Vitaminen. Enthalten sind die Vitamine A, B, D und E, zu den enthaltenen Mineralstoffen im roten Camargue-Reis zählen Zink, Magnesium und Eisen.

Da das Korn nicht poliert wird, wird seine äussere Haut, das Silberhäutchen auch nicht entfernt. Zusammen mit der sanften Kochmethode, gehen so die gesunden Inhaltsstoffe des Camargue-Reis nicht verloren.

CAmargue-Reis nicht mit Rotschimmelreis verwechseln!

Fermentierter Reis - Rotschimmelreis - red rice aus China

Rotschimmelreis ist fermentierter Reis und hat nichts mit Camargue-Reis gemein. Foto © iStock / Getty Images Plus

Fälschlicherweise wird der rote Vollkornreis aus der Camargue häufig mit fermentiertem Reis aus China verwechseln. Was leider sogar einige Artikel im Internet machen.

In China gibt es die Jahrtausende alte Tradition, normalen Reis mit speziellen Schimmelkulturen zu zersetzen, um daraus Rotschimmelreis, ein fermentierter Reis mit roter Farbe, herzustellen.

Dieser fermentierte Reis wird kurz auch 'Roter Reis' oder englisch 'Red Rice' genannt, hat aber mit der südfranzösischen Spezialität nichts zu tun. Heute wird er gerne als scheinbar gesundes Nahrungsergänzungsmittel angepriesen, da Rotschimmelreis einen erhöhten Cholesterinspiegel natürlich senken könne.

Dieser Reis dient zum Färben, zum Aromatisieren oder für die Haltbarmachung von Lebensmitteln. Weiterhin wird der Rote Reise in der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM, bei Magen-Darm-Problemen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt.

Das kann das Nahrungsergänzungsmittel – etwa als fermentierter roter Reis-Kapseln oder diverse Red-Rice-Produkte angeboten – wohl wirklich, doch mit Nebenwirkungen. Der Hintergrund: Tatsächlich kann der fermentiere Reis den Cholesterinspiegel senken. Das liegt an den sogenannten Statinen, die sich durch den Pilz bilden. Untersuchungen haben ergeben, dass der Reis das schlechte Cholesterin, das LDL-Cholesterin senken kann.

Statine sind Arzneimittel aus der Gruppe der Cholesterin-Senker, die der Arzt verschreiben kann. Sie werden von einem Pilz gebildet. Die Einnahme des Monacolin K (eines von mehreren Statinen) genannten Stoffes kann allerlei Nebenwirkungen haben. Das reicht von Muskelschmerzen bis gar zum Muskelabbau, über Nierenschädigungen, Schlaflosigkeit und bis zur Depression. Auch das Risiko an Diabetes zu erkranken steigt, während die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sinkt. Schliesslich sollten Schwangere auf diesen Cholesterinsenker verzichten.

Das Problem an dem Nahrungsergänzungsmittel ist, dass erstens die Dosis nicht genau ist und die Einnahme zweitens ohne ärztliche Kontrolle erfolgt. Und dies mit der Wirkung wie ein echtes Medikament.