Diese Windkraftanlage liefert viel Strom auch bei lauen Lüftchen

Einen Baum nimmt sich diese Windkraftanlage als Vorbild. Wie in der Natur, bewegen sich ihre Blätter auch schon bei ganz wenig Wind und liefern so besonders effizient Strom. Auch an Orten, wo kaum ein Lüftchen geht.

Windkraftanlage NewWind liefert auch Strom bei laufen Lüftchen
Bild: © JF Deroubaix
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Eine klassische Windkraftanlage ist nicht ungedingt schön anzuschauen und braucht jede Menge Platz sowie ein ausgeklügeltes Leitungsnetz für den Stromtransport. Zudem muss es richtig windig sein, damit die Stromproduktion funktioniert und es geht einiges an Energie beim Transport verloren. Die kreativen Windmühlen der französischen Firma NewWind sollen das alles ändern.

Das Pariser Start-Up um Gründer Jérôme Michaud-Larivière verfolgt einen ganz neuen Ansatz. Der Strom soll nah am Verbraucher mit ansprechenden kleinen Windkraftanlagen produziert werden. Hierzu entwickelte sein Team in nur wenigen Jahren eine Windkraftanlage, die heute als Arbre à Vent, als Windbaum also, bereits erhältlich ist.

Beim Aufbau der Anlage haben die Erfinder sich viel von der Natur abgeschaut. Biomimetik oder Bionik nennt man die Wissenschaft, die natürliche Vorbilder in effektive Technologie umsetzt. Der Windbaum sieht mit etwas Fantasie tatsächlich wie ein Baum aus, die Miniwindturbinen erinnern dabei an grüne Blätter.

Aéro Leaf® produziert Strom auch ohne viel Wind

Wie natürliche Blätter, die bereits bei ganz wenig Luftbewegung sanft im Wind flattern, produzieren auch die Arme des Arbre à Vent auch bei lauen Lüftchen noch Strom . Aéro Leaf®, also Luftblatt, nennen sich die speziell entwickelten und von NewWind patentierten Kleinstwindkrafträder. Einzeln bringen sie nicht viel. Aber zusammengefasst im Baum schaffen sie erstaunliche Ausbeuten an Strom.

Windkraftanlage NewWind liefert auch Strom bei laufen Lüftchen

Bild: © JF Deroubaix / iStock / Thinstock

Bereits kaum spürbare 2 Meter pro Sekunde Luftbewegung genügen, um mit den vielen Miniwindkraftanlagen Energie zu produzieren. Der Lufthauch in der Fussgängerzone, an der Strasse oder auch von der Abluft klimatisierter Gebäude reicht schon aus, um die Luftblätter in Bewegung zu setzen.

Die Grösse des «Baumes» wie auch die Anzahl der darauf befindlichen Stromerzeuger kann je nach Kundenwunsch variieren. Eine sofort abrufbare Leistung zwischen 500 Watt und mehreren Kilowatt sind so möglich.

Je nach Standort und Grösse der Windkraftanlage können im Schnitt 2'400 Kilowattstunden Strom jährlich produziert werden. Das würde etwas über 80 % des Bedarfs einer 4-köpfigen Familie abdecken. Alternativ könnte ein knapp 100 m² grosses Büro damit vollständig versorgt werden oder ein Elektroauto mit dem Strom durchschnittlich 17'000 Kilometer weit fahren.

2011 war die Firmengründung und nach insgesamt 3 Prototypen laufen heute bereits die ersten kleinen Windkraftanlagen in Paris, auf dem Gelände eines Einkaufszentrums im deutschen Ruhrgebiet und in Genf auf dem Grundstück der Banque Piguet Galland. Tagsüber speisen die Bäume in Genf das Netz der Banker, nachts wird der nachhaltig produzierte Strom ins öffentliche Netz abgegeben.

Quelle: Newwind.fr

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

 

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