Bio-Baustoffe: Mit natürlichen Baumaterialien gesund wohnen

Bio erreicht nun auch die Baustellen. Besonders der nachwachsende Rohstoff Holz und der Biobaustoff Lehm erlangen neue Beliebtheit bei Schweizer Bauherren. Die Bio-Baustoffe sparen graue Energie, schonen die Umwelt und ermöglichen gesundes Wohnen.

Der Bio-Baustoff Holz ist nachhaltig.
Häuser die mit dem biologischen Baustoff Holz gebaut werden sind nachhaltig und umweltfreundlich. Foto: © steverts / iStock / Thinkstock
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Viele der Schweizer Gebäude sind aus mehreren zehntausend künstlichen Materialien errichtet, die oftmals nicht wiederverwertet werden können. Jedes Jahr fallen so rund zehn Millionen Tonnen Bauabfälle und Altlasten an, welche die Umwelt belasten. Doch nicht nur die Ökobilanz «krankt». Auch künftige Bewohner leiden unter ungesundem Raumklima in konventionellen Bauten, weil u.a. Schadstoffe austreten und Allergien hervorrufen können. Deshalb erleben Bio-Baustoffe wie Lehm, Holz und Kalksandstein einen Aufschwung. Die natürlichen Baumaterialien verbrauchen weniger Herstellungsenergie, ermöglichen kurze Transportwege, erlauben Recycling und gesundes Wohnen.

Mit Holz als nachwachsenden Rohstoff gebaut

Bauen mit Holz ist kaum Grenzen gesetzt, denn heutzutage sind sechsgeschossige Holzgebäude keine Seltenheit mehr. Das erlauben die 2005 geänderten Brandschutzvorschriften, sodass inzwischen rund 15 Prozent der Einfamilienhäuser aus Holz gebaut sind. Den Biobaustoff gibt es in Hülle und Fülle, denn jede Minute wachsen mehr als sechs Kubikmeter Laubholz nach. Jedes Jahr nutzt man fünf Millionen Kubikmeter Nadel- und Laubgewächse, wovon nur etwa ein Viertel als Biobaustoff eingesetzt wird.

Vorteile beim Bauen mit natürlichen Baumaterialien

Holz hat gute Eigenschaften. Der Biobaustoff ist leicht, emissionsfrei, vielseitig einsetzbar, feuchtigkeitsregulierend, wieder verwertbar und schadstoffarm zu entsorgen. Es gilt zudem als sehr guter Wärmedämmer und überzeugt durch seine Langlebigkeit. Der nachwachsende Rohstoff ist relativ feuerbeständig. Im Brandfall verdampft das enthaltene Wasser, erst dann steigt die Temperatur und das Material verbrennt. Metall verformt sich hingegen schnell und verliert an Tragfähigkeit. Wer von Beginn an den Hausbau mit Holz plant, kann auf regionale Anbieter mit häufig günstigen Preisen zurückgreifen, die Balken, Bretter oder Massivholzplatten anbieten.

Holzhäuser sind gemütlich und nachhaltig.

Holzhäuser sind gemütlich und haben eine sehr gute Ökobilanz. Foto: © Franz Pfluegl - Fotolia.com

Ökobilanz eines Holzhauses

Ökologisches Bauen bedeutet auf chemische Zusätze zu verzichten, insbesondere Biozidanstriche im Innern. Holz muss nicht unbedingt verleimt werden, da man es zusammenstecken oder vernageln kann. Zudem verbraucht der Bio-Baustoff weniger Herstellungsenergie, kann wiederverwertet und energetisch genutzt werden. Auch wenn ein Holzhaus grösstenteils aus dem nachwachsenden Rohstoff besteht, sind Beton, Metall und Glas weiterhin unverzichtbar. Vorsicht ist beim Einsatz von Holzwerkstoffplatten geboten, die bei falscher Leimwahl resp. Verarbeitung zu Formaldehydemissionen führen können.

Biobaustoff Holz: Label garantiert Nachhaltigkeit

Das glaubwürdigste Holz-Label in der Schweiz ist das Forest Stewardship Council, kurz FSC. Es garantiert, dass der nachwachsende Rohstoff aus umwelt- und sozialverträglicher Waldbewirtschaftung stammt. Das internationale PEFC-Label ist schweizweit mit dem Q-Label verbunden. Laut eines Vergleichs von urwaldfreundlich.ch bietet das PEFC-Label einen nur geringen ökologischen Mehrwert. Doch zeigt es an, dass der Biobaustoff nicht illegal gerodet wurde. Das Herkunftszeichen Schweizer Holz gibt nur an, dass die natürlichen Baumaterialien aus heimischen Wäldern stammen.

Lehm als traditionelles, biologisches Baumaterial

Seit Jahrhunderten baut der Mensch mit Lehm, den man aus Ton, Sand und Wasser herstellt. Der Biobaustoff ist vielseitig einsetzbar. Man kann tragende Wände aus Massivlehmsteinen mauern, Lehmbauplatten als Wärmedämmung anbringen, Putz oder Mörtel auf die Wände auftragen. Aus diesem Grund ist es auch möglich, aus Lehm und anderen Biobaustoffen mehrstöckige Gebäude zu errichten.

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