Häuser aus Kalksandstein: Gut für die Umwelt und Hausbewohner

Kalk, Sand, Wasser und gering erhitzter Dampf, mehr ist nicht nötig um den hervorragenden Baustoff Kalksandstein herzustellen. Der bereits in der Römerzeit verwendete umweltfreundliche Baustoff glänzt durch viele positive Eigenschaften und er vereint Ökologie mit Ökonomie.

Nachhaltige Baustoffe: Kalkstein gut für Umwelt und Hausbewohner
Kalksandstein wird als Baustoff wieder entdeckt. Foto: © Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV, Hannover
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Die nachhaltigen Vorteile von Kalksandstein, der auch Kalkstein genannt wird, beginnen bereits bei der Rohstoffgewinnung. Die Herstellerwerke liegen meist direkt an den Abbaustellen vom Rohstoff Kalk und Sand. Sind die Abbaustellen erschöpft, werden diese meist renaturiert oder die Natur erobert sie sich als zukünftige und artenreiche Biotope zurück.

Auch die Herstellung von Ziegeln oder Platten aus Kalksandstein überzeugt, denn nur wenig Graue Energie ist nötig. So braucht Kalksandstein über vier bis acht Stunden Erhitzung in einem 160 – 200 Grad heissem, mit Druck zugefügtem Wasserdampf. Andere Ziegel etwa werden über ein bis drei Tage bei etwa 1`000 Grad gebrannt. Zudem entstehen produktionsseitig keine umweltbelastenden Emissionen oder Rückstände. Gleiches gilt auch für die Entsorgung, denn alter Kalksandstein kann völlig unproblematisch rezykliert werden. Wasserdampf und Druck sind übrigens nötig, damit sich Kieselsäure bildet, die für die eigentliche Härte verantwortlich ist.

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Der Baustoff Kalkstein vereint Ökologie mit Ökonomie

Der bereits in der Römerzeit verwendete umweltfreundliche Baustoff vereint Ökologie mit Ökonomie. Häuser aus Kalksandstein lassen sich in beliebigen Formen bauen. Hier wurde beim Bau eines runden Wohnhauses auf den umweltfreundlichen Baustoff gesetzt. Nachfolgend sehen Sie weitere Beispiele für Bauten aus Kalkstein. Foto: © Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV, Hannover

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Mit Kalksandstein problemlos Minergie-Standard erreichen

In Sachen Energieeffizienz kann der nachhaltige Baustoff glänzen. Alleine durch seine hohe Wärmespeicherkapazität kann der nachhaltige Baustoff kurzfristige Temperaturschwankungen ausgleichen. In massiver, doppelschaliger Bauweise oder mit entsprechender, zusätzlicher Wärmedämmung ist Kalksandstein bestens für den Minergie-Standard geeignet. Der Baustoff ist nicht nur umweltfreundlich, sondern sorgt auch für ein gutes Raumklima. Er gleicht ideal die Raumfeuchte aus, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Und selbst unverputzt, macht der nachhaltige Baustoff optisch richtig was her.

In Lenzburg wurde mit Kalksandstein in einer der grössten Wohnüberbauungen der Schweiz problemlos Minergie-P-Standard erreicht. Auch Minergie-Eco-Standards können mit Kalksandstein durchaus gebaut werden. Gerne wird hier der nachhaltige Baustoff mit einer Holzbauweise kombiniert. In Deutschland wurden 1990 bereits die weltweit ersten Passivhäuser aus dem umweltfreundlichen Baustoff fertig gestellt, ein Standard, der vergleichbar mit Minergie P ist.

Einer der weiteren Vorteile des Kalksandsteins ist seine grosse Dichte. Diese ermöglicht vergleichsweise dünne Wände, die dennoch eine hohe Tragkraft aufweisen und gleichzeitig einen sehr guten Schallschutz bieten. Da der sehr langlebige, nachhaltige Baustoff zudem hervorragende Brandschutzwerte hat, wird er nicht nur im Hausbau verwendet. Gerade in grossen Gebäuden wird er auch für Brandschutzwände genutzt.

Kalksandstein ist als massiver Vollstein, Loch- oder Hohlblockstein und als Bauplatten erhältlich.

Quellen: Kalksandstein.ch, Kalksandstein-info.ch, Baumarkt.de, Kalksandstein.de, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann