Gesunde Bräune aus der Flasche? Wie gut das Tanning ist

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Beim Tanning soll die Haut ohne schädliche UV-Strahlung braun werden. Doch die gesprühte Bräune steht in der Kritik – auch wegen ihrer teils mässigen Ergebnisse.

Tanning unter der Bräunungsdusche: Wie gut ist die Sprühbräune?
Foto: © jacoblund / iStock /Thinkstock

Laut einer Studie des Kosmetikherstellers La Roche-Posay finden 77 Prozent der Schweizer braune Haut sexy. Ginge es dagegen nach den Hautärzten, dürfte keiner mehr die Sonne für eine knackige Bräune anbeten.

Um Hautschäden durch Sonne oder Solarium zu vermeiden, setzen deshalb inzwischen viele auf Tanning. Das Färben der Haut mittels Bräunungsdusche soll weniger belasten und trotzdem für einen sommerlichen Teint sorgen. Aber wie gut und vor allem gesund ist das Tanning tatsächlich?

Was das Tanning mit einer Bräunungsdusche kann

Tanning wird durch einen natürlichen Zucker ermöglicht. Dihydroxyaceton, kurz DHA, heisst der beispielsweise aus Rüben oder Zuckerrohr gewonnene Stoff, welcher in Reaktion mit der Haut einen Bräunungseffekt der obersten Hautschicht zur Folge hat.

In der Bräunungsdusche wird dieser Stoff für etwa eine Minute durch einen feinen Tanningnebel auf der Haut verteilt. Danach dauert es zwischen 8 und 24 Stunden bis der Bräunungseffekt abgeschlossen ist. Alternativ wird, wie bei der Airbrush-Technik, das Ganze von Hand mit der Sprühflasche aufgetragen.

Je nach Hauterneuerung hält die Bräune aber nur zwischen 8 und 12 Tage. Und das Ergebnis kann unnatürlich oder fleckig aussehen, wenn es nicht richtig gemacht wird.

Die Sprühbräune des Tannings soll laut Anbietern dabei aber gänzlich unschädlich sein. Einatmen und Augenkontakt  – hierfür gibt es in Studios oft Nasenfilter und Schutzbrillen – sollte man allerdings vermeiden, wie unter anderem der Anbieter «Mystic Tan» schreibt, welcher auch in Zürich oder Bern zu finden ist.

Wirklich so gesund? Tester von Selbstbräunern zweifeln

Zum Tanning gibt es mehrere Studien, die deutlich weniger Begeisterung aufkommen lassen als die Angaben der Anbieter. 2013 fasste die englische Daily Mail etwa US-amerikanische Untersuchungen zusammen, die nahelegen, dass Dihydroxyaceton Hautmutationen sowie Krebs auslösen könne. Zudem soll der regelmässige Gang unter die Bräunungsdusche schädlich für die Lunge sein. Der eingeatmete Stoff verteile sich darüber hinaus via Bronchien und Blut im ganzen Körper. Hierzu sind allerdings noch Einzel-Studien nötig, um Genaueres zu erfahren.

Zwar bereits einige Jahre alt, aber trotzdem noch immer relevant, ist eine Untersuchung von Ökotest, welche die Inhaltsstoffe von Selbstbräunern allgemein unter die Lupe genommen hatte. 2008 bemängelte das Magazin in zahlreichen Produkten zum selbst bräunen den Inhaltsstoff Formaldehyd.

Diese Zutat ist bekannt als Allergieauslöser und steht unter Verdacht, Krebs auszulösen. Der Stoff kann in Selbstbräunern enthalten sein, da er sich mit der Zeit als eine Art Nebenprodukt aus DHA entwickelt. Je älter das Produkt, desto höher oft der Formaldehyd-Gehalt. Wenn viel davon vorhanden ist, könne man das am beissenden Geruch eines Selbstbräuners erkennen.

Was beim Tanning zu beachten ist

Die FDA, die US-amerikanische Zulassungsbehörde, hat die am Markt verwendeten Produkte zwar uneingeschränkt empfohlen, dennoch gibt sie folgende Vorsichtsmassnahmen für das regelmässige Tanning an:

  • Den Sprühnebel nicht einatmen. Am besten Mund geschlossen halten und Nasenfilter nutzen.
  • Augenkontakt vermeiden.
  • Wenn mit «bio» oder «natürliche Produkte» für Tanning geworben wird, dann enthalten die Substanzen trotzdem in aller Regel DHA. Somit seien diese Produkte nicht besser und nicht schlechter als konventionelle Zutaten, die für die Bräunungsdusche genutzt werden.

Quellen: codecheck.info, mystictan-europe.eu, lgl.bayern.de

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann