Fructoseintoleranz: Wenn Früchte und Gemüse die Verdauung belasten

Fructose verleiht Früchten und Gemüse natürliche Süsse. Künstlich zugesetzt ist sie in vielen Diät- und Diabetiker-Lebensmitteln enthalten. Doch immer mehr Menschen leiden an Fructoseintoleranz, reagieren mit Verdauungsproblemen oder sogar mit Depressionen. Wie das kommt und warum man trotz Intoleranz nicht auf Früchte verzichten muss.

Fructose, Fructoseintoleranz und Symptome
Für die einen ein leckerer Anblick, bei dem man sofort zuschlagen möchte, für die anderen bereitet schon der Anblick Bauchschmerzen. Grund: Fructoseintoleranz, die gar nicht so selten ist. Foto: gpointstudio, iStock, Thinkstock
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Fructose findet sich in seiner natürlichen Form in Früchten und Fruchtsäften, aber auch in so manchem Gemüse oder in Honig. Ebenso enthalten verarbeitete Lebensmittel mit besonders vielen Früchten, wie Marmelade, die natürliche Zuckerart. Bei einer Fructoseintoleranz werden diese Lebensmittel nicht oder nur teilweise vertragen. Sie bereiten vielen Menschen wortwörtlich Bauchschmerzen.

Die Symptome einer Fructoseintoleranz

Leider kommt es gar nicht so selten vor, dass Menschen eine Fructoseintoleranz haben. 30 bis 40 Prozent der Menschen sollen es sein, die mehr oder weniger stark, permanent oder nur eine gewisse Zeit, an der Unverträglichkeit leiden. Etwa zwei Drittel merken davon wenig oder gar nichts, ein Drittel hat jedoch Probleme, also etwa jeder Zehnte.

Symptome sind dann Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen oder gar Durchfall. Der Grund dieser Reaktion: Der Körper kann den Fruchtzucker nicht oder nur ungenügend verarbeiten. Der Grund ist hier hauptsächlich ein Mangel von Zink und Folsäure. Aus den gleichen Mangelerscheinungen kann schliesslich Krankheitsanfälligkeit das Ergebnis sein. In schlimmeren, aber zum Glück seltenen Fällen, führt das zu Konzentrationsstörungen und sogar Depressionen.

Fructoseintoleranz nicht nur durch Fruchtzucker oder Früchte

Wer nun denkt, einfach auf Früchte zu verzichten und so eine Fructoseintoleranz zu umgehen, der irrt sich. Denn viele andere Lebensmittel enthalten ebenfalls Fructose. Allen voran: Haushaltszucker, der in der Regel aus Glucose und Fructose besteht. Alle Produkte, die mehr oder weniger viel handelsüblichen Kristallzucker enthalten, können also ebenfalls eine Fructoseintoleranz auslösen.

Und weiter geht es mit Gemüse. Spätestens, wer im Sommer richtig schön reife, saftig-süsse Tomaten isst, nimmt auch eine gewisse Menge an Fructose zu sich. Paprika, Zucchini, Rotkohl und viele weitere Gemüsesorten enthalten ebenfalls Fructose. Hier gibt es jedoch eine kleine Entwarnung. Meistens werden diese selbst bei Fructoseintoleranz gut vertragen. Der Anteil an Fruchtzucker ist so gering, dass nur die allerwenigsten mit Beschwerden reagieren.

Problematisch sind, für Menschen mit Fructose-Unverträglichkeit hingegen oft die weiteren Zuckeraustauschstoffe Xylit oder Sorbit. Sie werden auf die gleiche Art wie Fruchtzukcer aufgenommen und lösen bei Fructoseintoleranz ähnliche Beschwerden aus.

Fructoseintoleranz: Alles auch eine Frage der Menge

Fructose kommt in Früchten und Gemüse oft im Doppelpack mit Glucose daher. Wer unter einer Intoleranz leidet, verträgt dies oft besser. Denn Glucose ist eine weitaus verträglichere Zuckerart, auf die allenfalls die Waage intolerant reagiert. Je nachdem wie hoch der Anteil Glucose ist, und wie häftig die Fructoseintoleranz, werden so einige Früchte oder Gemüse besser vertragen und andere schlechter.

Überwiegt etwa bei den einen Früchten ein hoher Fructoseanteil, weisen andere hingegen mehr Glucose auf. Das Ergebnis: Bei Äpfeln, Birnen, Feigen und Trockenfrüchten sind die Fructoseintoleranz-Symptome oft besonders stark ausgeprägt, Banane oder Avocado können von fast allen, auch mit Unverträglichkeit, unbedenklich genossen werden.

Fructoseintoleranz bei Kindern kann sich «verwachsen»

Kinder, die an einer Fructoseintoleranz leiden, in seltenen Fällen bereits ab der Geburt, können glücklicherweise mit fortschreitendem Alter die Symptome wieder verlieren. Bei Erwachsenen ist dies meist nicht mehr der Fall.

Allerdings können die Symptome trotz des weiteren Konsums von Obst gemindert oder sogar völlig beseitigt werden. Dies klappt oft, wenn man die Früchte nur in kleinen Häppchen über den Tag verteilt oder in der richtigen Kombination mit Glucose zu sich nimmt. Und zum Glück gibt es Alternativen, durch die man auf gesunde Vitamine nicht verzichten muss.

Eine Fructoseintoleranz kann übrigens gut diagnostiziert werden. Via Atemtest nach der Einnahme des Fruchtzuckers.

Quellen: Diabetes-Ratgeber.de, Focus.de, Zentrum-der-Gesundheit.de

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann