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Dieses Tool errechnet das Solar-Potenzial deines Hausdachs

Das Potenzial einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich in der Schweiz schnell ermitteln. Finde heraus, ob dein Haus für ein Solardach geeignet ist und wie viel Potenzial sich dort verbrigt.

Solaranlage für Solardach: Ist mein Dach geeignet?
Foto © AndreasWeber/ iStock / Getty Images Plus

Ganz schön praktisch: In der Schweiz kannst du in wenigen Minuten abklären, ob eine Immobilie für ein Solardach geeignet ist – also ob sich eine Solaranlage voraussichtlich lohnt, wie viel Strom sie liefern kann und wie sich die Wirtschaftlichkeit grob einschätzen lässt.

Dazu haben das Bundesamt für Energie (BFE), Swisstopo und MeteoSchweiz ein Online-Tool entwickelt, das anhand des Standorts einer Liegenschaft berechnet, wie viel Potenzial für Solarstrom vom Dach vorhanden ist.

Du brauchst keine Vorkenntnisse: Adresse eintippen reicht.

Wer erfahren möchte, wie gut sein Haus oder ein grösseres Gebäude für eine Solaranlage geeignet ist, kann auf der Website des BFE einfach seine Adresse eingeben.

Dann errechnet das Tool, wie viel Solarstrom das Dach pro Jahr erzeugen kann. Du bekommst drei Resultate: ein Solardach, das zur Hälfte mit Solarmodulen belegt ist, eines zu Dreivierteln und ein vollbelegtes Solardach.

Potenzial eines Solardachs mit dem Online-Tool Sonnendach.ch errechnen
Foto: © zVg BFE

In einem nächsten Schritt lassen sich die Kosten für die jeweilige Anlage grob abschätzen – und wie lange es dauern kann, bis sich die Solaranlage amortisiert.

Dabei berücksichtigt der Rechner automatisch wichtige Standortfaktoren wie Ausrichtung, Dachneigung und Dachfläche. Wichtig zu wissen: Für eine echte Offerte und eine saubere Planung braucht es fast immer zusätzlich eine Vor-Ort-Prüfung.

Was Sonnendach (BFE) dir sagt – und was nicht

Sonnendach ist ideal, um eine erste Orientierung zu bekommen: Wie viel Sonne dein Dach grundsätzlich abbekommt, wie sich die geeigneten Flächen ungefähr verteilen und welche Erträge realistisch sein könnten. Für Eltern kann das besonders hilfreich sein, wenn ihr gerade ein Haus kauft, eine Renovation plant oder euren Strombedarf wegen Wärmepumpe, Boiler oder E-Auto neu einschätzt.

Gleichzeitig gilt: Die Resultate sind eine Näherung. Für die Umsetzung brauchst du zusätzlich technische und bauliche Abklärungen. Digitale Potenzialkarten sind ein guter Start, ersetzen aber keine Objektaufnahme und keine Auslegung durch qualifizierte Fachpersonen.

Verschattung, Dachzustand, Statik: die 3 Punkte, die du zusätzlich klären musst

1) Verschattung (Bäume, Nachbargebäude, Gauben, Kamine)
Selbst kleine Schatten über den Tag verteilt können Erträge spürbar drücken. Moderne Anlagen können das oft abfedern (z.B. passende String-Auslegung, Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter), aber das muss geplant werden. Für dich heisst das: Lass bei der Offerte eine Verschattungsanalyse (vor Ort oder mit präzisen 3D-Daten) explizit bestätigen.

2) Dachzustand (Dichtung, Ziegel, Unterdach, Lebensdauer)
Wenn das Dach in den nächsten Jahren ohnehin saniert werden muss, lohnt es sich häufig, Sanierung und PV zu bündeln. Das spart doppelte Gerüst- und Montagekosten und reduziert das Risiko, dass später Module demontiert werden müssen. 

3) Statik und Befestigung (Schnee, Wind, Zusatzlast)
In der Schweiz sind Schneelasten je nach Region relevant. Ob und wie eine PV-Anlage montiert werden kann, hängt vom Dachaufbau, der Tragfähigkeit und dem Montagesystem ab. Das ist kein «Nice-to-have», sondern ein Sicherheits- und Haftungsthema. Seriöse Anbieter klären das vor der Umsetzung.

Die 9 Infos, die du sammeln solltest, bevor du Offerten einholst

Wenn du diese Punkte parat hast, bekommst du vergleichbare Offerten – und kannst schneller entscheiden, was für Euch wirklich Sinn ergibt:

  • Adresse + Fotos/Skizzen von Dachflächen, Gauben, Kamin, Dachfenstern (falls vorhanden).
  • Dachtyp: Ziegeldach, Blech, Flachdach, Indach/On-roof, ungefähres Baujahr.
  • Dachzustand: Gibt es Undichtigkeiten, geplante Sanierung, neue Dämmung?
  • Zähler-/Netzanschluss-Situation: Wo ist der Hausanschluss, wie alt ist der Zählerschrank, gibt es Platz für Zusatzkomponenten?
  • Jahresstromverbrauch (kWh) aus der letzten Abrechnung.
  • Eigenverbrauchsanteil heute: Wann wird bei euch typischerweise Strom genutzt (morgens/abends/über Mittag)?
  • Wärmepumpe/Boiler: vorhanden/geplant, Warmwasser elektrisch, Speicherboiler ja/nein.
  • E-Auto: vorhanden/geplant, Lademöglichkeit, geplante Ladeleistung.
  • Zukunftsplan: Familienzuwachs, Homeoffice, Geräte (Tumbler, Klimagerät), Ausbau/Anbau.

Stromverbrauch & Lastprofil (mit/ohne Wärmepumpe, E-Auto, Boiler)

Für die Wirtschaftlichkeit ist nicht nur wichtig, wie viel die Anlage produziert, sondern wie viel davon ihr selbst nutzt. Je besser PV-Produktion und Verbrauch zeitlich zusammenpassen, desto höher ist der Eigenverbrauch – und desto weniger Strom müsst ihr teuer einkaufen.

Praktisch für Euch: Oft lassen sich grosse Verbraucher (Boiler, Wärmepumpe, Geschirrspüler, Waschmaschine) mit einfachen Zeitfenstern oder Energiemanagement so steuern, dass mehr Solarstrom im Haus bleibt. 

Dachsanierung geplant? Warum Timing bares Geld spart

Wenn eine Sanierung in den nächsten 5–10 Jahren ansteht, lohnt sich eine kombinierte Planung häufig doppelt: Du bezahlst Gerüst, Spenglerarbeiten und Baustellenorganisation nicht zweimal – und du kannst Details wie Durchdringungen, Dachhaken, Leitungswege oder eine Indach-Lösung sauber mitdenken. Dies reduziert Bauzeit und Stress, weil weniger «zweite Baustellenrunde» nötig ist.

Offerten einholen: so vergleichst du fair

Hol dir idealerweise 2–3 Offerten ein und vergleiche nicht nur den Endpreis. Achte darauf, dass die Anlagenleistung (kWp), die erwartete Jahresproduktion (kWh), Annahmen zur Verschattung und die Garantien transparent aufgeführt sind. 

Checkliste: Welche Komponenten müssen in jeder Offerte drin sein

  • Module: Hersteller, Modell, Leistung (Wp), Produkt- und Leistungsgarantie.
  • Wechselrichter: Typ, Dimensionierung, Monitoring (App/Portal) inklusive.
  • Montagesystem: Dachtyp-spezifisch, inkl. Abdichtung/Detailpunkte.
  • Elektrik: DC/AC-Verkabelung, Überspannungsschutz, Zähleranpassungen.
  • Ertragsprognose: Annahmen transparent (Ausrichtung, Neigung, Verschattung).
  • Optional Speicher: kWh, nutzbare Kapazität, Garantiebedingungen, Notstromfähigkeit (falls gewünscht).
  • Optional Energiemanagement: Ansteuerung Boiler/Wärmepumpe/Ladestation.
  • Bewilligungen & Meldungen: Wer macht was (Gemeinde, Netzbetreiber, Pronovo)?
  • Service: Inbetriebnahme, Dokumentation, Wartung/Support, Reaktionszeiten.

Förderungen & Tarife

Ob sich eine Anlage für euch rechnet, hängt neben dem Ertrag auch von Förderbeiträgen, Tarifen für eingespeisten Strom und eurem Eigenverbrauch ab. In der Schweiz sind die Rahmenbedingungen je nach Netzbetreiber und Kanton unterschiedlich – darum ist es sinnvoll, die wichtigsten Punkte früh zu klären (und in der Offerte schriftlich festzuhalten).

Einmalvergütung (EIV) über Pronovo: in 2 Minuten verstanden

Die Einmalvergütung ist ein zentraler Fördermechanismus für Photovoltaik. Vereinfacht: Du erhältst einen einmaligen Beitrag an die Investitionskosten, statt einer laufenden Vergütung pro kWh. Die konkrete Höhe hängt von der Anlagengrösse und den geltenden Programmbedingungen ab. Wichtig für deine Planung: Kläre, wer die Anmeldung übernimmt (du oder der/die Anbieter:in) und wann sie erfolgen muss, damit es keine Verzögerungen gibt. Orientierung bieten die aktuellen Informationen von Pronovo.

Mini-FAQ

Brauche ich eine Baubewilligung?
Das ist kantonal und kommunal unterschiedlich und hängt u.a. von der Dachgestaltung (z.B. Flachdach-Aufständerung, Indachlösung), Sichtbarkeit und Schutzzonen ab. Frag früh bei deiner Gemeinde nach – oder lass den/die Anbieter:in das verbindlich abklären.

Was ist, wenn unser Haus unter Denkmalpflege steht oder in einer Schutzzone liegt?
Dann gelten oft zusätzliche Vorgaben zu Farbigkeit, Reflexion, Aufbauhöhe oder zur Art der Integration. Das heisst nicht automatisch «geht nicht», aber die Planung braucht mehr Vorlauf und Abstimmung.

Lohnt sich PV auch ohne Batterie?
Häufig ja. Eine Batterie kann den Eigenverbrauch erhöhen, ist aber nicht in jedem Haushalt wirtschaftlich. Entscheidend sind euer Tagesprofil, Tarife und ob ihr grosse Verbraucher gezielt steuern könnt. 

Wie lange dauert das Projekt typischerweise?
Von der ersten Abklärung bis zur Inbetriebnahme können – je nach Bewilligung, Lieferzeiten und Netzbetreiberprozess – mehrere Wochen bis Monate vergehen. Wenn du eine Dachsanierung planst, kann die Koordination länger dauern, spart dafür oft Kosten.

Nächste Schritte 

  • Sonnendach.ch öffnen, Adresse eingeben und die drei Belegungsvarianten notieren.
  • Fotos vom Dach und von potenziellen Schattenquellen machen (Bäume, Kamine, Nachbarhäuser).
  • Letzte Stromabrechnung bereitlegen (kWh/Jahr) und eure typischen Nutzungszeiten kurz aufschreiben.
  • Entscheiden: Plant ihr Wärmepumpe, E-Auto oder Umbauten in den nächsten Jahren?
  • 2–3 Offerten anfragen und verlangen, dass Ertragsannahmen und Komponenten vollständig ausgewiesen sind.
  • Mit Gemeinde/Netzbetreiber klären: Bewilligung ja/nein, Anschlussbedingungen, Tarife.
  • Förderung (EIV/Pronovo) checken und Zuständigkeiten festhalten.

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